Clematis
Elegant, zart, anschmiegsam: mit diesen Charakterisierungen gilt die Clematis als die Fee unter den Gartenpflanzen. Mit ihren Blütenwolken, sei es aus großen Sternen oder aus zierlichen Glöckchen, zählt sie seit langem zu den Lieblingspflanzen in unseren Gärten. Pergolen und Rankgerüste verschwinden unter ihren Trieben. Sie umspielen Mauern und Zäune, ranken in Rosen hinein und verhelfen den im Frühling blühenden Gehölzen zu einer 'zweiten Blüte': Zart und erstaunlich zäh zugleich klammern sich Clematistriebe an bleistiftdicken Drähten, Stahlseilen, Bambusstangen, Metallstäben oder Rosenzweigen fest.
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Beschreibung
Clematis beeindrucken durch die prächtigen, sich in unvergleichlicher Fülle zeigenden, oft angenehm duftenden Blüten: Im Winter schmücken meist auffallende Früchte mit silbrig-seidenen Haarschweifen.
Im Handel zu finden sind verschiedene Sorten der großblumigen Clematis-Hybriden, deren Blüten je nach Sorte Durchmesser bis zu 15 cm erreichen können, sowie mitteleuropäische und ostasiatische Wildarten. Letztere haben zwar zierlichere Blüten, sind aber dafür robuster und weniger anfällig gegenüber der so genannten Clematis-Welke. Die Größen-, Formen- und Farbenvielfalt der Blüten bietet das Richtige für jeden Geschmack: es gibt Hybriden und Wildformen in Weiß, verschiedenen Rosa- und Rottönen, sowie aus dem Spektrum von hellblau bis blauviolett. Die Blüten der Wildart C. tangutica leuchten wie kleine Lampions in kräftigem Gelb.
Formen und Blütezeit
Die Formen [von glockenförmig bis flach ausgebreitet] variieren ebenso wie die Anzahl der Blütenblätter: Auch bei der Blütezeit kann ausgewählt werden, und zwar zwischen Frühjahrsblühern mit der Hauptblüte im April und Mai, sowie den Sommerblühern, deren Blüte je nach Art oder Sorte im Juni bis August beginnt.
Clematis-Hybriden werden je nach Sorte 2 bis 5 Meter hoch: Bei den Wildformen gibt es große Unterschiede. Sie erreichen je nach Art 2 [C. alpina] bis 12 Meter [C. vitalba]! Je nach Wuchsstärke lassen sich große und kleine Lauben, Pergolen, Zäune und Wände mit Clematis verschönern, wobei die Hybriden besonders schön wirken, wenn sie nur punktuell eingesetzt werden. Die Wildformen eignen sich dagegen auch gut zur flächigen Begrünung. Ein regelrechtes 'Highlight' im Garten entsteht, wenn man eine hellblütige Wildform an einem Gehölz in tiefem Grün [zum Beispiel Eibe, Wacholderarten] hinaufklettern lässt.
Wunderschöne Blickfänge bilden Clematis außerdem mit farblich passenden Kletterrosen: Beide haben ähnliche Standort- und Pflegeansprüche und lassen sich daher gut kombinieren. - Die schwachwachsenden Clematistypen [beim Kauf auf die Wuchshöhe achten] können in einem ausreichend großen Gefäß gut auf Balkon und Terrasse gezogen werden.
Pflanzung
Standort
Gleichfalls eine Erinnerung an das Leben ihrer wilden Vorfahren ist die Vorliebe der Clematis für den 'kühlen Fuß': Am Waldrand, im Schatten der Bäume und Sträucher, herrscht feuchte Kühle. Clematis wachsen am besten an halbschattigen Standorten, wobei C. viticella, C. texensis und C. macropetala sich auch an vollsonnigen Standorten sehr gut entwickeln. Für Standorte im lichten Schatten eignet sich gut die Alpen-Waldrebe [C. alpina], auch die Berg-Waldrebe [C. montana] und die Rosa Anemonen Waldrebe [C. montana var. rubens] wachsen und blühen hier zufriedenstellend.
Erst mit zunehmender Höhe erkämpfen sich die Waldrebentriebe ihren Platz an der Sonne. Kein Wunder, dass es Clematis als Solitärpflanze an einer stark besonnten Wand oder gar im völlig aufgeheizten Kübel nicht sonderlich behagt. Der Boden sollte nährstoffreich sein und vor allem durchlässig: Staunässe wird keinesfalls vertragen, der Boden des Pflanzloches sollte mit einer Drainageschicht [zum Beispiel aus Kies] versehen werden.
