Zwiebelblumenstandortansprüche
Sollen Zwiebelblumen gepflanzt werden, ist die Wahl des Standortes sehr wichtig.
Sommerblühende Zwiebelblumen
Die meisten sommerblühenden Zwiebelblumen stammen ursprünglich aus warmen, von der Sonne verwöhnten Regionen und benötigen deshalb auch hier einen sonnigen Standort. Eine Ausnahme sind Begonien, sie gedeihen am besten im Halbschatten. Fast alle bevorzugen durchlässige, nicht zu schwere Böden. Staunässe verursacht den Winter über Fäulnis. Auf schwerem Boden sollte eine Drainageschicht aus grobem Sand oder Kies eingebracht und die Erde im Pflanzloch mit Sand gemischt werden. Um den Boden zu verbessern und den Zwiebeln einen Startdünger zu geben, sollten zwei Kilogramm Kompost je Quadratmeter eingearbeitet werden. Außerdem sollten sie, wenn nach dem Pflanzen kein langer, durchdringender Regen zu erwarten ist, angegossen werden, damit sie guten Kontakt zur Erde haben.
Lichte Gehölzränder, Staudenrabatten und Rosenbeete sind ebenfalls ideale Standorte für fast alle Blumenzwiebeln. Die schönsten Blüheffekte werden erzielt, wenn mehrere Zwiebeln einer Art an einer Stelle zusammen gepflanzt werden. Wenn sie aufgeblüht sind, sehen sie aus wie ein großer Blumenstrauß.
Viele der Sommerblüher wie Begonien, Zierklee, Schopflilien und kleinere Dahlien gedeihen auch gut in Pflanzgefäßen und bringen dann den Sommer auf den Balkon. Für die Bepflanzung von Töpfen, Kästen und Kübeln mit im Sommer blühenden Zwiebeln eignet sich normale, handelsübliche Blumenerde. Um Schäden an den Zwiebeln und Knollen durch Staunässe zu vermeiden, sollten die Gefäße unbedingt ausreichend große Wasserabzugslöcher haben.
Frühjahrsblühende Zwiebelblumen
Die meisten im Frühling blühenden Zwiebelblumen brauchen einen Standort der Wasser gut durchlässt, denn bei zuviel Nässe faulen die Zwiebeln: Ideal sind deshalb leichte Gartenböden mit hohem Sandanteil. Ist der Boden zu schwer, kann er durch Zugabe von Sand oder Kies durchlässiger gemacht werden. Einige Zwiebelarten vertragen aber auch feuchte Böden: Die Schachbrettblume [Fritillaria meleagris] und der Märzenbecher [Leucojum vernum] gedeihen auch an Teichrändern oder auf feuchten Wiesen.
Schneeglöckchen, Traubenhyazinthe, Zierlauch und Schneeglanz vertragen selbst trockene Standorte. Hasenglöckchen [Hyazinthoides] mögen dagegen feuchte Böden. Aber auch sie schätzen eine gute Drainage. Dort, wo Stauden und Gräser aufgrund des Wurzelwerks von Gehölzen nicht mehr gedeihen, können sich so manche Zwiebelarten behaupten: An sehr schattigen Standorten entwickeln sich Hasenglöckchen noch recht gut, vor allem in humosen Böden. Ein Platz unter sommergrünen Sträuchern und Bäumen sowie vernachlässigte Gartenecken eignen sich für die meisten Frühlingszwiebeln: Im lichten Schatten sind Winterlinge die ersten Frühjahrboten. Auch Blausternchen [Scilla] und Schneestolz [Chionodoxa] mögen diese Standorte. Diese kleinen Frühlingsboten säen sich leicht aus. Allerdings sollte man sich mit Bodenbearbeitung und Hacken sehr zurückhalten, damit sie sich ungestört entwickeln können.
Um Schäden durch Austrocknung zu vermeiden, sind leicht windgeschützte Standorte für die kleinen Frühlingsboten am besten. Bei starkem Frost mit Temperaturen unter -1o Grad Celsius empfiehlt es sich, die in Gefäße gepflanzten Zwiebelblumen in einen etwas wärmeren Raum wie zum Beispiel eine Garage zu stellen oder sie an eine geschützte Stelle zu rücken.
