Geschichte der Kübelpflanzen

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In größeren Wintergärten können Kübelpflanzen heutzutage ohne Schwierigkeiten überwintern.
In größeren Wintergärten können Kübelpflanzen heutzutage ohne Schwierigkeiten überwintern.

Die Geschichte der Kübelpflanzen reicht weit zurück. Schon in die Zeit des alten Ägyptens sollen Pflanzen in Kübeln gezogen worden sein. Seit dieser Zeit hält der Erfolgszug der Kübelpflanzen unvermindert an.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Ägypten

Niemand weiß, wer als erster auf die Idee gekommen ist, Pflanzen in Töpfe und Kübel zu setzen und mobil zu machen. Aber vor mehr als 4.ooo Jahren sollen in Ägypten schon Pflanzen in Tontöpfen zu kultischen Zwecken und auch schon zur Dekoration verwendet worden sein. Die 32 Weihrauchbäume, die die ägyptische Königin Hatschepsut 1.5oo Jahre vor Christus in die Gärten des Tempels Deir-el-Bakhari pflanzte, waren bereits als Kübelpflanzen auf die Reise gegangen.

Wandmalereien geben ein Bild von dieser gärtnerischen Glanzleistung: Im Geheimnis umwobenen Land Punt, das im heutigen Somalia vermutet wird, wurden die Bäume samt sie umgebendem Erdreich ausgegraben, in Kübeln zu den Nilschiffen gebracht und den Strom hinab transportiert. Als stolze Bäume wuchsen sie schließlich im Tempelgarten, wo sich in ihrem Schatten die Opfergaben für den Gott Amon stapelten.

[bearbeiten] Griechenland und Rom

Die gelungene Umsiedlung beweist: Die alten Ägypter beherrschten die Technik, Bäume in Kübeln über einen gewissen Zeitraum lebendig zu erhalten. Von Homer wissen wir, dass auch im alten Griechenland Kübelpflanzen populär waren. Sie begrünten die Innenhöfe der Königspaläste und schmückten die Dachgärten in Athen. Die Römer übernahmen das griechische Vorbild und zierten die Atrien der Stadthäuser mit Pflanzen in großen Gefäßen.

[bearbeiten] Renaissance und des Barock

Exotische Pflanzen in eindrucksvollen Terrakotta-Gefäßen waren in den italienischen Renaissancegärten des 15. und 16. Jahrhunderts wichtige Gestaltungselemente: Im 17. Jahrhundert begann man dann auch nördlich der Alpen, Pflanzen aus dem Süden in großen Gefäßen im Freien zu kultivieren. In der kalten Jahreszeit wurden sie in speziellen Überwinterungsräumen vor Frost geschützt. Damals konnten sich nur reiche Bürger den Luxus exotischer Pflanzen erlauben.

In der Gartenkunst der Renaissance und des Barock waren Kübel Teil der Gesamtstruktur im Garten. Weiträumige, formal angelegte Gärten mit breiten Wegen, Plätzen und imposanten Brunnen boten Raum für Topfpflanzen. Nördlich der Alpen setzte sich diese Tradition erst Mitte des 17. Jahrhunderts in den Orangerien der Reichen und Mächtigen durch. Bevorzugt wurden schon damals mediterrane Gewächse wie Lorbeer, Feige, Granatapfel und Orangenbäumchen, die von Reisen nach Italien bekannt waren.

[bearbeiten] 19. Jahrhundert

Das 19. Jahrhundert brachte zwei weit reichende Veränderungen mit sich: Zum einen gehörte es im Laufe des Jahrhunderts auch in bürgerlichen Kreisen zum guten Ton, Veranda, Terrasse und Balkon mit Pflanzen zu schmücken. Zum anderen erlaubten die seit Anfang des Jahrhunderts gebauten, beheizbaren Wintergärten, neben den bisherigen Pflanzenklassikern vom Mittelmeer auch exotische Arten wie Schönmalve, Passionsblume, Bougainvillea und Schmucklilie zu kultivieren, was das Spektrum an potentiellen Topfbewohnern erheblich erweiterte.

Im 19. Jahrhundert wurden verstärkt Blumen und Gehölze aus fernen Ländern eingeführt: Diese Pflanzen verschönern längst nicht mehr nur vornehme Villen- und Landhausgärten, inzwischen bringen sie südliches Flair sogar in kleine Stadtgärten und auf Balkone und Terrassen. Aus wärmeren Regionen kommen auch viele Zwiebelblumen, die mittlerweile aus den hiesigen Gärten kaum wegzudenken sind: Die Vorfahren der imposanten Edelgladiolen zum Beispiel stammen aus dem südlichen Afrika; die Dahlie, einst eine beliebte Bauerngartenblume, hat ihren Ursprung im sonnigen Mexiko.

[bearbeiten] Heutzutage

Bei uns begann die Zeit der mobilen Pflanzen mit der Leidenschaft für mediterrane Gewächse wie Orangen, Zitronen, Feigen und Palmen: Sie ertragen unsere kalten Winter nicht. Deshalb kann man sie nicht dauerhaft einpflanzen, sondern muss sie mobil halten, damit sie den Sommer draußen und den Winter drinnen verleben können. Zuerst waren es nur Könige und Fürsten, die den empfindlichen Pflanzen in unseren Breiten die richtigen Lebensbedingungen bieten konnten. Später erfreuten sich auch reiche Bürger an den fremdartigen Gewächsen. Und heute gedeihen südländische, subtropische und tropische Blumen und Sträucher auf vielen Terrassen und Balkonen, oder stehen im Sommer sogar in Gärten und Vorgärten.

[bearbeiten] Weblinks

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