Ihre natürliche Schönheit entfalten Clematis, wenn sie in Bäume und Sträucher wachsen können. Ein paar niedrige Stauden eignen sich hervorragend als Unterpflanzung, ebenfalls eine Strauchrose, mit der die Clematisblüten zauberhaft harmonieren, oder ein Saum von Sommerblumen und schon ist das Problem gelöst.
Sie verwandeln selbst unansehnlich gewordene Immergrüne in blühende Skulpturen. Allerdings ist das Anwachsen unter den Gehölzen heikel. Trockenheit, die Wurzelkonkurrenz der Gehölze und der Schirmschatten der Bäume erfordern Geduld und Aufmerksamkeit des Gartenbesitzers. Will man den Wurzelbereich durch kleine Sträucher schützen, pflanzt man die Clematis und ihre Begleiter am Besten gleichzeitig, da die Clematis auf nachträgliches Bearbeiten oder Verdichten des Wurzelbereiches oft empfindlich reagiert. Für große Gehölze eignen sich Sorten aus der Clematis-montana-Gruppe.
Pflanzzeit
Die beste Pflanzzeit für Clematis ist von August bis Oktober: Da Clematis bei Temperaturen zwischen 14 und 18 Grad Celsius im Herbst noch viele Wurzeln bilden, können die schönen Kletterer gut gewappnet den Winter überstehen. Sie lieben tiefgründigen, lockeren Boden. Das Pflanzloch wird so vorbereitet, dass die Pflanze tief in den Boden eindringen kann. Sehr schwere, lehmige Böden werden mit Sand und Kies durchlässiger. Staunässe vertragen die schönen Kletterer nicht. Ansonsten kommen sie mit vielen Bodenarten zurecht.
Pflanztiefe
Was bei den meisten Pflanzen absolut tabu ist, macht Clematis stark: Sie werden ein Augen- oder Blattpaar tiefer gepflanzt als sie vorher im Container wuchsen. Im deutschen Namen Waldrebe steckt die Erklärung dafür: Am natürlichen Standort, dem Waldrand, häuft sich alljährlich Herbstlaub rund um die Pflanze. Zersetzt liefert es wunderbare Nährstoffe. Um diese für sich zu nutzen, kann die Clematis aus dem frisch überdeckten Stängel Wurzeln treiben. Im Garten wird diese Situation durch das Tieferpflanzen simuliert: Die Pflanze verankert sich schneller und treibt kräftiger aus.
Die unteren zwei bis drei Augenpaare sollten mit Erde bedeckt sein. Bei einer oberirdischen Schädigung können sie aus diesen Augen wieder austreiben. Ausnahmen bilden die frühjahrsblühenden Arten Clematis alpina und C. montana und die gelb blühende C. tangutica. Sie sind nässeempfindlich. Eine leicht erhöhte Pflanzung beugt Pilzerkrankungen vor. Einen mit Rindenmulch abgedeckten Boden lieben alle Arten. Empfindlichere Vertreter der schönen Kletterer bekommen einen Kragen aus größeren Topf- und Tonscherben. Diese Maßnahme schützt die aus dem Erdreich kommenden Triebe vor Welke fördernden Verletzungen und Wind.
Pflege
Beim Schnitt ist unbedingt zwischen den Frühjahrs- und den Sommerblühern zu unterscheiden: Die Frühjahrsblüher sollten, wenn überhaupt, nach der Blüte durch leichtes Einkürzen nur in Form gebracht werden. Die Sommerblüher [egal ob Hybriden oder Wildformen] dagegen müssen im Februar/März stark zurückgenommen werden, und zwar auf kräftige Knospen in etwa 3o bis 4o cm Höhe, damit sich viele neue Triebe bilden. Nur so bekommt man wirklichen Blütenreichtum.
Aufwändig wird der Schnitt, wenn Frühjahrs- und Sommerblüher miteinander kombiniert werden und ein unübersichtliches Gewirr aus Zweigen bilden. Hier die richtigen Triebe zum Schneiden herauszufinden, gelingt nicht ohne weiteres. Daher sollte man auf solche Kombinationen besser verzichten.
Schaderreger
Die Clematis ist zwar auf Grund ihrer Schönheit sehr beliebt, aber sie ist anfällig für Schädlinge und besonders durch die Clematiswelke bedroht.