Heckenschnitt
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Hecken haben in manchen Gebieten eine herausragende Bedeutung für die Landschaftsgestaltung: Darüber hinaus bieten sie vielen Tier- und Vogelarten Schutz und Brutmöglichkeiten. Für einen Natur interessierten Gartenfreund dürfte es aber eine Selbstverständlichkeit sein, sich beim Heckenschnitt an diverse Arbeitseinschränkungen, was z.B. den Zeitpunkt des Schneidens betrifft, zu halten.
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[bearbeiten] Sicherheitsmaßnahmen
Stromkabel sollten immer im Bereich der bereits geschnittenen Hecke zum Arbeitsgerät geführt werden: Leitern und Gerüste dürfen schon beim Aufstellen nicht wackeln. Sie sollten lieber einmal mehr versetzt werden, auch wenn das auf Kosten der Arbeitszeit geht. Wer sich zu weit überbeugt, kann auch schnell eine fest stehende Leiter zum Kippen bringen. Bei größeren Hecken können Arbeitsbühnen sinnvoller sein als Leitern.
Das Kriterium 'Gewicht' ist beim Arbeiten mit Heckenscheren für den privaten Nutzer das Entscheidende: Oft muss über Kopf oder in einer unnatürlichen Haltung gearbeitet werden. Ist das Gerät zu schwer, stellen sich schnell Ermüdungserscheinungen, 'dicke' Arme oder Rückenschmerzen ein. Vom kräftigen Muskelkater am nächsten Tag ganz zu schweigen. Die Ermüdung lässt dann das Unfallrisiko sprunghaft ansteigen.
Heckenschnitt ist eine Arbeit, die im durchschnittlichen Hausgarten nur wenige Male im Jahr anfällt: Die Arbeit stellt folglich eine ungewohnte körperliche Anstrengung dar. Deshalb ist es besonders wichtig, seine Kräfte nicht zu überschätzen und genügend Pausen einzulegen. Selbstüberschätzung, Hektik und bei Überanstrengung auftretende Konzentrationsschwächen sind die häufigsten Ursachen für Unfälle.
[bearbeiten] Heckenformen
Hecke ist nicht gleich Hecke: Freiwachsende Blütenhecken erfreuen sich zum Beispiel immer größerer Beliebtheit. Sie brauchen nicht regelmäßig geschnitten zu werden. Zur Schere greift der Gärtner erst dann, wenn diese Hecken zu stark wuchern, von unten kahl werden oder insgesamt einen Verjüngungsschnitt benötigen. Ein Formschnitt erfolgt nicht. Die alten Triebe werden kurz über dem Boden herausgeschnitten.
Die kleine Formhecke kennen wir aus dem Barock- oder Bauerngarten: Sie gliedert Flächen und fasst Pflanzengruppen ein. Sie wird streng in Form geschnitten, von Puristen sogar mit der Nagelschere. Die meisten Hecken im Hausgarten sind ebenfalls Formhecken in einer Breite von 4o bis 1oo cm und einer Höhe von ein bis zwei Metern. In Landschaftsgärten können Hecken durchaus eine Höhe von mehreren Metern erreichen.
Für den Schnitt der größeren Formhecken gilt grundsätzlich Folgendes: Ideal ist der Schnitt in der Form eines Kegelstumpfes. Bei 2 m Höhe ist eine solche Hecke dann oben auf jeder Seite 1o cm bis 2o cm schmaler als an ihrem Fuß. Diese Schnittform benötigt zwar mehr Platz, hat aber den Vorteil, dass auch die unteren Zweige immer noch genügend Licht abbekommen, und damit dauerhaft grün bleiben. Bei wenig Platz ist auch der Kastenschnitt möglich. Auf Dauer werden dabei aber die unteren Äste kahl werden.
[bearbeiten] Führung ist wichtig
Für Ungeübte ist die Führung einer Heckenschere nicht ganz einfach: Man schaut auf die Führhand und 'schwupp' hat die Spitze schon ein Loch geschnitten. In schweren Fällen ist dieses Loch auch nach Jahren noch nicht wieder zugewachsen. Deshalb immer auf die Spitze der Heckenschere schauen, und lieber noch einmal nachschneiden, denn einmal Abgeschnittenes lässt sich nicht wieder ankleben.
Deshalb ist es auch empfehlenswert, Hecken, die in straffer Form gehalten werden sollen, lieber öfter zu schneiden: Eine verwilderte Hecke in eine exakte Form zu bekommen, ist viel schwieriger, als wenn nur die Spitzen kurz nachgeschnitten werden müssen.
Hilfreich für einen exakten Schnitt sind dabei auch Schnur- oder Holzgerüste: Beide dienen als Anhaltspunkte und geben das Maß für die obere und untere Heckenbreite vor.
[bearbeiten] Wann sollte welche Hecke geschnitten werden?
[bearbeiten] Schnitthecken
Junge Schnitthecken werden ab dem 2. Standjahr, wenn sie gut eingewurzelt sind, regelmäßig gestutzt, um eine reiche Verzweigung und ein dichtes Blattwerk zu erhalten.
