Gartengestaltung

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Ein perfekt gestalteter Garten kostet viel Zeit und Mühen.

Entspannung gefällig? Nichts leichter als das! Es gibt dafür einen Ort, zum Durchatmen wie geschaffen, dazu kunstvoll gestaltet. Ein Ort zum Ankommen und Verweilen und im besten Sinne naheliegend: der eigene Garten. Hier herrscht nicht die Hektik der schnelllebigen Zeit, sondern gelten die Gesetze der Jahreszeiten, der Knospe, Blüte und Reife. Der aufmerksame Gartenbesitzer begibt sich demütig in die Natur!

Mancherorts gerät mit den Jahren allerdings das einstmals mit eigenen Händen begeistert angelegte grüne Refugium völlig aus den Fugen und Wildwuchs macht sich breit: Jeder Garten strebt nach Wald, wenn man ihn sich selbst überlässt; schade auch, wenn es bei wenig ausgereiften Plänen bleibt und der Garten sehr lange einer Baustelle gleicht: alles andere als schön und weit davon entfernt, ein Ort der Entspannung zu sein.

Inhaltsverzeichnis

Gartenbau im Spätbarock und im alten Rom

Im 18. Jahrhundert philosophierte Herder: "Das Schöne der Natur allenthalben zu erhöhen, zu versammeln, wäre dies keine schöne Kunst, so gäbe es keine." Tatsächlich galt im Spätbarock der Gartenbau als bedeutendste Kunstgattung überhaupt. Dieser Stellenwert lässt sich auch daran erkennen, dass die berühmte Parkanlage Versailles in Frankreich noch vor dem königlichen Schloss fertig gestellt war!

Doch auch schon früher, im alten Rom, waren Gartenkünstler am Werk, um prächtige Gärten entstehen zu lassen. Schon damals schätzte man private Gärten als Rückzugsorte und als Zeichen persönlichen Reichtums. Beliebt waren Lorbeer, Myrthe und Efeu, wobei Wasserspiele und Steinfiguren nicht fehlen durften.

Kunst der Gartengestaltung

Die Kunst der Gartengestaltung liegt sowohl in der richtigen Wahl verschiedener Materialien als auch in der Konsequenz, mit der sie verwendet werden: Allen voran sind dies natürlich Pflanzen mit ihren verschiedenen Farben, Formen und Blütezeiten. Erst mit dem richtigen Gespür für Machbares und entsprechender Erfahrung wird der Garten zum kunstvollen Original. Einen Garten zu schaffen, der den Wünschen der Nutzer gerecht wird, der dem Boden und den lokalen klimatischen Gegebenheiten angepasst ist und ganzjährig etwas zu bieten hat, kann auch heute die Arbeit des Landschaftsgärtners sein. Mehr noch, der Garten kann größer wirken, als er ist, und die Gartenbesitzer dürfen sich mit Stolz über ihr Paradies freuen. Mit einem prächtigen Garten gibt es einen guten Grund, die Gäste nach draußen zu bitten: zu einer Vernissage der ganz besonderen Art.

Gärten

Es gibt zahlreiche Ansätze, den eigenen Garten zu planen, sei es nach einem Thema oder mehr nach praktischen Gesichtspunkten.

Offener und privater Garten

Offene Gärten sind für die Öffentlichkeit zugänglich. Oft gibt es dafür regelmäßige Öffnungszeiten und Führungen. Außerplanmäßige Besuche sind manchmal aber auch nach Absprache möglich. Privatgärten sind nicht für die Öffenlichkeit zugänglich. Manchmal zeigen sich Besitzer von Privatgärten dennoch bereit, ihr Schmuckstück auch Fremden zu zeigen.

Schrebergarten

Ein typischer Schrebergarten.

Studien haben ergeben, dass Grün beruhigt - eine Wohltat nach einem Stresstag bei 35 Grad: Kein Wunder also, dass immer mehr Menschen die Vorzüge eines Gartens entdecken. Stadtbewohner ohne Garten oder Balkon zieht es häufig vor die Tore der Stadt, wo Kleingartenparzellen zum Hobbygärtnern auf einigen Metern einladen. Dort kann der Traum vom kühlen Grün wahr werden, wenn man sich denn frühzeitig um einen Platz bemüht hat. Denn Schrebergärten sind heute alles andere als spießig - und freie Parzellen sind hoch begehrt.