Standort: drinnen oder draußen?
Das schöne ist, frühlingsblühende Blumenzwiebeln lassen sich genau dort einsetzen, wo andere Pflanzen noch Winterpause haben. Lichte Gehölzränder, Staudenrabatten und Rosenbeete sind ideale Standorte für fast alle Blumenzwiebeln. Gerade bei spät austreibenden Gräsern wie dem Lampenputzergras [Pennisetum] oder bei Stauden wie Eisenhut [Aconitum], Funkien [Hosta] und Fetthenne [Sedum] sind die attraktiven Kleinblumenzwiebeln wertvolle Lückenbüßer. Die schönsten Blüheffekte werden erzielt, wenn mehrere Zwiebeln einer Art an einer Stelle zusammen gepflanzt werden. Wenn sie aufgeblüht sind, sehen sie aus wie ein großer Blumenstrauß.
Die meisten Zwiebeln und Knollen sind ganz leicht zu pflanzen und entwickeln sich am richtigen Standort problemlos: Der Winterling [Eranthis] und die Vorfrühlingsanemonen [Anemone blanda] haben einen besseren Start, wenn man die Knollen vor dem Pflanzen über Nacht für etwa 12 Stunden zum Vorquellen in lauwarmes Wasser legt. Das erleichtert die Wurzelbildung und das Anwachsen.
Die Frühlings-Zwiebelblumen vertragen leichten Frost und können deshalb auch draußen gepflanzt werden: in Balkonkästen, Schalen am Hauseingang oder Kübeln auf der Terrasse. Triste Bereiche im Garten lassen sich ebenfalls ganz schnell frühlingshaft gestalten, indem man die Zwiebelblumen vorsichtig aus ihrem Topf nimmt und pflanzt. Man kann sie auch mitsamt Topf pflanzen, den man nach der Blütezeit wieder aus der Erde nimmt. Für einen guten Start ist es sinnvoll, den Erdballen der Zwiebelblumen vor dem Pflanzen in ein Gefäß mit Wasser zu tauchen, so dass der Wurzelbereich gut durchfeuchtet wird.
Wer keinen Garten hat, aber trotzdem nicht auf die Frühlingsboten verzichten möchte, kann sie in Blumenkästen pflanzen und das gleich in mehreren Schichten übereinander. Die dicken Zwiebeln nach unten, die kleineren obenauf. Diese Zwiebeln müssen allerdings jedes Jahr erneuert werden, da sie im begrenzten Blumenkasten nicht genügend ausreifen können.
Zwiebelblumen bereichern sogar Staudenbeete: Hervorragend eignet sich der spät blühende Zierlauch: Je nach Sorte ragen die stattlichen Blütenbälle von Mai bis August in den Himmel. Diese hervorragenden Schnittblumen lieben die volle Sonne und vermehren sich gerne auf durchlässigem Boden. In ein sonniges Staudenbeet passen auch die nährstoffbedürftigen Tulpen, die starke Farbakzente setzen. Pflanzen Sie die Zwiebeln nicht in den Vordergrund, aber in die Nähe von Stauden. In Kombinationen mit spät austreibenden Stauden, wie Sonnenhut oder Herbstastern, wirken die Zwiebelgewächse oft verloren. Schön sind beispielsweise Kombinationen mit Frauenmantel, Salvia nemorosa oder Euphorbia griffithii. Sie blühen zwar etwas später, bilden aber einen schönen Rahmen.
Ein Rasen mit Blumenzwiebeln darf erst fünf bis sechs Wochen nach der Blüte gemäht werden: Dadurch haben die Pflanzen genügend Zeit, um ausreichend Laub zu entwickeln, die Energie fürs nächste Frühjahr zu sammeln und wieder einzuziehen. Möchte man das Gras dennoch kurz halten, so pflanzt man gruppenweise als Blumeninseln, die gut ummäht werden können. Hier eignen sich großblumige Krokusse. Die kleineren Dalmatiner Krokusse säen sich leicht aus und bilden einen üppigen Blütenteppich.