Bundesgartenschau

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Die grüne Branche ist sehr kreativ und damit ist auch die Gestaltung von Gärten und Parks heute anders als vor dreißig, vierzig oder fünfzig Jahren. Was aktuell angesagt ist, zeigt alle zwei Jahre die BuGa. Auf unzähligen Schauen im Freiland und in den Ausstellungshallen können sich die Besucher über Neuigkeiten bei Blumen und Pflanzen, wie etwa neue Sorten oder verbesserte Qualitäten, informieren. Alle zwei Jahre ziehen Bundesgartenschauen [BuGa] Millionen von Garten- und Naturliebhabern in ihren Bann: Die Menschen strömen dann in die jeweilige BuGa-Stadt zwischen Hamburg und München, Düsseldorf und Magdeburg, um sich von der beeindruckenden Blütenpracht und den kunstvollen Gartenlandschaften inspirieren zu lassen oder einfach auch nur, um sich daran zu erfreuen. Eine Bundesgartenschau, so wie die Besucher sie erleben, ist das Ergebnis jahrelanger intensiver Expertenplanung und fachmännischer Arbeit. Ohne die Leistungen der Profis aus der grünen Branche wäre diese Aufgabe nicht zu bewältigen.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Bewerbung

Das Buga-Gelände kann sehr weitläufig sein.
Das Buga-Gelände kann sehr weitläufig sein.

Aufgrund ihrer vielen positiven Aspekte ist die Durchführung einer BuGa für viele Städte, und neuerdings auch Regionen, sehr interessant. Bevor aber eine Stadt oder Region die Option für die Ausrichtung der BuGa für ein bestimmtes Jahr erhält, müssen sich alle Bewerber in einem Auswahlverfahren bewähren und mit ihren Konzepten überzeugen.

Aus den schließlich verbliebenen Kandidaten wird dann von einem Gremium, das sich aus Vertretern der drei DBG-Gesellschafterverbände ZVG, BdB und BGL zusammensetzt, der Ausrichter bestimmt: Für Professor Neumann ist diese Entscheidungsfindung nicht nur wegen ihrer weitreichenden Bedeutung für eine Kommune oder Region vergleichbar mit der Entscheidungsliga der FIFA oder des IOC. Ebenso wie die von Fifa und IOC zu vergebenden Veranstaltungen hat auch eine Gartenschau wesentliche ökonomische Effekte. Die Bedeutung dieser weichen Wirtschaftsfaktoren betonte Friedlinde Gurr-Hirsch [MdL und Staatssekretärin im Ministerium für Ernährung im ländlichen Raum Baden-Württemberg] in ihrem Vortrag: "Gartenschauen geben den Menschen nicht nur Heimat; sie sind wahre Konjunkturspritzen."

[bearbeiten] Bewerbungskriterium: Folgenutzung

Was bleibt von einer Bundesgartenschau, wenn die letzten Blumen verblüht sind? Die Antwort - und damit die eigentliche Bedeutung einer BuGa - wird sich zumindest den Menschen, die in der ausrichtenden Stadt oder Region wohnen, schnell erschließen. Nachhaltigkeit lautet das Stichwort: Die Folgenutzung des BuGa-Geländes ist für die veranstaltenden Städte und Regionen der ausschlaggebende Faktor für ihre Bewerbung bei der Deutschen Bundesgartenschaugesellschaft [DBG] in Bonn.

[bearbeiten] Beispiel Düsseldorf

Beispiele aus fünf Jahrzehnten Bundesgartenschau zeigen, dass eine BuGa als Instrument der Stadtplanung und in einigen Fällen sogar des Strukturwandels wertvolle Unterstützung leistet: So wurden in Düsseldorf, nachdem die Stadt 1978 den Zuschlag für die BuGa 1987 erhalten hatte, die Maßnahmen für den Stadtumbau forciert. Die Neugestaltung des Hauptbahnhofs, der Bau der U-Bahn durch die City und der Baubeginn für die südliche Autobahnumgehung in Fortführung der A 46 mit umweltfreundlicher Tunnel- und Tieflagenausführung sind nur drei aus einer Vielzahl Belege dafür, dass eine BuGa frischen Wind in die Stadtplanung bringt.

