Basilikum

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Basilikum
Basilikum

Italien, Tomaten und Mozzarella - sie sind ohne Basilikum unvorstellbar: Doch eigentlich ist die Heimat des wärmeliebenden Küchenkrauts Indien. Viele Menschen sind begeistert von der Geschmacksvielfalt, die Basilikum [auch Basilienkraut, Herrenkraut, Hirnkraut, Josefskräutlein oder Pfefferkraut] bietet. Der Name Basilikum leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet königliche Heilpflanze: Im deutschsprachigen Raum wird die Pflanze entsprechend auch als 'Königskraut' oder 'Königsbalsam' bezeichnet. Daran ist die hohe Wertschätzung erkennbar, die man dieser Pflanze früher entgegengebracht hat. In Indien galt die Pflanze sogar als heilig und wurde bei religiösen Zeremonien verwendet. Nach Mitteleuropa soll das beliebte Gewürzkraut bereits im 12. Jahrhundert gelangt sein.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Sorten

Die Blätter der Sorten unterscheiden sich mehr oder weniger deutlich in Form, Größe und Farbe: Beim Basilikum wird zum Teil sinnvollerweise eine Beschreibung der Blätter als Sortenname verwendet. Kleinblättrige Formen sind meist aromatischer, aber in der Regel auch besonders wärmebedürftig. Für den Anbau im Freiland kommen überwiegend großblättrige Formen in Frage. Basilikumsorten mit ausgefallenem Aroma werden vor allem in Kräutergärtnereien angeboten: Rasch kann man sich ein riesiges Basilikum-Sortiment aufbauen. Beispiele: Thaibasilikum, Zitronenbasilikum, Mexikanisches Gewürzbasilikum, Zimtbasilikum, Anisbasilikum, Peruanisches Basilikum.

Kaum ein Küchenkraut ist so aromatisch wie Basilikum: Meist ist das Genoveser Basilikum mit seinen nach unten gewölbten Blättern im Handel. Sein intensiver Geschmack spart Salz bei der Zubereitung von Speisen. Das 'Genoveser' passt perfekt zu Caprese, einer beliebten italienischen Vorspeise, die aus Tomaten und Mozzarella zubereitet wird. Wahre Feinschmecker schätzen darüber hinaus auch andere Sorten: Basilikum hält nämlich viele Aroma-Variationen bereit. Es gibt Arten mit Geschmack nach Anis oder grünem Pfeffer, mit Zimtaromen oder Zitronenduft.

[bearbeiten] Zitronenbasilikum

Das Zitronenbasilikum schmeckt frisch und süß und gibt grünen Salaten eine belebende Note: Es passt, wie das Limonenbasilikum, zu Süßspeisen, zu Eiskrem und erfrischenden Cocktails. Diese Basilikumsorten eignen sich auch hervorragend zur Teezubereitung. Dazu geben Sie einfach ein paar frische Basilikumblätter oder ein Basilikumzweiglein ein paar Minuten in heißes Wasser. Zitronenbasilikumarten sind in der Pflege oft etwas empfindlicher. Sparsames Gießen, ohne die Pflanze austrocknen zu lassen, und ein warmer Standort garantieren eine lange Erntezeit.

[bearbeiten] Buschbasilikum

Zitronenaromen findet man auch unter den Buschbasilikumarten: Sie haben kleinere Blätter und wachsen sehr kompakt. In Töpfen und Kübeln sind sie ausgesprochen dekorativ.

[bearbeiten] Thaibasilikum

Für die asiatische Küche hält das Thaibasilikum die passende Würze bereit: Das melissenähnliche Aroma passt zu Fisch, Hähnchen und Nudelsuppen.

[bearbeiten] Rotblättriges Basilikum

Rotblättriges Basilikum ist meist herber im Geschmack, bringt allerdings eine ansprechende farbliche Abwechslung: In grünen Salaten, zu Tomaten oder in Kombination mit Rukola sind die roten Blättchen nicht nur für das Auge ein Genuss.

[bearbeiten] Indisches Basilikum

Das indische Basilikum [Ocimum tenuifolium] gilt in seiner Heimat als heilig und genießt eine große Verehrung: Das 'Tulasi', wie es in der Landessprache heißt, ist heilkräftig. Blätter und Samen werden unter anderem als Tee zubereitet. Tulasi entspannt, stärkt das Immunsystem und hilft Stress abzubauen. Es wird gegen Atemwegserkrankungen und bei Verdauungsstörungen eingesetzt.

Nach Gewürznelken duftet das ostindische Baumbasilikum: Es verholzt und kann bis zu zwei Meter hoch werden. Diese tropische Pflanze ist bei uns nicht winterhart und muss im Winter im Haus bleiben. Die Blätter werden als Tee zubereitet.

