Gartenhäcksler

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Gartenhäcksler kriegen Äste und Gestrüpp klein.

Gartenhäcksler oder schlicht Häcksler, nach dem englischen Shredder auf Deutsch auch gern als Schredder bezeichnet, sind neben dem Rasenmäher das wichtigste Hilfsmittel für die Gartenarbeit: Sie machen aus großen, sperrigen Haufen von Gartenabfällen aller Art bestes Ausgangsmaterial für den Komposthaufen oder das Mulchen. Bei beiden Arten der Verwendung von Gartenabfällen verwandeln dann Kleinstlebewesen, Regenwürmer, Kellerasseln, Pilze und andere das Häckselgut in besten Humus.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Das Mulchen ist dabei eher eine Sonderform, die ruhig öfter angewandt werden sollte: Hierbei wird eine dünne Schicht Häckselgut oder Rasenschnitt (maximal 3 bis 5 cm) direkt auf Beeten oder Pflanzflächen locker aufgebracht. Die Schicht verhindert die Austrocknung des Bodens, bei zuviel Regen die Verschlämmung der feinen Bodenteilchen und ist Schutz und Nahrungsgrundlage für die Kleinstlebewesen. Auf Dauer wird so der Humusanteil im Boden erhöht, der damit die Bodengare verbessert, die wiederum für die Stabilität der Böden verantwortlich ist. Nützlicher Nebeneffekt der Bodenbedeckung ist der Rückgang an Ungräsern, die nur bedingt keimen. Solche bedeckten Böden lassen sich länger und leichter bearbeiten, speichern in Trockenzeiten das wichtige Wasser länger und sind Lebensgrundlage für eine viel artenreichere Fauna. Das Mulchen hat also sehr viele Vorteile.

Beim Kompostieren im Komposthaufen wird das Material ebenfalls in hochwertigen Humus umgewandelt: Bei richtigem Aufbau und Zusammensetzung des Kompostes laufen die Vorgänge bei höheren Temperaturen aber insgesamt schneller ab. Heraus kommt wieder idealer Humus, der schnell selbst gemacht ist und nichts kostet. Wir werden den Betrieb eines Komposthaufens deshalb einmal gesondert darstellen.

Entscheidende Kaufkriterien

Beim ersten Kauf eines Gartenhäckslers machen sich die meisten Nutzer wenig Gedanken über das Material, das zu zerkleinern ist: Das erst beste, meist billigste Angebot wird gekauft. Aststärken von 4o mm scheinen ausreichend zu sein, niemand denkt an weiche Materialien, Wurzeln oder sperriges Material. Und genau bei diesen Sonderfällen entscheidet sich die Qualität eines Gartenhäckslers. Denn es gibt fast keinen Garten, in dem im Laufe eines Jahres so etwas nicht anfallen würde. Darum sollte man die Wahl nicht nur vom Preis abhängig machen, sondern mittels der Kaufkriterien das richtige Gerät auswählen.


Das Problem aller Gartenhäcksler: Verstopfungen

Kleiner Häcksler

Etwas schwieriger zu lösen sind die Verstopfungen, unter denen Gartenhäcksler leiden: Dies ist oft auf falsche Beschickung durch den Bediener zurückzuführen, der zu schnell zu viel Material in den Trichter stopft. Oder es gelangen Materialien wie Steine in den Gartenhäcksler, die dem Schneidsystem im wahrsten Sinne des Wortes Bauchschmerzen bereiten.

Das Beseitigen von Verstopfungen ist sehr zeitaufwendig und ärgerlich: Wenn dann erst noch Spezialwerkzeug gesucht werden muss, um die Schneidwerkzeuge freizulegen, kommt schnell Frust auf, weil die Arbeit nicht vorangeht. Immer mehr Hersteller bauen deshalb 'Rückwärtsgänge' ein, die die Werkzeuge freilaufen lassen. Relativ neu ist die Idee, die vor- oder rückwärtige Laufrichtung zum Zerkleinern von unterschiedlichen Materialien zu verwenden.

Der Erfinder des Kegelkopfschneidwerkes hat die Vorteile der Elektronik gegen das Verstopfen genutzt: Dazu hat er eine 'intelligente' Technik entwickelt, die erkennt, wann die Drehzahl sinkt. Zuerst wird dann einmal kurzzeitig ein Mehrfaches an Strom aus dem Netz gezogen. Wenn das immer noch nicht reicht, und der Gartenhäcksler trotzdem stehen bleibt, lässt die Elektronik die Schneidwerkzeuge kurz rückwärts laufen und versucht dann selbsttätig einen neuen Anlauf nach vorne, bis sich das Ganze wieder rund dreht. So lassen sich ungewöhnlich starke Äste verarbeiten. Dabei ist der Gartenhäcksler noch leiser als andere.

Der Benutzer eines Gartenhäckslers entscheidet im übrigen mit der Art seiner Beschickung selbst am meisten über Erfolg: sprich ein schnelles und gutes Arbeitsergebnis, oder über den Misserfolg, sprich Verstopfung, und die damit zusammenhängende Arbeitsunterbrechung, Zeitverlust oder nur geringen Durchsatz.