Im Mittelpunkt der Düsseldorfer Bundesgartenschau stand aber der Südpark: Auf einer Gesamtfläche von 7o Hektar entstanden hier während der neunjährigen Vorbereitungsphase unterschiedliche Garten- und Landschaftsanlagen. Seit dem Ende der BuGa steht die Anlage der Öffentlichkeit ständig und unentgeltlich offen. Die Stadt Düsseldorf ist damit dem Leitmotiv ihrer BuGa 'Der Garten für uns alle' bis heute treu geblieben.

Ein erfreulicher Nebeneffekt für die Stadt ist, dass Investoren die Nachbarschaft des Südparks für sich entdeckten: Neben neuen Wohnbereichen mit Einfamilienhäusern und Geschosswohnungsbau hat sich auch eine große Versicherungsgesellschaft dort niedergelassen und mehr als 2.5oo Arbeitsplätze mitgebracht. Die BuGa lockte weit mehr als sieben Millionen Besucher in die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt - sehr zur Freude der Düsseldorfer Gastronomie und des Einzelhandels. In seinem Grußwort im Jubiläumsbuch '50 Jahre Bundesgartenschauen' spricht der amtierende Düsseldorfer Oberbürgermeister Joachim Erwin daher zu Recht von einer "sprichwörtlich blühenden Bilanz solch einer Gartenschau".

[bearbeiten] Beispiel Gelsenkirchen

Wie sehr eine BuGa den Strukturwandel einer Stadt fördern kann, wird auch am Beispiel Gelsenkirchens deutlich: Das Ziel, das sich die Stadt mit ihrer Bewerbung für die BuGa 1997 gestellt hatte, war ungewöhnlich und herausfordernd: Auf dem Gelände eines ehemaligen Bergwerkes und einer stillgelegten Kokerei sollte unter Einbeziehung der historischen Industriegebäude die Bundesgartenschau stattfinden. Diese außergewöhnliche Idee gefiel den Verantwortlichen in der DBG, und Gelsenkirchen erhielt den Zuschlag für die Ausrichtung der Bundesgartenschau.

Neben den architektonischen Herausforderungen hatten die Planer der Ruhrgebietsmetropole ein weiteres Problem zu bewältigen: Die Emscher und der Rhein-Herne-Kanal trennten nicht nur die beiden Ortsteile Horst und Heßler, sondern durchschnitten auch das für die BuGa vorgesehene Gelände. Zu allem Überfluss war die ehemals sehr fischreiche Emscher auch noch mittlerweile zu einem Abwassersammler verkommen und zur Vorbeugung von Überschwemmungen eingedeicht worden. Große stadtplanerische Aufgaben und anspruchsvolle Herausforderungen lagen vor den Gelsenkirchener BuGa-Planern, als sie sich daran machten, das Gelände der stillgelegten Zeche Nordstern in den Nordstern-Park umzuwandeln.

Nach dem Beginn der teils spektakulären Arbeiten, wie zum Beispiel der Montage der Doppelbogen-Brücke über den Rhein-Herne-Kanal, betrachtete die anfangs noch etwas skeptische Gelsenkirchener Bevölkerung die Bundesgartenschau in ihrer Stadt recht schnell als "ihre BuGa". Der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt und jetzige NRW-Minister für Bauen und Verkehr, Oliver Wittke, fasst diesen Effekt zusammen: "Die BuGa hat das Trennende aufgehoben, seit dem verbindet sie zwei Ortsteile miteinander."

