Apfelschorf

Aus Gardora.at
Wechseln zu: Navigation, Suche

Apfelschorf gehört zu den häufigsten Pilzerkrankungen bei Obstbäumen: Er ist auch an Zieräpfeln anzutreffen, die in Hausgärten als attraktive Sträucher und Bäume immer beliebter werden. Die Krankheit ist die bedeutendste Pilzerkrankung bei Apfelbäumen. Der Pilz befällt Früchte, Blätter und junge Triebe. Auf den Blättern sind zunächst kleine dunkle Flecken zu sehen, die später zusammenfließen. Stark erkrankte Blätter fallen vorzeitig ab.

Auf den Früchten bilden sich ebenfalls kleine runde dunkle Flecken, die sich stark ausbreiten können: Typisch sind die bei den Früchten auftretenden schorfigen rissigen Wundstellen. Der Schorfpilz überwintert auf den abgefallenen Blättern und auch an jungen Zweigen. Regelmäßige Niederschläge, wie in diesem Frühjahr, und ein dichter Baumkronenaufbau in Hausgärten sorgten für lang anhaltende Blattnässe, so dass regelmäßig neue Infektionen erfolgten.

Inhaltsverzeichnis

Infektion

Schorf überwintert am Herbstlaub: Wenn das Falllaub nicht entfernt wurde, erfolgt von dort ab April bis Ende Juni eine Neuinfektion der jungen Blätter. Einsetzende Niederschläge begünstigen die Entwicklung dieser Pilzerkrankung. Schon bei Temperaturen über 5 Grad Celsius kann sich der Pilz etablieren. Je länger die Blätter nass sind und je höher die Temperatur ist, umso schneller erfolgt die Infektion.

Ab Mai sind bereits die ersten Schäden an Blättern und Früchten zu erkennen: Auf der Blattober- und -unterseite erscheinen runde, samtartige, olivfarbene bis braune Flecken. Leichte Wölbungen treten hervor. Bei starkem Befall breitet sich der Pilz über die gesamte Blattfläche aus. Vereinzelt fallen Blätter bereits im Sommer ab. Durch Schorfbefall an den Früchten bekommt die Fruchtschale braune Flecken, die sich später zu braunen, rissigen Stellen entwickeln. Dort können sich wiederum Fruchtfäulepilze ansiedeln, die das Fruchtfleisch des Apfels zerstören. Die Äpfel verlieren an Geschmack und Lagerfähigkeit. Zieräpfel werden unansehnlich und verlieren ihren dekorativen Wert.

Gegenmaßnahmen

Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ist im Hausgarten sehr aufwändig, da von April bis Juni bei regnerischer Witterung etwa alle 4 bis 1o Tage gespritzt werden müsste: Außerdem sind die meisten Apfelbäume und Zieräpfelsträucher zu groß, um alle Blätter und Triebe mit dem Pilzbekämpfungsmittel zu benetzen.

Vorbeugung

Die richtige Sortenwahl ist die beste Vorbeugung: Anfällige Sorten sollten bei Obst- und Ziergehölzen vermieden werden. 'Re'- Apfelsorten [etwa 'Rewena', 'Rebella' etc.] zeigen eine deutliche Widerstandskraft gegenüber dieser Pilzerkrankung. Auch beliebte Sorten wie 'Topaz' und 'Florina' sind wenig anfällig. Bei den Zieräpfeln eignen sich 'Liset', 'Royalty', 'John Downie' oder 'Eleyi' trotz ihres Zierwertes nur bedingt. 'Golden Hornet' und 'Everest' sind wesentlich robustere Sorten.

Unterstützend wirkt eine optimale Ernährung der Bäume, die ihre Widerstandskraft stärkt: Überdüngung schwächt das Pflanzengewebe und macht es anfällig für Infektionen.

Außerdem sollte auf einen lockeren Kronenaufbau geachtet werden, damit die Blätter schnell abtrocknen können: Gerade die Ziergehölze finden aber bei Schnittmaßnahmen oft weniger Beachtung als die Obstbäume. Also: beim nächsten Mal nicht vergessen, auch den Zierapfel auszulichten.

Weblinks

Werben auf Gardora.at...