Bis die Hecke ihre endgültige Höhe erreicht hat, werden ein- bis dreimal im Jahr die Neutriebe, sobald sie ihr Wachstum eingestellt haben, eingekürzt, aber nicht ganz entfernt: Nicht geschnitten wird, wenn Vögel in der Hecke nisten. Nach August sollte nicht mehr geschnitten werden, damit die Neutriebe vor dem Winter noch genug ausreifen. Bei Koniferen wird besser erst ab dem dritten Standjahr mit dem Schneiden begonnen.
Als Faustregel gilt, dass Schnitthecken an ihrer Krone schmäler sein sollten als an der Basis: Auf diese Weise wird verhindert, dass die Hecken später infolge Lichtmangels von unten her verkahlen. Die Heckenwände sollten etwa eine Neigung von 5 bis 1o Prozent aufweisen. Eine 5prozentige Neigung zum Beispiel bedeutet, daß bei einer 2 Meter hohen Hecke mit einer 1 Meter breiten Basis die Krone 8o cm breit ist. Nur bei Gehölzen mit geringem Lichtbedarf [zum Beispiel Hainbuche] ist auch ein senkrechtes Schnittprofil möglich.
Erleichtert wird der Formschnitt, indem links und rechts von der Hecke Schnüre oder Drähte gespannt werden, die eine Orientierung bei der Schnittführung ermöglichen: Diese Schnüre können zum Beispiel an einem der gewünschten Form der Hecke entsprechenden Gerüst aus drei Holzlatten befestigt werden. Eine solche Holzlehre kann leicht selbst hergestellt werden.
Damit Laub abwerfende Hecken auch danach noch ihre Form behalten, benötigen sie im Juli ihren ersten Schnitt, auch Johannisschnitt genannt. Vor jedem Heckenschnitt sollte der Hobbygärtner sich aber vergewissern, dass keine Vögel mehr in der Hecke nisten: Der zweite Schnitt kann entweder Ende August oder im Winter erfolgen.
[bearbeiten] Nadelgehölze
Bei Nadelgehölzen genügt ein Schnitt im Juli: Der wichtigste Grundsatz beim Formschnitt lautet: Eine breite Basis, die sich langsam nach oben verjüngt, damit das Laub auch im unteren Bereich der Hecken genügend Licht erhält.
Bei starkem Zuwachs fallen mehr Schnittreste als sonst üblich an: Falls vom Umfang her möglich, sollte das Material nicht in die Mülltonne wandern, sondern als Häckselgut zum Mulchen verwendet oder kompostiert werden.
[bearbeiten] Blütenhecken
Freiwachsende Blütenhecken müssen immer wieder ausgelichtet werden, um ihre Blühwilligkeit zu erhalten und ein Überaltern der Sträucher zu verhindern: Bereits abgestorbene Triebe werden entfernt. Alte Stämme, die nur noch schwache Zweige bringen, und zu lange Triebe, die das gewünschte Ausmaß der Hecke sprengen, werden je nach Dichte des Gehölzes entweder auf kräftige Jungtriebe am Stamm zurückgeschnitten oder direkt über dem Boden abgeschnitten.
Diese Korrekturmaßnahmen werden bei Frühjahrsblühern wie Forsythien, die vor allem am vorjährigen Holz ihre Blüten ausbilden, sofort nach der Blüte durchgeführt: Sommerblüher, die hauptsächlich am diesjährigen Holz blühen, werden im Spätwinter und Vorfrühling geschnitten. Die zurückgeschnittenen Zweige treiben stark aus und bringen somit zahlreiche Blütentriebe im gleichen Jahr.
[bearbeiten] Heimische Wildgehölze
Bei Hecken aus heimischen Wildgehölzen sollte auf einen Schnitt so weit als möglich verzichtet werden: So kann sich eine Hecke mit passendem Wildcharakter ausbilden. Die verwilderten Hecken bieten zudem mit ihrem dichten Astwerk den heimischen Singvögeln einen optimalen Nistplatz.
Wird die Wildgehölzhecke zu mächtig und beansprucht zu viel Platz, oder verkahlt sie von unten, kann ein Verjüngungsschnitt durchgeführt werden: Dazu werden alle alten und zu schwachen Stämme ganz entfernt, die starken Stämme werden etwa 2o cm über dem Boden abgesägt. Kräftige, jüngere Bodentriebe oder knapp über der Bodenoberfläche liegende Stammtriebe bleiben stehen. Sie begünstigen eine schnellere Regeneration der Pflanzen.
Diese radikale Schnittmaßnahme ist im Winter durchzuführen, im Saft stehende Pflanzen würden zu sehr geschwächt werden: Im darauf folgenden Winter darf auf keinen Fall versäumt werden, die Neutriebe, die sich nach dem Verjüngungsschnitt zahlreich bilden, auszulichten, also die schwachen und zu dicht stehenden Triebe zu entfernen. Starke, aber zu lange Triebe werden eingekürzt, um eine ausreichende Verzweigung zu erhalten. Nicht alle Sträucher lassen sich jedoch auf diese Weise verjüngen, Besenginster, Elfenbeinginster und Goldregen zum Beispiel treiben nach einem solchen Eingriff meist nicht mehr aus!
[bearbeiten] Weblinks
- Heckenpflege nicht vernachlässigen bei Gartentechnik.de (Urfasssung dieser Seite)
- Heckenschnitt bei Gartentechnik.de (Urfassung dieser Seite)
- Hecken schneiden bei Gartentechnik.de