Es gibt noch weitere Baumbasilikumarten, die häufig robuster sind als das einjährige Basilikum und mit kühleren Sommern besser zurechtkommen. - Noch ein Tipp: Das Aroma des Basilikums verflüchtigt sich durch das Trocknen. Viel besser ist es, klein geschnittene Blätter in Eiswürfelbehältern mit Wasser zu bedecken und einzufrieren. Suppen und Soßen lassen sich so hervorragend würzen.

[bearbeiten] Aussaat und Pflege

Basilikum ist besonders licht- und wärmebedürftig: Temperaturen unter 1o Grad Celsius führen zu Wachstumsstockungen und bereits leichter Frost schadet den Pflanzen. Hierzulande wird Basilikum in der Regel einjährig kultiviert, während es in seinen Herkunftsgebieten durchaus mehrjährig wächst. Prinzipiell ist es möglich, die Pflanzen am Fensterbrett zu überwintern. Die hohen Lichtansprüche können jedoch im Winter nicht erfüllt werden. Die Blätter sind daher im Winter wenig aromatisch und die geschwächten Pflanzen sind oft ein Anziehungspunkt für Schädlinge und Krankheitserreger. Es empfiehlt sich, jedes Jahr neu auszusäen oder Pflanzen beim Gärtner zu kaufen.

Um eine Anreicherung von Krankheitserregern und Schädlingen zu verhindern, sollten vor dem Basilikum mehrere Jahre weder Basilikum noch andere Lippenblütler [zum Beispiel Melisse, Thymian, Pfefferminze, Salbei, Bohnenkraut] am gleichen Platz gestanden haben. Ansonsten gilt:

  • Aussaat: ab Mitte April [Aussaat in Saatschalen]
  • Pflanzung: ab Mitte Mai [keine Nachtfröste!]
  • Keimtemperatur: mindestens 12 Grad Celsius
  • Keimdauer: 14 bis 2o Tage
  • Temperatur: optimal sind 2o bis 25 Grad Celsius
  • Pflanzabstand: 20 x 25 cm, tief pflanzen

Achtung! Basilikum ist ein Lichtkeimer, daher dürfen die Samen höchstens leicht mit Erde abgedeckt werden: Das Saatgut bleibt etwa 4 Jahre keimfähig. Die Aussaat ins Freiland ist möglich von Mitte Mai bis Ende; Reihenabstand 25 cm, etwa 5o Korn pro laufendem Meter.

Basilikum bevorzugt einen sonnigen Platz und einen humosen, durchlässigen Boden: Sehr zu empfehlen ist der Anbau im Balkonkasten am Fenster oder auf der Terrasse. Die Pflanzen besitzen ein mittleres Nährstoffbedürfnis. Erhöhte Stickstoffmengen führen zu einem verstärkten Wachstum, der Gehalt an ätherischem Öl nimmt dadurch aber ab ['Verdünnungseffekt']. Die Einarbeitung von 3 l Kompost pro m² vor der Aussaat oder Pflanzung ist normalerweise ausreichend für eine gute Nährstoffversorgung. Stallmistdüngung vor der Basilikumkultur ist nicht ratsam, da sich dies negativ auf das Aroma auswirken soll.

[bearbeiten] Ernte und Verwendung

Den höchsten Gehalt an ätherischem Öl enthält die Pflanze kurz vor der Blüte, dies ist in der Regel im Juni oder Juli der Fall: Bei der Ernte kann etwa handbreit über dem Boden abgeschnitten werden, dabei sollten einige Blätter an der Pflanze bleiben. Aus den Resten treibt die Pflanze noch einmal aus, dies ermöglicht eine zweite Ernte kurz vor den ersten Frösten.

Kräuter werden üblicherweise getrocknet, um sie haltbar zu machen: Basilikumkraut zu trocknen ist zwar möglich, allerdings verliert es dabei viel an Aroma. Günstiger als das Trocknen erscheint es, frisch geerntete Basilikumblätter [kleingeschnitten] in Eiswürfeln einzufrieren. Basilikumkraut kann außerdem in Öl oder Essig eingelegt werden.

Basilikum schmeckt süß-würzig und angenehm beißend pfeffrig, dadurch verleiht es den Speisen ein frisches, appetitanregendes Aroma: Basilikum, das auch 'Deutscher Pfeffer' genannt wird, kann vielfach als Pfefferersatz eingesetzt werden. Basilikum wird niemals mitgekocht - dies zerstört das Aroma - sondern erst am Ende der Garzeit zugegeben. Verwendet wird Basilikum zu Salaten, Suppen, Gemüse, Fleisch und Fisch. Besonders gut passt Basilikum zu allen Speisen mit Tomaten. Basilikum soll magenstärkend, verdauungsfördernd, blähungstreibend und krampflösend wirken.

[bearbeiten] Weblinks

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