Wer es dennoch geschafft hat, ein paar Quadratmeter Erde sein Eigen zu nennen, kann sich seine individuelle grüne Oase schaffen: Selbst auf engstem Raum entsteht zum Beispiel mit modernen Kleinstrauchrosen, die den ganzen Sommer über blühen, ein romantischer Rosengarten. Zu den Kleinstrauchrosen gruppiert man Stauden, wie zum Beispiel Storchschnabel, Katzenminze oder Lavendel, und Sommerblumen, die farblich harmonieren. Wenn der Platz für ein Rosenbeet fehlt, gedeihen die Rosen auch hervorragend im Kübel oder im Container.

Botanischer Garten und Versuchsgarten

Botanische Gärten dienen oft veranschaulichenden oder wissenschaftlichen Zwecken. Die Pflanzen sind dabei in der Regel nach ihrer Herkunft geordnet. Versuchsgärten dienen ebenfalls wissenschaftlichen Zwecken, aber vor allem zur Prüfung von Pflanzen. Die Pflanzen werden hier unter anderem auf Krankheitsanfälligkeit, Blüh- und Transportfähigkeit hin getestet.

Garten für Tiere und Kinder

Gärten Für Tiere sollten abwechslungsreich gestaltet sein. Reiche Blütenfülle bietet zum Beispiel Bienen Nahrung. Bäume, Hecken und Sträucher bieten Vögeln, Eichhörnchen und Igeln Nistgelegenheiten, Nahrung und Unterschlupf.

Gärten Für Kinder lassen sich hervorragend mit Hecken abgrenzen, falls man nicht auf den 'Garten für Erwachsene' verzichten möchte. Gestaltungselemente wie Kletterbäume, Weideniglus oder einfache Schlammpfützen sorgen bei Kindern für viel Spaß im Garten. Giftige Pflanzen sollten in einem solchen Garten vermieden werden.

Balkon- und Wintergarten

Wintergärten dienten ursprünglich dazu, die aus fernen Gefilden eingeführten exotischen Pflanzen überwintern zu lassen. Heutzutage finden immer mehr Wintergärten als helle, begrünte Glasanbauten Verwendung als Aufenthaltsraum oder repräsentativer Raum. Balkongärten werden gerne mit Pflanzen, die überhängenden Wuchs aufweisen, oder mit Kletterpflanzen gestaltet. Sogar ein Miniteich ist auf dem Balkon möglich.

Vorgarten

Frontansicht eines Hauses mit Vorgarten.

Das private grüne und blühende Paradies ist auch Visitenkarte, denn der Vorgarten ist der erste Eindruck, den ein Besucher oder ein vorbeigehender Spaziergänger bekommt. Vor allem aber freut sich der Gartenbesitzer selbst, denn sein Garten ist nicht langweilig, sondern präsentiert sich immer wieder in neuem Gewand. Auch auf kleinem Raum zeigen sich der Rhythmus der Jahreszeiten, die Entwicklung von Pflanzen und die vielfältigen Zusammenhänge der Natur. So kann ein und derselbe Garten die unterschiedlichsten Einblicke und sinnlichen Erfahrungen bieten.

Kleiner Garten

Das Paradies ist keine Frage der Größe: Auch auf kleiner Fläche kann eine grünende und blühende Insel für den Urlaub zwischendurch entstehen.

Wintergrüner Garten

Wintergrünen Stauden - wie zum Beispiel der Taubnessel - gibt Raureif reizvolle Konturen. Es lohnt sich, im Herbst nicht übereifrig alles Welke herunter zu schneiden: die dekorativen Samenstände von Stauden wie Astilben, Herbstsedum oder Silberblatt, viele Gräser oder niedrig wachsende Blattschönheiten wie zum Beispiel die Walzenwolfsmilch haben mit Eiskristallen überzuckert eine wunderschöne Silhouette und erinnern an feinste Handwerkskunst. Einige Stauden wie Bergenien, Stachelnüsschen oder Purpur-Günsel nehmen im Winter je nach Sorte eine rote bis rotbraune Blattfärbung an und bringen sonnige Gartenecken trotz Schnee zum Glühen.

