Ehrenpreis

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Veronica chamaedrys

Stauden sind beliebte Dauergäste im Garten, denn sie treiben in jedem Frühjahr aufs Neue aus und werden von Jahr zu Jahr immer kräftiger und üppiger: Zu ihnen gehört auch der Ehrenpreis [Veronica], die Staude des Jahres 2007, der mit mehreren Arten das Sortiment der Beetstauden in der warmen Jahreszeit bereichert. Typisch für den Ehrenpreis ist sein straff aufrechter Wuchs und seine strukturbildende Wirkung im Beet.

Inhaltsverzeichnis

Blütezeit

Von Mai bis Juli blühen die Sorten des Großen Ehrenpreises [Veronica teucrium], die mit ihren 25 bis 50 cm hohen, blauen Blütenstängeln in der sonnigen bis halbschattigen Staudenrabatte gedeihen: Ab Juli folgt der Ährige Ehrenpreis [Veronica spicata] im Staudenbeet und blüht bis in den September in den schönsten Blau-, Rot- und Weißtönen. Diese Art erreicht eine Höhe von 20 bis 50 cm und gedeiht gut in trockenen, durchlässigen, sandig-humosen Böden in voller Sonne. Sowohl der Große als auch der Ährige Ehrenpreis sind sehr robust und gedeihen auch dann noch prächtig, wenn man als Gartenbesitzer nicht jeden Sonnentag zum Gießen kommt.

Ebenfalls von Juli bis September blüht der Langblatt-Ehrenpreis [Veronica longifolia] mit dicht besetzten, 25 cm langen Blütenständen: Insgesamt werden seine Stängel 40 bis 120 cm hoch. Neben vielen blau blühenden Sorten gibt es auch Langblatt-Ehrenpreise mit weißen oder rosafarbenen Blüten.

Pflege

Stützen

Hoch aufragende Stauden benötigen häufig eine Stütze, um Wind und Wetter unbeschadet zu überstehen: In einem dicht gepflanzten Beet stützen sich die Pflanzen in gleicher Höhe gegenseitig. Stehen voll erblühte Pflanzen aber allein im Beet und werden die Blüten durch Regen besonders schwer, können sie einknicken. Eine Staudenstütze verhindert dies.

Bewässerung

Wasser ist das A und O: Bitte achten Sie darauf, dass die Beetstauden als wahre Sonnenanbeter auch genügend Wasser bekommen. Besonders während Hitzeperioden trocknen sonnige Standorte sehr schnell aus und müssen regelmäßig gewässert werden. Es empfiehlt sich morgens oder von unten zu gießen: So können die Blätter im Laufe des Tages trocknen oder sie werden erst gar nicht nass, wodurch Pilzbefall vermieden wird.

Nochmalige Blüte

Nochmalige Blüte: Bereits verblühte Stauden blühen im Herbst ein zweites Mal, wenn die Stängel auf halber Höhe und Samenstände nach der ersten Blüte abgeschnitten wenden. Ausreichendes Gießen während des Sommers und eine Düngung geben den Pflanzen Kraft, um noch einmal kräftig durchzustarten. - Lücken schließen: Zeigen sich in Ihrem Staudenbeet kahle Stellen, können Sie sie mit blühenden Stauden aus dem Handel jederzeit bunt schließen.

Verschiedene Arten

Silberblatt-Ehrenpreis

Der Silberblatt-Ehrenpreis [Veronica spicata ssp.incana] wirkt durch sein silbergraues Laub auch ohne Blüten elegant, doch wenn sich von Juni bis Juli die ultramarinblauen Blütenkerzen über dem Teppich erheben, ist er eine wahre Augenweide. Der Große Ehrenpreis [Veronica teucrium] ist mit seinen 25 bis 40 cm hohen, kräftigen Blütenstängeln auch für die sonnige Staudenrabatte geeignet. 'Königsblau' und 'Kapitän' sind Sorten, die dunkel-enzianblau blühen, 'Shirley Blue' oder 'Gem' bestechen durch ihre hellblaue Färbung. Besonders schön strahlt ihr Blau, wenn sie gemeinsam mit gelben Blüten - wie zum Beispiel des Gemswurzes [Doronicum], der Nachtkerze [Oenothera] oder des Mädchenauges [Coreopsis] - im Beet stehen.

