Bauerngarten

Aus Gardora.at
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bauerngarten Kathrin Tausch.jpg

Bei dem Wort Bauerngarten tauchen bei vielen Menschen sofort romantische Gartenbilder vor dem inneren Auge auf: mit fröhlich-bunten Blüten, großer Pflanzenvielfalt, niedrigen Buchsbaumhecken und duftenden Rosen. Kein Wunder, dass mancher von einem solchen Paradies träumt. Bauerngärten sind allgemein traditionelle und ländliche Gärten. In ihnen werden oft Gemüse, Kräuter und Stauden gepflanzt.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Rustikal und sehr üppig wird es in einem Bauerngarten: Diese klassische und schon sehr alte Gartenform findet man häufig in ländlichen Regionen, doch auch immer mehr Städter entdecken die ursprüngliche Schönheit dieser Gestaltungsvariante. Typisch für einen Bauerngarten ist das knospende und sprießende Neben- und Miteinander von Nutz- und Zierpflanzen. Regionale Unterschiede geben dieser Gartenform ihr besonderes Erscheinungsbild.

Immer wiederkehrende Merkmale im Bauerngarten: Holzzaun, Buchsbaumhecken, Wegkreuze, Kräuterspiralen und Rosen[-bögen], aber auch Hortensien und Lavendel, die in trauter Nachbarschaft zu den Nutzpflanzen unermüdlich blühen. Auch Obstbäume dürfen in einem Bauerngarten nicht fehlen. Sie umrahmen das Grundstück oder stehen an zentraler Position mitten im Garten.

Gestaltung

Ein Garten, der sich an das Bild der ländlichen Gärten anlehnt, ergänzt mit Elementen, die nicht zu einem typischen Bauerngarten gehören, ist besonders abwechslungsreich: Er bietet nicht nur den Besitzern besondere Freude, sondern auch der Tierwelt. Schön ist zum Beispiel ein Teich, in dem sich die Wolken spiegeln und der Tiere anlockt. Durch eine artenreiche Uferbepflanzung wird er gut in den Garten eingebunden.

Auch die mit Rosen berankte Gartenlaube ist kein typisches Element des Bauerngartens: doch sie passt mit ihrer romantischen Ausstrahlung sehr gut dazu. Sie bietet die Möglichkeit, nach der Arbeit, umgeben von Pflanzen und zartem Blütenduft, zu entspannen.

Für Gartenbesitzer mit Entdeckerfreude und Sinn für Delikatessen bietet es sich an, Wildobst zu pflanzen: Dazu gehören verschiedenste fruchttragende Gehölze, die bisher nur wenig genutzt oder kaum züchterisch bearbeitet wurden. Für größere Gärten geeignet sind zum Beispiel Quitten, Mispeln oder Schwarzer Holunder, der früher häufig in Bauerngärten zu finden war.

Sich schlängelnde Wege zum Beispiel können den Garten größer wirken lassen als er ist: eine Pergola für Kletterpflanzen bringt Höhe in die Gestaltung, genauso wie kleine Bäume und mit blühenden Clematis umrankte Torbögen.

Damit sich die Gehölze und Stauden gut entwickeln, gilt: "Die richtige Pflanze am richtigen Platz." So müssen unter anderem die Boden- und Lichtverhältnisse berücksichtigt werden. Auch Grenzabstände können eine Rolle spielen, zum Beispiel beim Pflanzen von Hecken oder Bäumen nah am Nachbargrundstück. Die erlaubten Abstände zur Grenze sind von Bundesland zu Bundesland verschieden.

Pflanzen

Besonderes Augenmerk gilt den Pflanzen, die optisch gut zusammenpassen, aber nicht immer die gleichen Ansprüche haben: Ein typisches Beispiel sind Rosen und Lavendel. Sie werden oft als ideale Partner empfohlen, auch weil angenommen wird, dass Lavendel wegen seiner ätherischen Öle Blattläuse fernhält und so die Rosen schützt. Rosen und Lavendel haben ähnliche Ansprüche, was das Licht betrifft, denn beide lieben die Sonne. Rosen benötigen jedoch, anders als Lavendel, einen gut gedüngten Boden. Sollen die Pflanzen kombiniert werden, ist deshalb etwas Abstand zwischen ihnen sinnvoll.

