Hausbaum

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Ein Hausbaum ist etwas ganz Besonderes: Er hat fast magische Fähigkeiten, denn er macht ein Haus unverwechselbar, verleiht ihm Persönlichkeit und erzeugt ein Gefühl der Geborgenheit. Ein Baum in der Nähe des Hauses schafft eine optische Verbindung zwischen Drinnen und Draußen und ermöglicht eine Fülle an Naturbeobachtungen, da er vielen Kleintieren einen Lebensraum bietet.

Er lässt den Wechsel der Jahreszeiten intensiv miterleben und ist ein Fixpunkt im Garten, der unerschütterlich Kälte und Hitze trotzt. So wird er zu einem Sinnbild von Beständigkeit und zu einem guten Freund, der das Haus und seine Bewohner durch das Jahr begleitet, von drinnen und draußen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Zu einem echten Gartenparadies gehören Gehölze und Stauden, Wasser und am besten ein Hausbaum: Seit der Literatur der Antike wird die Vorstellung einer paradiesischen Landschaft, eines 'lieblichen Ortes' [lateinisch 'locus amoenus'], von schattenspendenden Bäumen und erfrischenden Quellen bestimmt, die nicht dem Nutzen, sondern allein der Freude dienen.

Seit jeher sind Bäume ein Symbol für das Leben: An ihnen zeigt sich besonders deutlich ein Zyklus aus Wachsen und Vergehen. So lässt sich in fast allen Überlieferungen die Vorstellung von einem Weltenbaum finden, der die Achse des Universums bildet. Bei den Nordgermanen war dies eine Esche [Fraxinus]: der Weltenbaum 'Yggdrasil'. Daher stand bereits in den germanischen Gehöften eine Esche, Linde [Tilia] oder Eiche [Quercus] zum Schutz von Haus, Hof und Sippe.

Hausbäume wurden traditionell zu bestimmten Anlässen gepflanzt, zum Beispiel zu Hochzeiten, bei Geburten oder beim Neubau eines Hauses: Sie dienten als Schutz vor Sonne, Wind, Regen und Schnee und waren natürliche Blitzableiter. Seit Jahrhunderten beliebte Hausbäume sind Linden und Eichen, die beide ein hohes Alter erreichen und die Hausbesitzer über mehrere Generationen begleiten können. Die Linde galt als Schutz- und Familienbaum, der den Hausbewohnern Glück und Gesundheit garantieren sollte. Der Eiche wurden magische Kräfte und Willensstärke zugeschrieben, die sich auf die Bewohner übertragen sollten.

Viele der Bäume wurden nach altem Brauch bei der Geburt eines Kindes gepflanzt: Eiche oder Apfelbaum für die Jungen, Linde, Erle, Birn- oder Nussbaum für die Mädchen. Gemeinsam wuchsen Kind und Baum heran. War das Kind erwachsen, hatte auch der Baum eine stattliche Größe erreicht. Langlebige Bäume wie Eiche und Linde überlebten häufig 'ihren' Menschen und erinnerten noch spätere Generationen an denjenigen, als dessen Lebensbaum sie einst gepflanzt wurden.

Vorteile

Haus und Baum können eine Einheit bilden, die so einzigartig ist wie ein Fingerabdruck. Die große Auswahl schöner Hausbäume macht das möglich: Sie reicht von kompakten Kugelbäumen für kleine Vorgärten bis hin zu Exemplaren, die sich zu mächtigen, eindrucksvollen Baumgestalten entwickeln, wie sie früher auf vielen Bauernhöfen zu finden waren. Hausbäume wurden von unseren Vorfahren aus den verschiedensten Gründen gepflanzt. Sie sollten Gebäude vor Unheil schützen und Blitze, böse Geister und Hexen fernhalten. Bäume wurden außerdem oft zur Geburt, Taufe oder Hochzeit gepflanzt. Man glaubte, dass ihr Schicksal auf besondere Weise mit dem der Hausbewohner verbunden sei.

Hausbäume erfüllen aber auch heute noch ganz praktische Aufgaben, denn sie spenden Schatten an heißen Tagen, schützen vor Wind und Wetter, und manche bieten zusätzlich die Möglichkeit, im Herbst Obst oder Nüsse zu ernten: Bäume tragen zur Gesundheit und zum Wohlbefinden bei, denn sie verbessern das Kleinklima und haben eine positive Wirkung auf die menschliche Psyche.

An die Tradition, den Garten mit einem Hausbaum zu krönen, wird heutzutage wieder häufiger angeknüpft und das Pflanzen eines Baumes wird als besonderes Familienereignis gefeiert. Es muss nicht nur der eigene Garten sein, der durch einen Baum bereichert wird und mehr Lebensqualität bietet: Jedes Haus, vom Vereinsheim bis zum Bürogebäude, gewinnt mit einem Baum an Charakter und Ausstrahlung, und eine Baumpflanzaktion kann auch für Vereinsmitglieder, Nachbarn, Kindergartenkinder oder Kollegen zu einem kleinen Fest werden.

Entscheidungskriterien

Kugelakazie

Ein Hausbaum ist ein Freund fürs Leben und es lohnt sich deshalb, ihn mit Bedacht auszusuchen: Einige Entscheidungskriterien sind schon durch den zukünftigen Standort vorgegeben, etwa Bodenart, Lichtverhältnisse, Mikroklima und der Platz, der zur Verfügung steht. Dazu kommen eigene Wünsche wie schöne Blüten, dekoratives Laub, essbare Früchte oder eine auffallende Herbstfärbung. Praktische Aspekte sind ebenfalls wichtig: Soll der Baum eine bestimmte Funktion erfüllen, beispielsweise Schatten spenden oder als gestalterisches Element dienen?