Niederliegender Ehrenpreis

Als zweite Art blüht von Mai bis Juni der Niederliegende Ehrenpreis [Veronica prostrata]: Dieser Ehrenpreis ist eine schöne, rasenbildende Art für Heide- und Steingärten, für trockene Böschungen und Hänge, die sie in voller Sonne und auf trockenem, etwas magerem, Boden schnell vollständig bedeckt. Seine Blütentriebe erreichen nur eine Höhe von 10 cm. Meist sind sie leuchtend blau, die Sorten 'Alba' und 'Rosea' bieten aber auch weiße und rosafarbene Blüten. Sehr gut harmoniert der Niederliegende Ehrenpreis mit anderen bodendeckenden, vor allem grau- und silberlaubigen Stauden wie Silberkamille [Anthemis] und Steinkraut [Lobularia maritima], jedoch auch mit Goldaster oder niedriger Schafgarbe. Hervorragend lässt er sich ferner mit niedrig wachsenden Zwiebelblumen kombinieren, die ebenfalls im Frühjahr in voller Blüte stehen.

Kandelaber-Ehrenpreis

Die größte Ehrenpreis-Art, die einen Ehrenplatz im Staudenbeet verdient, ist der Kandelaber-Ehrenpreis [Veronica virginica, neuerdings Veronicastrum virginicum]: Er bevorzugt einen feuchten Boden mit Sonne oder leichtem Schatten und kann unter guten Standortbedingungen bis zu 2 m hoch werden. Mit seinen vielen blauen Blüten ist er im August und im September eine wahre Augenweide in der Rabatte. Schön wirkt er auch neben großen Gräsern oder als Solitärstaude. Neben Blau warten einige Sorten wie 'Alba', 'Diana' sowie 'Rosea' und 'Rosenrot' auch mit Weiß oder Rosa als Blütenfarbe auf.

Steingarten Arten

Die polsterbildenden Arten des Ehrenpreises fühlen sich im trockenen Steingarten mit viel Sonne besonders wohl: Der circa 15 cm hohe Gestielte Ehrenpreis [Veronica peduncularis] - eine gut bodendeckende, lange blühende Pflanze - eröffnet dort ab Ende April mit großen enzianblauen Farbtupfen den Blütenreigen. Als schönste Sorten gelten 'Georgia Blue' und 'Big Blue'. Häufig überraschen diese Beiden im Herbst mit einer zweiten Blüte, was besonders harmonisch zu der kupferfarbenen Herbsttönung ihres wintergrünen Laubs aussieht.

Bachbunge und Enzian-Ehrenpreis

Die Bachbunge [Veronica beccabunga] bevorzugt Sumpf- und Uferbereiche, die die Verbindung zwischen der Wasserfläche und der feuchten Gewässerumgebung herstellen: Die Bachbunge ist ein Ehrenpreisgewächs und wird mancherorts auch Bach-Ehrenpreis genannt. Wie ihr Name verrät, ist sie in der Natur häufig an Wasserläufen zu finden, wächst aber auch in stehenden Gewässern. Da sie frisches Wasser braucht, ist ihr Vorkommen immer auch ein Zeichen für gute Wasserqualität. Sie fühlt sich in flachem, bis 10 cm tiefem Wasser auf schlammigem, nährstoffreichem Boden in sonniger bis halbschattiger Lage besonders wohl.

Die wintergrüne Staude blüht von Mai bis in den August mit hellblauen Blüten und wird zwischen 30 bis 60 cm hoch: Sie hat ovale, etwas fleischige, kräftiggrüne Blätter und passt gut zu anderen Uferpflanzen wie Sumpfvergissmeinnicht, Blutauge, Goldfelberich [Lysimachia punctata], Schachtelhalm [Equisetum] und Sumpfdotterblumen [Caltha palustris]. Aufgrund ihres relativ niedrigen Wuchses eignet sie sich auch als Vordergrund für höher wachsende Iris, Blutweiderich, Sumpffarn [Thelypteris], Rohrkolben [Typha] oder Zypergras [Cyperus].

Im Gegensatz zu den Steingarten-Arten bevorzugen Bachbunge [Veronica beccabunga] und Enzian-Ehrenpreis [Veronica gentianoides], die beide von Mai bis Juni blühen, nasse oder zumindest feuchte Böden: Der Enzian-Ehrenpreis bevorzugt gleichmäßig feuchte, aber gut durchlässige Böden, wie sie häufig in Teichnähe vorkommen. Er erreicht eine Höhe von bis zu 5o cm und hat glänzendgrüne Blattrosetten, die an die Blätter des Enzians erinnern. Auch im Vordergrund der Staudenrabatte gedeiht dieser Ehrenpreis sehr gut, wenn er ausreichend gewässert wird.