Immergrüne Zwergmispeln setzen mit ihrem leuchtend roten Fruchtschmuck zusätzliche Farbtupfer in der Winterlandschaft. Ziersträucher wie Hartriegel-Gewächse bilden mit ihren roten Wintertrieben auffallende Akzente. Männliche Skimmien-Sorten schmücken den Garten mit attraktiven roten Knospen, während die weiblichen Pflanzen überaus lange Früchte tragen. An milderen Tagen entfalten sich die filigranen Blüten der Zaubernuss und der Christrosen und verbreiten einen Hauch von Frühlingsgefühlen.

Lebensbereiche

Die Lebensbereiche stellen einen stark vereinfachten schematischen Schnitt durch die natürliche Abfolge der Lebensbereiche der Pflanzen dar. Durch diese Vereinfachung ist es möglich, die Pflanzen in die Lebensbereich bzw. Lebensgemeinschaft einzuordnen beziehungsweise sie an ihren natürlichen oder ihrem Wuchscharakter entsprechenden Standort zu pflanzen.

Mit eigenen Ideen oder der Unterstützung von Experten kann auf jedem Grund und Boden ein prächtiges Paradies entstehen: Mit Fachkenntnis und Fingerspitzengefühl bringen Hobbygärtner und Landschaftsgärtner leuchtende Farben in den gesamten Garten - bis hin zur schattigsten Ecke.

Schattig

Dort haben zum Beispiel die Funkien] [Hosta] ihren großen Auftritt. Sie bringen mit ihren weißen, purpur- oder lavendelfarbenen Blüten Farbe an dunkle Plätze und blühen über einen langen Zeitraum, wenn man früh und spätblühende Sorten kombiniert. Auch ihre ovalen oder schmal-lanzettenförmigen Blätter sind eine Pracht. Ihre Färbungen reichen von Hellgrün über grünlich-goldene Nuancen bis hin zu Dunkelgrün mit gelbem oder weißem Rand.

Sonnig

Sonnige Plätze im Garten veredeln außerdem der leuchtend-rote Mohn [Papaver] und der charmante, natürlich und zerbrechlich wirkende Storchenschnabel [Geranium], von dem sich einige Sorten auch gut im Halbschatten machen:

Unterschiede

Was für ein Garten! Wichtig für diese Pracht ist die Erfüllung der Ansprüche jeder einzelnen Pflanze, denn auch in ihrer Welt gibt es Diven und robuste Naturen. Kurzum: Gesteht man jeder Pflanze ihre Launen zu, sind sie flexible Begleiter für Erholung und Geselligkeit - und sind der ganze Stolz des Besitzers!

Kombinationen

Die meisten Stauden sind - wie die Funkie - sehr gesellige Pflanzen, weshalb sie sich gut miteinander kombinieren lassen: Die kühle Frische vom blau blühenden Sommersalbei [Salvia nemorosa] wird Ton-in-Ton begleitet vom majestätisch emporragenden Rittersporn [Delphinium]. Erhalten beide nach der Hochblüte einen starken Rückschnitt, verlängert sich ihre Blütezeit sogar bis in den Herbst hinein. Den eindrucksvollen Blütenkerzen des Rittersporns stehen auch Rosen [Rosa] und Lavendel [Lavandula] gut zu Gesicht. Fehlt nur noch die duftende Katzenminze [Nepeta], deren unterschiedliche Blautöne einen tollen Kontrast zu den graugrünen Blättern bilden. Ideal für sie sind sonnige, nährstoffarme und gut wasserdurchlässige Standorte. Harmonisch fügt sich das Mädchenauge [Coreopsis] ein und trägt als echte Gute-Laune-Pflanze keck ihre fröhlich-gelben Sternblüten zur Schau.

Neuanlage eines Gartens

Für viele gilt er beim Traum vom eigenen Haus als letzter Schliff oder das Tüpfelchen auf dem I: der Garten! Wenn der Bauschutt, das Gerüst und die Spuren der Baumaschinen beseitigt sind, das Eigenheim bezogen und eingerichtet ist, fehlen jedoch oft das nötige Geld und auch der Elan, aus der Baustelle hinter dem Haus ein blühendes Gartenreich zu machen. Kein Problem! Die Neuanlage eines Gartens will jedoch gut geplant sein.

Weblinks

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