Während der 170tägigen Dauer der Bundesgartenschau 1997 war der Nordstern-Park mit seinen vielen Veranstaltungen der angesagte Sommertreffpunkt im Revier: Auch das unterstreicht den verbindenden Charakter einer BuGa. Nach wie vor besitzt das ehemalige BuGa-Gelände einen hohen Freizeitwert für die Gelsenkirchener Bevölkerung und die Menschen im Umland. Darüber hinaus hat die BuGa 1997 für die Stadt auch in der Gegenwart einen ökonomischen Nutzen. In den ehemaligen Industrieanlagen etablierten sich einige gastronomische Betriebe sowie einige Freizeitattraktion und ein Teil der Gebäude wird zur Büronutzung vermietet. So wurden durch die Bundesgartenschau nachhaltig etwa 1.ooo Arbeitsplätze geschaffen.

Der Nordstern-Park ist einer der Ankerpunkte auf der 4oo Kilometer langen 'Route der Industriekultur', die sich quer durchs Ruhrgebiet zieht und dabei sämtliche Attraktionen einschließt: Das ehemalige BuGa-Gelände wurde darüber hinaus in das European Garden Heritage Network [Eghn] aufgenommen. Diese Vereinigung aus staatlichen und privaten Organisationen hat in Frankreich, Großbritannien und Nordrhein-Westfalen Routen entwickelt, auf denen besonders sehenswerte Gartenanlagen zu besichtigen sind. Die Gelsenkirchener BuGa ist also auch in ihrer Nachnutzung noch eine wahre Attraktion.

[bearbeiten] Beispiel Gera und Ronneburg

Grundsätzlich dient jede bisherige Bundesgartenschau als positives Beispiel für die ökologisch nachhaltige und ökonomisch sinnvolle Nachnutzung: Auch bei der noch bis zum 14. Oktober 2007 laufenden BuGa in Gera und Ronneburg [Thüringen] wird das nicht anders sein. "Die Idee zur BuGa 2007 wurde geboren, um die Nachnutzung für Flächen des ehemaligen Tagebaus zu ermöglichen," erläutert die Landrätin des mit-veranstaltenden Landkreises Greiz, Martina Schweinsburg, und der Ministerpräsident des Freistaates Thüringen, Dieter Althaus, ergänzt: "An beiden Standorten ist Erstaunliches geleistet worden - eindrucksvolle Beiträge zum Aufbau Ost." Der Nutzen einer Bundesgartenschau ist also keineswegs auf die etwa sechsmonatige Veranstaltungsdauer beschränkt. Aus der Sicht der Stadtplaner ist eine BuGa eine Investition in die Zukunft.

[bearbeiten] Umsetzung

Spezielle Gestaltungselemente machen jede Bundesgartenschau zu etwas besonderem.
Spezielle Gestaltungselemente machen jede Bundesgartenschau zu etwas besonderem.

Sportliche ßereignisse erfordern eine sehr lange Vorbereitungszeit und viele Baumaßnahmen. Auch wenn für eine Bundesgartenschau [BuGa] keine olympischen Dörfer und Stadien gebaut werden müssen, so ist ihre Realisierung nicht minder aufwändig und umfangreich. In aller Regel haben die BuGa-Städte sieben bis zehn Jahre Zeit, um ihre Ideen und Konzepte zu verwirklichen. Die entsprechenden Baumaßnahmen können der Bevölkerung gelegentlich etwas Geduld und Nachsicht abverlangen. Zumeist aber haben die Einwohner der BuGa-Städte Verständnis dafür, dass die nachhaltige Verschönerung und Entwicklung ihrer Stadt eben nicht über Nacht möglich ist. Manche Vorbereitungen für eine BuGa werden von der Öffentlichkeit hingegen kaum wahrgenommen, und wiederum andere Bauarbeiten bringt ein Großteil der Bevölkerung gar nicht in direkte Verbindung mit dem nahenden gärtnerischen Großereignis in ihrer Stadt.

