Österreichisches Orchideenschutz Netzwerk
Aus Gardora.at
Das ÖON mit Sitz in Höflein an der Donau hat sich den Schutz und die Erhaltung der in Österreich heimischen Orchideen zum Ziel gesetzt. Das ÖON versteht sich als Teil eines weltweiten Netzes von Naturliebhabern und anderen einschlägigen Organisationen. Eines der ersten Ziele ist die Erstellung eines Österreichischen Netzwerkes zum Schutz der Orchideen. Vorrangiges Projekt des ÖON ist das Monitoring Österreichischer Orchideen – kurz ÖOM genannt. Es geht zunächst für einen Zeitraum von zehn Jahren um die Beobachtung der Bestandesentwicklung von Orchideen auf ausgewählten Standorten in allen Ländern Österreichs.
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[bearbeiten] Kontakt
- Österreichisches Orchideenschutz Netzwerk e.V.
- Ansprechpartner: Dr. Dieter Armerding
- Donaustr. 73, A-3421 Höflein an der Donau
- Telefon: +43 - (0)2243 - 80 680
- eMail: dieter-armerding (at) aon . at
- Internet: austrianorchids.org
[bearbeiten] Der Verein
Ca. 62 Orchideenarten gibt es noch in Österreich. Sie zeigen die ökologische Qualität von Wiesen- und Waldstandorten besser als an als viele andere Pflanzenarten. Sie signalisieren das Vorkommen einer Vielzahl von Arten der Roten Liste und sind deshalb hervorragend geeignet für die Beurteilung der Bedeutung solcher Flächen für den Natur- und Artenschutz. Das im Jahr 2006 gegründete Österreichische Orchideenschutz Netzwerk (ÖON) hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Bestandesentwicklung von Orchideen in ganz Österreich stellvertretend für andere gefährdete Tier- und Pflanzenarten zu beobachten.
Damit entspricht das ÖON der Forderung der Europäischen Union nach mehr Schutz für die Natur in Europa - eine Aufgabe, der eher der Österreichische Regierung zukommt. Die hat es nur geschafft, den Frauenschuh und das Torfglanzkraut auf die EU (Natura 2000) - Liste der Arten zu setzen, die vorrangig zu schützen sind und deren Bestandesentwicklung zu beobachten ist. Es wurde auch in der Vergangenheit verabsäumt, einen größeren Input zu leisten, was Pflanzenarten der Roten Liste anbetrifft. Mit der Erfüllung der Vorgaben der Nature 2000 FFH Richtlinien lässt man sich offensichtlich Zeit. Man könnte mithin das Monitoring-Projekt des ÖON, als große Chance und wesentlichen Beitrag betrachten, das Artensterben auch in Österreich zu begrenzen. Die erste Österreichische Fachtagung im Jahr 2007 zum Thema Heimische Orchideen hatte sich folgende Ziele gesetzt:
- Die Bedeutung dieser Pflanzenfamilie für die Bewertung nachhaltiger Bewirtschaftung von Wald und Wiesen hervorzuheben.
- Es geht auch um die Vermittlung von aktuellen wissenschaftlichen Informationen über die komplexe Biologie der Orchideen.
- Es wird die vermehrte Schutzstellung von Orchideen-Habitaten gefordert und Mittel für deren geeignete Pflege.
- Das ÖON hilft bei der Umsetzungen der FFH-Richtlinien der Natura 2000 und sollte dementsprechend auch von der Seite der Regierungen in jeder Hinsicht unterstützt werden. Das trifft jedoch zur Zeit nur vereinzelt zu, was die Landesregierungen anbelangt (Burgenland!). Der ÖON betreut z.B. unentgeltlich mehr als 150 Orchideen-Habitate in Niederösterreich und arbeitet beim Life 2000 Projekt "Bisamberg-Habitat-Management“ mit. Seine Mitarbeiter beobachten auch die Wiesen Wiens und die des Biosphärenparks Wienerwald.
- Das ÖON kooperiert mit den Arbeitsgemeinschaften für heimische Orchideen in Deutschland und bemüht sich um Zusammenarbeit mit allen anderen NGOs Europas mit ähnlichen Zielen.
- Ebenso unterstützt das ÖON auch die globalen Bemühungen zur Erhaltung der Biodiversität, ganz besonders das Projekt Countdown 2010 der IUCN, dessen Deklaration zum Stopp des Artensterbens es unterzeichnet hat.
Um alle Fans heimischer Orchideen daran zu erinnern, das wir nur ca. 62 Arten von insgesamt 25.000-30.000 betreuen, die aber alle ebenso gefährdet sind, haben wir auch ein paar Pages (Kolumbien, Australien) eingerichtet, die die unfassbare Schönheit dieses weltweiten Naturerbes vermitteln sollen.
[bearbeiten] Monitoring
Monitoring ist die Dokumentation von Veränderungen, d.h. dieselben Standorte müssen jedes Jahr aufgesucht werden und auf derselben (!) Fläche werden die blühenden (inkl. knospenden) Orchideen gezählt. Generell ist aber jede Meldung von einem Orchideen-Vorkommen mit eindeutiger Ortsangabe und Koordinaten willkommen.
Wichtig ist die Kontinuität der Betreuung der gewählten Standorte. Dies bei Auswahl der (Anzahl der) Standorte und Arten immer im Hinterkopf behalten. Gibt es mehrere Orchideen auf einem Standort, die nicht zur selben Zeit blühen, muss man diesen öfter aufsuchen. Bei Verhinderung nach Möglichkeit eine Vertretung organisieren.
Durch Zählaktivitäten dürfen weder Orchideenbiotope, noch andere Lebewesen beeinträchtigt werden. Beim systematischen Abgehen, insbesondere bei großen Wiesen, ist dafür Sorge zu tragen, dass keine wiesenbrütenden Vogelarten gestört werden. Weiters dürfen keine Beeinträchtigungen hinsichtlich der Bewirtschaftung auftreten. Wenn möglich, wird man mit dem Besitzer oder Bewirtschafter einer Fläche Kontakt aufnehmen.
Optimal ist eine vollständige Erfassung von Populationen.
Werden bei individuenreichen Populationen (> 1000 Individuen) Teilpopulationen erfasst, ist es wichtig, dass dies angemerkt wird und im optimalen Fall eine entsprechende Karte oder Skizze beigelegt wird.
Alle Informationen werden vertraulich behandelt! Standortdaten werden für kartographische Darstellungen in Form von Rasterkarten generalisiert und keinesfalls weitergegeben, ohne vorher die Person, die die Erhebung durchgeführt hat, um Genehmigung gefragt zu haben. Weitergegeben bzw. veröffentlicht werden nur die Gesamtauswertungen, aus denen keine Details zu den Standorten entnommen werden können.