Sommer- und Spätsommer-Ehrenpreise

Die Sommer- und Spätsommer-Ehrenpreise machen aufgrund ihrer Größe als Solitärpflanzen im Beet eine gute Figur, doch gemeinsam mit weiteren Sommerbeetstauden oder großen Gräsern blüht es sich noch schöner: Je nach Blütezeit kann man bei der Gartengestaltung durch die Kombination miteinander harmonierender Farben wie zum Beispiel Orange-Gelb mit Violett-Blau oder mit Ton-in-Ton-Arrangements besondere Wirkung erzielen.

Die Spätsommer-Veronica wollen hoch hinaus: einige werden sogar über einen Meter hoch! Der Ährige Ehrenpreis [Veronica spicata] ist der kleinste unter ihnen. Wie Kerzen leuchten die Ähren - daher auch sein zweiter Name Kerzenveronica - mit einer Höhe von 20 bis 50 cm in den schönsten Blau, Rot- und Weißtönen.

Langblatt Ehrenpreis

Ebenfalls von Juli bis September blüht der stattliche Langblatt-Ehrenpreis [Veronica longifolia], der auf verzweigten Stängeln hohe Blütenähren mit kleinen, dichten Einzelblüten hat. Je nach Sorte erreichen sie eine Höhe von 90 cm. Die zwei bekanntesten Sorten, die schon vor über 50 Jahren von Karl Foerster gezüchtet wurden, sind 'Blauriesin' und 'Schneeriesin'. Beide werden ungefähr 8o cm hoch und blühen in tiefem Blau oder in strahlendem Weiß. Mit schönen Rosatönen erfreuen die Sorten 'Anna', 'Rosa Töne' und 'Pink Damask'. Besonders schön sehen die schlanken Ähren des Langblatt-Ehrenpreises in Kombination mit runden Blütenformen von zum Beispiel Staudenmargeriten, Goldgarbe oder Mädchenauge aus.

Geeignete Begleiter

Geeignete Begleiter für Veronica-Arten sind zum Beispiel die von Juni bis August hellblau, lila-blau oder rosa blühende Riesen-Glockenblume [Campanula lactiflora], das gelbe Mädchenauge [Coreopsis], das von Mai bis September knallige Kontraste ins Beet bringt, und die von Juli bis September violett und weiß blühende Prachtscharte [Liatris]. Von Juni bis ebenfalls in den September leuchtet die Sonnenbraut [Helenium] in kräftigen Rot-, Orange-, Kupfer- und Gelbtönen, während die Taglilie [Hemerocallis], je nach Sorte, zusätzlich zu diesen Farbtönen noch mit Rosa- und Violettschattierungen aufwartet. Ab August öffnet der Rote Sonnenhut [Rudbeckia] seinen rosaroten Blütenschirm, der sich bis weit in den September hinein hält.

Weitere herrliche Sonnenanbeter, die wie Veronica einen warmen Standort und frischen, durchlässigen, nährstoffreichen und humosen Boden lieben, sind die Kugeldistel [Echinops], die sich von Juni bis September mit blauen Blüten schmückt, oder die gelb-orange-rote Fackellilie [Kniphofia]. Ebenfalls bis in den September hinein blühen die Indianernessel [Monarda] in den Farben Weiß, Rosa, Rot und Violett und die gelbe Nachtkerze [Oenothera].

Schon im Mai öffnen sich die lavendelblauen Blüten der Katzenminze [Nepeta]. Von Juli bis sogar in den Oktober bringt die Prachtkerze [Gaura] mit weißen und rosaroten Blüten Farbe ins spätere Sommerbeet. Auch Rosen in ihren verschiedenen Farben sind geeignete Begleiter für Veronica. Wichtig ist, dass man Stauden und Rosen nicht gemischt ins Beet setzt, sondern in Gruppen nebeneinander pflanzt, da sie einen unterschiedlichen Nährstoffbedarf haben. Lässt man sie mit etwas Abstand wachsen, konkurrieren sie nicht und lassen sich besser individuell versorgen.

Weblinks

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