[bearbeiten] Bestandteil Hallenschau

Die Besucherzahlen der bisher veranstalteten 28 Bundesgartenschauen zeigen deutlich, dass es ein anhaltend hohes Interesse an Blumen und Pflanzen gibt: Durchschnittlich drei Millionen Besucher wollen die farbenfrohen Blütenmeere und die gestalteten Landschaften einer BuGa sehen. Für die grüne Branche ist eine BuGa zugleich auch eine Art Leistungsschau, denn ihre Betriebe haben hier die Möglichkeit ihre Arbeit einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Besonders in den zahlreichen Hallen- und Freilandschauen beeindrucken Gartenbaubetriebe, Innenraumbegrüner, Baumschulen, Landschafts- und Friedhofsgärtner, Floristen und andere gärtnerische Betriebe die Besucher mit innovativen Kreationen, neuen Sorten und höchster Produktqualität.

Die Hallenschauen sind ein fester und wichtiger Bestandteil jeder BuGa: Eine BuGa bietet rund 22 verschiedene Hallenschauen, deren Themen von den jeweils zuständigen Fachverbänden in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesgartenschaugesellschaft [DBG] gestaltet werden. Hallenschauen finden während der gesamten Laufzeit einer BuGa statt, meist im Wechsel für die Dauer von jeweils etwa einer Woche. Das große Interesse vieler Betriebe an einer Beteiligung bei den Schauen dokumentiert die Innovationskraft und die Wettbewerbsfähigkeit der grünen Branche.

Je nach Thema stellen sich bis zu 5o Betriebe den kritischen Augen der Preisrichter mit ihrer Arbeit vor und hoffen natürlich auf eine der begehrten Auszeichnungen: Die zu vergebenden Auszeichnungen sind die Medaillen des Zentralverbands Gartenbau [ZVG] in Gold, Silber und Bronze sowie die Große Goldmedaille des ZVG. Darüber hinaus werden Ehrenpreise der Länder, Kammern und Verbände verliehen. Auf der Schlussveranstaltung werden dann noch die Ehrenpreise des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vergeben.

[bearbeiten] Teilnehmerkommentar: Höfer

Ein Teilnehmer, der von der Jury bereits mehrfach ausgezeichnet wurde, ist Willi Höfer mit seiner Hydrogärtnerei Höfer aus Eislingen: Höfer, der zugleich Vorsitzender des Fachverbands Raumbegrünung und Hydrokultur [FvRH] ist, weiß gar nicht mehr genau wie oft er schon an einer Hallenschau teilgenommen hat. "Mindestens zwanzig Mal, aber wahrscheinlich viel öfter. Auch wenn meine Motivation nie eine eventuelle Auszeichnung war, habe ich mich doch immer über jeden Preis sehr gefreut", erinnert sich Willi Höfer - und Auszeichnungen hat er wirklich reichlich erhalten: Bronze, Silber, Gold, Großes Gold und Ehrenpreise.

Seine Erfahrungen als vielfach preisgekrönter Aussteller und FvRH-Vorsitzender hat Höfer auf der aktuellen BuGa in Gera und Ronneburg einbringen können: In den ersten beiden Juniwochen präsentierten zahlreiche Fachbetriebe Ihre Ideen und Kreationen rund um Hydrokultur und Raumbegrünung in der vom FvRH mitorganisierten Hallenschau zum Thema 'Wohn[t]räume'. "Die Innenraumbegrünung", so Willi Höfer, "vermittelt auf emotionaler, physikalischer, psychologischer und funktionaler Ebene sehr viele positive Aspekte für die attraktive Gestaltung des Lebens- und Arbeitsumfelds des Menschen." Die innovative und kreative Umsetzung des vorgegebenen Themas durch die einzelnen Betriebe überzeugte nicht nur den FvRH-Vorsitzenden und die Besucher, sondern auch die Jury.