Häufig ist die Blüte das erste Kriterium, nach dem man einen Baum aussucht: Doch neben dekorativen Blüten gibt es auch andere schöne Details, die einen charaktervollen Hausbaum ausmachen, der rund ums Jahr interessant aussieht. So sind beispielsweise die Wirkung im Herbst und die Wuchsform sehr wichtig bei der Auswahl.

Auch das zukünftige Umfeld des Baumes sollte bei den Überlegungen eine Rolle spielen, denn ein Baum kann den Stil des Hauses unterstreichen: Welche Form soll die Krone haben, beispielsweise dicht geschlossen und geometrisch oder besser locker und breit ausladend? Ein Baum mit einer kugelförmigen oder säulenartigen Krone passt gut zu einem modernen Gebäude, während sich ein Baum mit lockerem, breitem Wuchs und dem Zauber des Ursprünglichen ausgezeichnet in ein ländliches Umfeld einfügt.

Seit einigen Jahren sind die rundkronigen Bäume, wie Kugelahorne und Kugelakazien sehr beliebt: Die runde Kronenform wächst langsam und bleibt ohne Schnittmaßnahmen je nach Pflanzenart lange in Form. Sie werden gerne als Baumpaare gepflanzt, die Durch- und Eingänge betonen. In diesem Fall sollten Sie ausreichend Abstand zueinander einhalten. Werden die Kugeln nämlich größer und wachsen ineinander, geht diese typische Kronenform verloren. Diese kompakte Wuchsform verleitet, die Bäume dicht an das Haus zu setzen. Doch die dichte Krone dunkelt Fenster in diesem Bereich sehr stark ab.

Die Sorge vor zu starkem Wachstum ist heute überflüssig: Glücklicherweise gibt es viele Varianten, quasi für jeden Garten den passenden Baum! Das Spektrum umfasst die unterschiedlichsten Größen und Formen. Es gibt Bäume mit lockerem, offenem Wuchs, aber auch zum Beispiel Sorten mit kugel- oder säulenförmigen Kronen, die wenig Platz benötigen.

Ideale Hausbäume sind Laubbäume, die uns den Wechsel der Jahreszeiten vor Augen führen: Doch gerade das birgt oft Konfliktstoff. Bedenken Sie vor der Wahl Ihres Baumes, dass Blüten-, Laub-, Samen- und Fruchtfall erhebliche Probleme bereiten können. Nicht nur das Beseitigen von Laub kann lästig sein. Blütenblätter und herabgefallene Früchte können das Pflaster verfärben. Einige Bäume haben auch einen starken Vermehrungsdrang, so dass sich in jeder Fugenritze die kleinen Nachkommen ausbreiten.

Wer sich so vorbereitet und beim Kauf gut beraten lässt, wird viele Jahre lang Freude an einem ganz besonderen Baum haben.

Wer den Platz hat, kann beispielsweise den hier gezeigten mächtigen Walnussbaum als Hausbaum pflanzen - aber auch alle anderen müssen nicht auf einen eigenen Hausbaum verzichten

Standort

Beziehen Sie in jedem Fall bei der Standortwahl des Baumes die Lage der Versorgungs- und Entsorgungsleitungen mit ein: Empfehlenswert ist ein Mindestabstand des Baumes zur nächsten Leitung von 2,5 Metern. Halten Sie zudem ausreichend Abstand zu Pflasterflächen. Das Dickenwachstum des Stammes und der Wurzeln hebt im Laufe der Jahre die Ebenen, die so zu Stolperfallen werden.

Oft werden neben einem klassischen Laubbaum kleine Nadelgehölze gepflanzt: Die ersten Jahre freut sich der Gartenbesitzer über die wüchsigen Immergrünen, die dem Hausbaum aber schnell Licht und Nahrung abspenstig machen. In Folge wächst der Laubbaum schief und verliert seinen malerischen Wuchs. Hausbäume sollten deshalb immer frei stehen und nicht mit den Pflanzen der Umgebung konkurrieren müssen.

Der richtige Baum sollte dem Platzangebot angepasst und bei kleineren Grundstücken nicht zu wuchsstark sein, damit er auch nach Jahren nicht zu groß für den Garten wird.

Auch der vorgeschriebene Grenzabstand zum Nachbargrundstück muss berücksichtigt werden. Ein Mindestabstand zu gepflasterten Sitzplätzen und den auf dem Grundstück verlegten Leitungen ist ebenfalls wichtig.

Auswahl an Hausbäumen

Nicht jeder Baum eignet sich als Hausbaum und natürlich muss auch der persönliche Geschmack berücksichtigt werden. Diese Auswahl an Hausbäumen soll Ihnen einen Überblick geben.

Zum Unterpflanzen

Zum Unterpflanzen und zum Beschatten des Wurzelbereichs eines Hausbaumes sind niedrige, Teppich bildende Stauden ideal, etwa die Golderdbeere [Waldsteinia] sowie verschiedene Storchschnabel-Arten und -Sorten [Geranium]: Das dekorative, dichte Blattwerk dieser Stauden schützt den Boden vor Austrocknung und die schönen Blüten bieten farbliche Abwechslung:

Die Blütenfarben des Storchschnabels umfassen neben Weiß und Rosa auch rote und blaue Töne. Die Golderdbeere belebt halbschattige und sogar schattige Gartenpartien mit leuchtend gelben Blüten. Sie ähneln denen von Erdbeerpflanzen und erscheinen im April und Mai. Für lichtarme Gartenecken sind auch Schatten vertragende Gräser wie die robuste, wintergrüne Wald-Marbel [Luzula] gut geeignet. Sie bildet kurze Ausläufer und kann sich dadurch selbstständig ausbreiten.

Weblinks

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