Brombeere

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Brombeeren
Brombeeren

lat. Rubus fruticosus, Blühfarbe: Weiß - rosa, Blütezeit: Juni, Juli

Wohlschmeckende Brombeeren im eigenen Garten zu ernten, ist durch die Züchtung stachelloser Sorten einfacher geworden: Der Ernteerfolg lässt sich durch richtige Erziehung und Schnitt fördern.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Sorten

Grundsätzlich fruchten Brombeeren an Kurztrieben der letztjährigen Ranken: Es wird unterschieden in: 1. Rankende Sorten; etwa 'Theodor Reimers' [mit Stacheln], 'Loch Ness' [ohne Stacheln]. Diese meist älteren Sorten bilden sehr lange, überhängende Triebe. 2. Aufrechtwachsende Sorten; etwa 'Choctaw' [mit Stacheln], 'Navaho' [ohne Stacheln]. Da die Triebe dieser Sorten eher aufrecht wachsen, ist ihr Platzbedarf geringer.

[bearbeiten] Pflanzung

Am sichersten pflanzt man Brombeeren im März, um Risiken von Winterschäden zu vermeiden: Rankende Sorten benötigen einen Pflanzabstand von 3 bis 4 Meter; für aufrechtwachsende Sorten reicht ein Abstand von 2 Metern aus. Nach der Pflanzung werden die Ruten auf 2o bis 3o cm eingekürzt.

Zur Befestigung benötigen alle Brombeersorten einen Drahtrahmen mit 3 bis 4 Querdrähten: Für die Bildung eines Fächerspaliers werden 2 Neutriebe V-förmig angebunden. Im ersten Jahr ist keine Ernte zu erwarten. Da junge Ruten bei Temperaturen unter -15 Grad Celsius erfrieren, empfiehlt es sich, in kalten Wintern einen Schutz anzubringen.

[bearbeiten] Rückschnitt

Seitentriebe, die während des Sommers an den jungen Ruten entstanden sind, werden im August auf 2 Augen [circa 1o cm] eingekürzt: Aus diesen Stummeln entwickeln sich im kommenden Jahr die Fruchttriebe. Gleichzeitig können die Hauptruten auf die gewünschte Länge eingekürzt werden.

Im März des nachfolgenden Jahres werden die Neutriebe ausgelichtet, das bedeutet: 4 bis 5 der kräftigsten Neutriebe belässt man und befestigt sie V-förmig am Spalier, alle anderen schneidet man in Bodennähe ab.

Im August werden [wie im Jahr zuvor] die Seitentriebe der neuen Ruten auf 1o cm eingekürzt, sie sollen im nächsten Jahr fruchten: Im Oktober entfernt man die zweijährigen abgetragenen Ruten bodennah.

[bearbeiten] Schädlinge

[bearbeiten] Brombeergallmilbe

In manchen Jahren beunruhigen fahlbraune bis rote Brombeerfrüchte neben schwarzen, gutausgereiften Früchten viele Freizeitgärtner: Trotz Abwartens reifen diese Früchte nicht nach. Häufig sind winzige Milben für dieses Schadbild verantwortlich: Die Überwinterung dieser etwa o,2 mm großen Brombeergallmilben erfolgt unter Knospenschuppen und in vertrockneten Früchten an den Brombeersträuchern.

Sobald die Pflanze Ende März austreibt, kommen die Milben aus ihren Winterverstecken und legen ihre Eier in die sich entfaltenden Knospen: Zur Blütezeit bevölkern die Tiere auch Blüten, wo sie an den Kelchblättern saugen. Sobald sich die Früchte entwickeln, finden die Tiere hier ihre willkommene Nahrung. Von Brombeergallmilben angesaugte Einzelfrüchte reifen nicht aus und führen zu dem oben beschriebenen Schadbild.

[bearbeiten] Gegenmaßnahmen

Bevor chemische Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eingesetzt werden, sind pflanzenbauliche Maßnahmen zu empfehlen, die in der Regel ausreichen: Bei einer Neupflanzung sollte die Hausnähe vermieden werden, denn an geschützten, warmen Standorten fühlen sich die Milben besonders wohl. Vor allem die stachelige Sorte 'Theodor Reimers' und andere spät reifende Sorten sind anfällig.

Trockener Boden fördert die Milbenentwicklung, deshalb ist Mulchen günstig: Im Herbst sollten alle Früchte, selbst die ungenießbaren, abgeerntet werden. Befallene Triebe sind so tief wie möglich herauszuschneiden. Leider bringt der Rückschnitt junger Ruten neben der Beseitigung von Schädlingen auch einen Ernteverlust mit sich.

Nur wenn wirklich starker Befall auftritt, das bedeutet, wenn über 5o Prozent der Beeren befallen sind, erscheint ein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im nächsten Jahr gerechtfertigt.

Die langjährig empfohlene Anwendung von netzschwefelhaltigen Mitteln ist nach den Regeln des neuen Pflanzenschutzgesetzes nicht mehr erlaubt: Behandlungen mit Rapsöl im Frühjahr sind möglich. Die erste Spritzung erfolgt bei einer Seitentrieblänge von etwa zehn bis fünfzehn Zentimeter. Im Abstand von sieben bis zehn Tagen folgen zwei weitere Behandlungen.

Vor jeder chemischen Bekämpfung sollten Vor- und Nachteile sorgfältig abgewogen werden: Meistens führen im Hausgarten pflanzenbauliche Maßnahmen zu befriedigendem Erfolg, wobei das vollständige Abernten nochmals hervorzuheben ist.

[bearbeiten] Weblinks

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