[bearbeiten] Teilnehmerkommentar: Kremkau

Für sein Sortiment von Schaupflanzen verschiedener Art unter dem Motto 'Kaffee-pause mit südamerikanischem Flair' wurde Lutz-Peter Kremkau mit einer Goldme-daille ausgezeichnet: Weiterhin wurde er mit der Preismünze der LWK Niedersachsen für beispielhafte und ideenreiche Pflanzenanwendung im privaten Wohnbereich geehrt. Für den mittelständischen Raumbegrüner aus dem norddeutschen Ort Holle war dies bereits die zweite erfolgreiche Hallenschau. Auf der IGA 2003 in Rostock erhielt er schon die Goldmedaille für seine Umsetzung des Mottos 'Lasst rote Rosen regnen'.

Wie jeder Preisträger ist Lutz-Peter Kremkau natürlich stolz darauf, dass seine Arbeit solchen Erfolg zeigt: Im Grunde haben diese Auszeichnungen auch für ihn eher ideellen Wert, allerdings brachte ihm sein jüngster Erfolg auf der BuGa in Gera und Ronneburg einen zusätzlichen finanziellen Nutzen. "Einige Tage nach der Veröffentlichung in unserer Tageszeitung" erzählt Kremkau "rief mich eine Berufsschule an, die wir nun begrünen dürfen. Der Schulleiter sagte seiner Sekretärin, sie solle jetzt mal den Kremkau anrufen - der sei schon wieder in der Zeitung!" Gute Leistungen sind eben auch in der grünen Branche noch immer die beste Empfehlung.

[bearbeiten] Motivation für die Teilnahme

Der Leistungsgedanke steht für die an einer Hallenschau teilnehmenden Betriebe eindeutig im Vordergrund: Dabei ist der Blick aber nicht nur auf die eigene Leistungsfähigkeit gerichtet, sondern auf die der gesamten Branche. Willi Höfer ist überzeugt: "Die Hallenschauen einer BuGa bieten den Gärtnern die Plattform, individuell ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen und damit für unseren gesamten Berufsstand zu werben." Ähnlich sieht es auch Lutz-Peter Kremkau: "Eine BuGa-Hallenschau ist eine gute Gelegenheit, den Besuchern ausgewählte Pflanzenthemen mit eventuell sogar seltenen Exponaten vorzustellen und dabei zu präsentieren, welche Leistungen unsere Branche bietet." Für Höfer und Kremkau ergibt sich daraus auch die Motivation, immer wieder mit dabei zu sein: Beide wollen durch ihre Beteiligung an den Hallenschauen ihren Beitrag dazu leisten, ihren Berufsstand in seiner Gesamtheit möglichst stark und umfassend zu präsentieren.

Goldmedaillengewinner Kremkau bringt es auf den Punkt: "Die Innenraumbegrünung ist als eigene Fachsparte im Gartenbau eher klein, und gerade deswegen wollen wir hier klotzen und nicht kleckern." So viel Motivation, Stolz und Leidenschaft für den Beruf und den Berufsstand verheißt viel Positives: Die Innenraumbegrüner sind in Bewegung und entwickeln sich ständig weiter. Sie sind innovativ, immer auf der Suche nach neuen Ideen. Soviel Selbstbewusstsein und Freude am Beruf macht neugierig auf die nächsten Hallenschauen im Rahmen der BuGa 2009 in Schwerin, 2011 in Koblenz und 2013 in Hamburg. Die DBG ist ihrer Zeit weit voraus und plant schon Hallenschauen lange bevor die nächste BuGa eröffnet ist.

[bearbeiten] Auszeichnungen

Auf den zahlreichen Leistungsschauen und Wettbewerben einer BuGa sind verschiedenste Gartenbaubetriebe, wie zum Beispiel Innenraumbegrüner, Baumschulen, Landschafts- und Friedhofsgärtner und Floristen, zahlreich vertreten und stellen sich den gärtnerischen Wettbewerben. Die zu vergebenden Auszeichnungen sind die Medaillen des Zentralverbands Gartenbau [ZVG] in Gold, Silber und Bronze sowie die Große Goldmedaille des ZVG: Darüber hinaus werden Ehrenpreise der Länder, Kammern und Verbände verliehen. Auf der Schlussveranstaltung werden dann für die besten Gesamtleistungen die Ehrenpreise des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vergeben.