Ein an Pflanzen reicher Garten, in dem neben Gemüsepflanzen und Kräutern auch Stauden, Gräser, Ein- und Zweijährige, Blumenzwiebeln, Bäume, Kletterpflanzen und Sträucher wachsen, ist nicht nur für Menschen ein Genuss: Tiere profitieren ebenfalls von pflanzlicher Vielfalt, vor allem, wenn auch auf Gehölze geachtet wurde, die wie die Vogelbeeren oder Zieräpfel kleine Früchte tragen, die für Vögel eine gute Nahrungsquelle in der kalten Jahreszeit sind.

Zu einem größeren artenreichen Garten, der auch für Tiere viel zu bieten hat, gehören außerdem Bienennährgehölze: etwa die Felsenbirne [Amelanchier], Brombeeren [Rubus fruticosus] und die schon sehr früh blühenden Kornelkirschen [Cornus mas]. Diese Gehölze erfreuen gleich zweimal: Sie bereichern den Garten mit ihren schönen Blüten im Frühjahr und mit leckeren Früchten im Spätsommer.

Bauerngarten-Balkon

Auch wenn der Platz sehr begrenzt ist, muss man die Idee vom Bauerngarten nicht aufgeben: Ein Merkmal der Bauerngärten ist die große Vielfalt der verschiedensten Pflanzen auf kleinem Raum, entstanden aus einer bunten Mischung aus Küchenkräutern, Gemüsepflanzen, Obstgehölzen, blühenden Stauden, Einjährigen und Heilpflanzen.

Falls statt eines Gartens 'nur' ein Balkon zu Verfügung steht, muss zwar auf manche Bauerngarten-Schönheit verzichtet werden, doch viele Stauden und Gehölze, die typisch für diese Gärten sind, können auch in Kübeln oder in großen Töpfen wachsen: Zur Blütenpracht tragen vor allem Stauden bei. Sie können entweder in einzelnen Töpfen wachsen, die sich immer wieder neu arrangieren lassen, oder Sorten mit ähnlichen Ansprüchen an Licht, Feuchtigkeit und Dünger werden in größeren Gefäßen zusammengepflanzt.

Selbst wenn nicht alle Gehölze und Stauden, die nach und nach ihren Weg auf den Balkon finden, typische Bauerngartenpflanzen sind: das Prinzip der fröhlich-bunten Mischung ist entscheidend. So bietet sich Raum für neue Entdeckungen und Erfahrungen mit Pflanzensorten, die es in den Gärten früherer Zeiten vielleicht noch gar nicht gab, die aber gut zu der blühenden Vielfalt passen.

Stauden

Schöne Stauden, die im Topf gut gedeihen und farbenfroh blühen: Mädchenauge [Coreopsis], Sonnenbraut [Helenium], Schafgarbe [Achillea], Lupinen [Lupinus], die auch bei Schmetterlingen beliebte, aromatisch duftende Indianernessel [Monarda] und der eindrucksvolle Rittersporn [Delphinium], der vor allem in den unterschiedlichsten Blautönen blüht. Auch der duftende, früher wegen seiner Heilkraft geschätzte Lavendel eignet sich ausgezeichnet für den Topfgarten.

Gehölze

Keine Staude, aber dennoch ganz wichtig für einen ländlichen Garten: Bauernhortensien mit ihren auffallenden Blütenständen. Es gibt sie in vielen Farben und sie machen auch in Gefäßen eine sehr gute Figur. Rosen gehören ebenfalls zu einem Bauerngarten dazu; ihre romantischen Blüten möchte wohl kaum jemand missen. Auch wenn malerisch wachsende Kletterrosen wegen ihrer tiefgehenden Wurzeln nicht gepflanzt werden können - Zwergrosen entfalten ihren Charme sehr gut in Gefäßen auf dem Balkon oder auf der Terrasse.

Vor allem kompakt wachsende und von Natur aus klein bleibende Gehölze finden in dem Bauerngarten in luftiger Höhe Platz: Hecken aus niedrigen Buchsbäumen haben früher in ländlichen Gärten oft die Beete umrahmt. So hielten sie Tiere von den Pflanzen fern. Auf Buchsbaumhecken muss auf dem Balkon zwar verzichtet werden, aber als Kübelpflanze kann der Buchsbaum die farbenfrohe Gesellschaft begleiten und bietet, weil er immergrün ist, auch im Winter Farbe. Obstgehölze bereichern den Balkongarten ebenfalls.

Beerenobststräucher wie zum Beispiel Schwarze und Rote Johannisbeeren können gut in Töpfe gepflanzt werden: Es gibt mittlerweile auch immer mehr Apfel-, Kirsch-, Birnen- und andere Zwergobstbäume, die nur etwa mannshoch werden und relativ wenig Platz benötigen.

Weblinks

Werben auf Gardora.at...