Dazu ein Tipp: Die Drehzahl eines Häckslermotors ist ein guter Anhaltspunkt für eine bevorstehende Verstopfung. Beim Zuführen von Häckselmaterial fällt die Drehzahl immer ab, was sich in einer Veränderung des Arbeitsgeräusches äußert. Unter einem bestimmten Punkt stirbt dann der Motor schlagartig ab, der Gartenhäcksler ist verstopft. Mit ein wenig Übung lässt sich der entscheidende Punkt, an dem das Schneidsystem noch ohne Stillstand arbeiten kann, gut heraus hören. Verstopft das System trotzdem einmal, muss die zugeführte Menge reduziert werden. Und ist dies der Fall, arbeiten die meisten Gartenhäcksler im Rahmen ihrer Möglichkeiten ordentlich. Verstopft das Gerät dann doch noch immer, sollte ein anderes Zerkleinerungssystem in Erwägung gezogen werden.

Bei einfachen Häckslern wird Verstopfung damit begegnet, in dem die unteren Öffnungen möglichst groß gehalten werden. Unter den Schneidsystemen angeordnete Ab- und Ausräumer erfüllen die gleiche Aufgabe. Die nächste technische Lösung zur Zerkleinerung waren dann Gartenhäcksler mit eingebauten Hammerwerken: Hier schlagen pendelnd aufgehängte Flacheisen das Material kurz und klein und befördern es anschließend durch eine Art Grill, dessen Stababstand die Größe des gehäckselten Gutes bestimmt. Diese Geräte finden sich aber erst in höheren Preisklassen. Ihr Vorteil: Sie schlucken fast alles, selbst Kisten, Styropor oder Tontöpfe bereiten ihnen kein Kopfzerbrechen.

Sicherheit

Eine deutsche Behörde bemängelte, dass bei vielen Häckslern ein Eingreifen von unten mit der Hand möglich sei, und das bei laufendem Motor. Auf diesen Punkt hatte bis dahin niemand geachtet. Nur ein Hersteller erfüllte sofort die neuen Sicherheitsbestimmungen. Aber bewusst geschehen war das nicht. Was sollte nun mit den bereits produzierten bzw. beim Handel stehenden Geräten geschehen?

Eine hektische Zeit brach an, bis eine für alle Seiten befriedigende Lösung für ganz Europa im Juni 2003 in Kraft trat: Danach fallen Gartenhäcksler unter eine Europäische Norm, die sich eng an die Anforderungen der bereits geltenden Maschinenrichtlinie anlehnt. Und damit ist das Thema Sicherheit vorerst erledigt: Die neue Sicherheit bezieht sich insbesondere auf die Auslegung der Ein- und Ausschaltvorrichtungen, die Nullspannungsauslösung sowie auf die Gestaltung der Trichter. Eine weitere Sicherung ist die Länge der Trichter selbst, die so lang sind, dass ein Arm nicht ans Messer gelangt, oder die Zufuhröffnungen sind so klein, dass eine Hand nicht durchgreifen kann.

Transport

Ein immer wieder unterschätzter Punkt bei Häckslern ist ihre Transportfähigkeit: Hat das Gerät genügend große, leicht laufende, gut gelagerte Räder, und wie lässt es sich ziehen oder schieben? Muss der Gartenhäcksler in irgendeiner Form zum Einsatzort transportiert werden, und stört dabei der Einfülltrichter, bzw., wie lässt der sich schnell und sicher zusammenklappen? Wenn die Geräte noch schwerer werden, stellt sich die Frage nach einem ordentlichen Fahrgestell, vernünftigen Handgriffen und einer sinnvollen Gewichtsverteilung.

Messertausch

Selbst ein gut gepflegter und beschickter Gartenhäcksler kann einmal 'den Geist aufgeben': Dann sollte eigene Abhilfe möglich sein. Manche Hersteller bestücken ihre Geräte deshalb mit Werkzeugfächern, in denen die wichtigsten Werkzeuge aufbewahrt werden. Werkzeuglos zu öffnende Trichter sind deshalb eine echte Hilfe.

Am Anfang sind sie scharf, dann werden sie unscharf, und dann geht nichts mehr: Gemeint sind die Messer der Schneidsysteme. Muss dann noch der Gartenhäcksler wegen stumpfer Schneidwerkzeuge immer zur Werkstatt gebracht werden, oder die Messer ausgetauscht werden, kann dies ein echtes, zukünftiges Kostenproblem werden. Deshalb sollte dem Schneidsystem beim Kauf besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden: Wenn es einfach selbst zu tauschen ist, wenn es sich nachschleifen oder mehrere Messerseiten benutzt werden können, dann liegen die Vorteile auf Benutzerseite und bedeuten langfristig Kostenvorteile. Denn am allerbesten ist es natürlich, wenn der Gartenhäcksler nur zu den routinemäßigen Inspektionen oder bei Reparaturen in die Werkstatt muss.

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