Für die Beteiligung an einem BuGa-Wettbwerb oder einer Leistungsschau ist keineswegs die Betriebsgröße entscheidend, sondern Enthusiasmus für die beruflichen Herausforderungen und Begeisterung für die Arbeit mit Pflanzen. Die Teilnahme an den Wettbewerben ist für viele in zweifacher Hinsicht interessant: Einerseits ist es eine gute Gelegenheit, sich seinen Kunden zu präsentieren, und andererseits schafft es wichtige Kontakte mit den Kollegen aus ganz Deutschland und den Niederlanden - besonders dann, wenn man eine Medaille erhalten hat. Im Kollegenkreis wird man gleich ernster genommen, wenn man auf einer BuGa ausgezeichnet wurde.

Direkte finanzielle Vorteile durch die erfolgreiche Teilnahme auf einer Bundesgartenschau sind meistens nicht zu erkennen: Die fachliche Anerkennung und die Bestätigung, zu den Besten der Branche zu gehören, sind aber befriedigender und wichtiger.

[bearbeiten] Bürgerengagement

Bevor eine Stadt ihre Bewerbung für eine Bundesgartenschau [BuGa] bei der Deutschen Bundesgartenschaugesellschaft [DBG] in Bonn einreicht, sind oft viele Diskussionen in den politischen Gremien der kommunalen Verwaltung geführt worden: Für und Wider wurden gegeneinander abgewogen, die Kosten gegen die stadtplanerischen Verbesserungen aufgerechnet und die möglichen Beeinträchtigungen während der Bauzeit gegen den nachhaltig positiven Effekt für die Bevölkerung berücksichtigt. Kommt es dann zur Entscheidung pro BuGa, bedeutet das aber noch lange nicht, dass das 'Projekt Bundesgartenschau' auch von Anfang an von der Bevölkerung mitgetragen wird.

Zumeist sind es die Kosten oder auch die zu erwartenden BuGa-Baustellen, die eventuell einige vorübergehende Einschränkungen für den innerstädtischen Verkehr mit sich bringen können, die zu einer ablehnenden Haltung in der Bevölkerung führen: Wie so oft im Leben sind auch hier Ablehnung und Skepsis häufig in fehlender Information begründet. In aller Regel ändert sich das anfängliche Contra recht schnell in ein überzeugtes Pro, wenn die Menschen in der Stadt die Vorteile der BuGa kennen.

Neben den Menschen, die ihren Enthusiasmus für die BuGa, die Natur und ein begrüntes Lebensumfeld in zahlreichen Vereinen zum Wohl der Allgemeinheit einbringen, gibt es auch noch BuGa-Fans, die ihre Begeisterung für die erfolgreichen Gartenschauen ganz anders ausleben: Ein bei Sammlern sehr beliebtes Objekt sind zum Beispiel die BuGa-Pins. Diese Anstecknadeln mit den Logos der jeweiligen Bundesgartenschauen werden unter anderem bei ebay versteigert. Andere wiederum pflegen ihre kreative Ader und stellen Fotos oder Videos ihrer BuGa-Besuche ins Internet. Die Webseiten der Videoportale You Tube, Clipfish oder auch My Video sind voller Beispiele des filmischen Schaffens einiger BuGa-Fans. So vielfältig wie jede Bundesgartenschau ist, so vielgestaltig ist auch das Engagement und die Begeisterung der Menschen für dieses gärtnerische Großereignis. Doch eines haben sie alle dennoch gemeinsam: Das starke Interesse nach positiver Veränderung ihres Lebensraums, nach Grün und Natur in ihrer Stadt - und das geht nun mal am besten und nachhaltigsten mit einer BuGa.

[bearbeiten] Gelsenkirchen 1997

In aller Regel ändert sich das anfängliche Contra recht schnell in ein überzeugtes Pro, wenn die Menschen in der Stadt die Vorteile der BuGa kennen. So war es zum Beispiel auch im Vorfeld der BuGa 1997 in Gelsenkirchen. Besonders die Bewohner des Ortsteils Horst hatten zunächst skeptisch auf die Ankündigung der Stadt reagiert, eine BuGa ausrichten zu wollen.

Der Niedergang der Zeche Nordstern, auf deren Gelände die BuGa stattfinden sollte, machte den Menschen noch zu schaffen und kaum jemand konnte sich vorstellen, wie aus dem alten Zechengelände ein Park werden sollte: Spätestens als die Bauarbeiten für die BuGa begannen und die Menschen sahen, wie sich ihr Ortsteil nach und nach positiv veränderte, wurde es zu 'ihrer' BuGa. Die Einwohner von Gelsenkirchen-Horst waren schließlich so begeistert von ihrer Bundesgartenschau, dass der geplante teilweise Rückbau nach dem Ende der Gartenschau ein Stimmungstief auslöste. Die Begeisterung und Wertschätzung für den Nordsternpark zeigt sich noch heute besonders an Wochenenden. Dann wird das ehemalige BuGa-Gelände für Fahrradtouren, Picknicks oder einfach nur als die größte Sonnenbank Gelsenkirchens genutzt.

[bearbeiten] Schwerin 2009

Wenn die BuGa-Euphorie die Menschen erst einmal gepackt hat, gibt es für einige kein Halten mehr: Jüngstes Beispiel ist der Schweriner Taxifahrer Olaf Stumpp. Der Hobbymusiker und -komponist ist von der Bundesgartenschau 2009 in seiner Stadt so begeistert, dass er ein Lied geschrieben hat: "BuGa. Ja!" - Zu einer eingängigen Melodie lobt er die Schönheiten der Stadt - vom Schloss über die Seen bis zu den Wäldern - und kommt schließlich zum BuGa-Motto 'Sieben Gärten mittendrin'.

Bereits seit 1998 sind 33 andere Schweriner absolute BuGa-Fans: Gemeinsam haben sie damals einen 'Verein zur Förderung der gemeinnützigen Zwecke der BuGa 2009' gegründet und sich als erste Aufgabe vorgenommen, die Entscheidungsträger der Stadt von einer BuGa-Bewerbung zu überzeugen. Nachdem diese Herausforderung erfolgreich gemeistert wurde, entwickelte sich der Förderverein zu einem hilfreichen Unterstützer in der Planungs- und Realisierungsphase. So haben sich diese engagierten Bürger beispielsweise eingebracht, um Partner für die Gartenschau zu finden und um die Finanzierung zu sichern. "Heute", erläutert der Vorsitzende des Fördervereins, Ulrich Kempf, "verstehen wir unsere Hauptaufgabe darin, den Bürgern, Vereinen und Unternehmen, die sich aktiv in die BuGa einbringen wollen, eine Plattform zu geben, zu beraten und zu informieren."

[bearbeiten] Gera und Ronneburg 2007

Manchmal ist auch erst das offizielle Ende einer BuGa der Startschuss für intensives Bürgerengagement: Nach der Bundesgartenschau 2007 in Gera und Ronneburg hat sich dort der 'Verein zur nachhaltigen Förderung der Idee der Bundesgartenschau in Gera - Ronneburg 2007' gegründet. Laut Satzung dieses eingetragenen, und damit gemeinnützigen, Vereins ist das Ziel, "das öffentliche Anliegen der Bundesgartenschau, die Pflege von Landschaft, Stadtlandschaft und Naturschutz in der Region Gera zu fördern, um dadurch nachhaltig der Idee der Bundesgartenschau zum vollen Erfolg zu verhelfen". Damit unterstützen die Vereinsmitglieder geradezu perfekt den Nachhaltigkeitseffekt, den jede BuGa zu einem wichtigen Element für die Stadtplanung macht. In diesem Jahr hat sich der Verein unter anderem um die Begrünung der Blumenkübel und -kästen auf und an den Brücken des ehemaligen BuGa-Geländes gekümmert.

[bearbeiten] Köln 1957 und 1971

Das Beispiel der Bundesgartenschauen 1957 und 1971 in Köln zeigt, dass gezieltes Bürgerengagement eine Menge bewegen kann: Der Rheinpark Köln war der Schauplatz der beiden BuGas in der Domstadt. Nach der zweiten Gartenschau verfiel der Park zusehends. Knappe Budgets veranlassten die Stadt, ehemalige Schmuckflächen in pflegeleichte Flächen umzuwandeln, Spielgeräte abzubauen und die während der beiden Gartenschauen entstandenen Gebäude, wie zum Beispiel das Park-Cafe, nicht mehr zu nutzen. Anfang 2000 machte der Rheinische Verein für Denkmalpflege e.V. öffentlich auf den schlechten Zustand des Rheinparks aufmerksam und überzeugte den jetzigen Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma, die Wiederherstellung des ehemaligen BuGa-Geländes in sein Wahlprogramm aufzunehmen. In den folgenden Jahren wurde der Rheinpark mit so großem Erfolg saniert und restauriert, dass er dafür mehrfach als schönster Park Deutschlands prämiert wurde. Zuletzt wurde der Rheinpark im November 2007 mit dem 'Ehrenpreis für hervorragende nachhaltige Parknutzung' durch die DBG ausgezeichnet.

[bearbeiten] Buga-Fans

Ein bei Sammlern sehr beliebtes Objekt sind die BuGa-Pins: Diese Anstecknadeln mit den Logos der jeweiligen Bundesgartenschauen können bei verschiedenen Internetversteigerungen 'geschossen' werden, um dann eine Sammlung zu komplettieren. Andere haben ihre Sammelleidenschaft auf BuGa-Kataloge und -Bücher spezialisiert. Auch dazu hält das Internet eine breite Auswahl bereit. Allein im Online-Informationszentrum des Fraunhofer-Instituts sind 14o Publikationen rund um das Thema Bundesgartenschau gelistet. Darunter auch eine Dissertation zu den beiden Bundesgartenschauen im Kölner Rheinpark.

So vielfältig wie jede Bundesgartenschau selbst ist, so facettenreich ist auch die Begeisterung mancher Menschen für dieses gärtnerische Großereignis: Während sich einige auf das Sammeln von BuGa-Souvenirs verlegt haben, pflegen andere wiederum ihre kreative Ader. Für Hobbyfotografen und private Videofilmer ist jede Bundesgartenschau ein sehr lohnendes Motiv. Dementsprechend groß ist die Auswahl an privaten BuGa-Fotos und -Videos im World Wide Web. Das Videoportale YouTube etwa ist voller Beispiele des filmischen Schaffens einiger BuGa-Fans. Dort finden sich nicht nur Filme über Besuche einer Bundesgartenschau: Manche 'Filmemacher' haben sich auch bewogen gefühlt, einen eigenen Werbespot für die BuGa in ihrer Stadt zu entwickeln und - mit mehr oder weniger Aufwand - videotechnisch zu realisieren.

Die eher musikalisch begabten BuGa-Freunde setzen ihre Begeisterung für die Gartenschau in der Komposition eigener BuGa-Lieder oder dem Umtexten bekannter Songs um: Aktuelles Beispiel ist der Schweriner Taxifahrer Olaf Stumpp. Der Hobbymusiker und -komponist ist von der Bundesgartenschau 2009 in seiner Stadt so begeistert, dass er das Lied 'BuGa. Ja!' geschrieben hat. Mit seiner Komposition ist er übrigens in guter Gesellschaft: Schon Heino hatte einst mit seiner Single 'Blühendes Land - BuGa-Lied '97' die Bundesgartenschau in Gelsenkirchen besungen.

[bearbeiten] Weblinks

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