Herbst

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Der Herbst verwandelt die Pflanzenwelt in ein rot-goldenes Farbenmeer.

Im Herbst sehen viele Menschen Rot: Nicht das aggressive, das grelle Rot, sondern das warme, dunkle Rot, in das sich immer eine kleine Nuance helles Braun oder Goldgelb mischt. Solche angenehme Rottöne sind neben Gelb und Orange die Farben des Herbstes, die einen bei jedem Gang in die Natur auf Schritt und Tritt begleiten. Nach dem gleißenden Licht des Sommers wirkt das Licht des Herbstes sanfter, die Schatten werden länger, die Luft ist klarer, frischer und morgens verhüllt ganz leichter Nebel mit einem Hauch Melancholie die Landschaft.

Inhaltsverzeichnis

Wortherkunft

Sprachgeschichtlich betrachtet hat das Wort Herbst denselben Ursprung wie das englische Wort harvest [Ernte/-zeit], das lateinische carpere [pflücken] und das Griechische karpos [Frucht/Ertrag]: Alle sind zurückzuführen auf das indogermanische Verb sker, was im Deutschen schneiden bedeutet und noch im Wort Schere erhalten geblieben ist. Der Herbst ist also die Zeit der Früchte, des Pflückens und der Ernte: Aber der Herbst hat noch so viel mehr zu bieten.

In den gemäßigten Klimazonen zaubern die Bäume im Herbst ein wunderbares Farbenspiel der Blätter in verschiedenen Gelb-, Orange-, Rot-, Grün- und Brauntönen: Die Nächte werden allmählich kühler und am Morgen bilden sich manchmal Nebelfelder, die durch Täler ziehen. Gerade im Frühherbst kann sich die Sonne oft noch gut durchsetzen, so dass angenehme Temperaturen zur Aktivität draußen einladen. Jetzt ist auch die Zeit, an das bevorstehende Frühjahr zu denken.

Planung

Der Herbst zeigt von allen Jahreszeiten vielleicht am deutlichsten, welches große Spektrum in der Natur steckt: Viele Pflanzen legen ein Festtagskleid an und präsentieren sich in den schönsten Farben, als wäre der Herbst der Höhepunkt des Gartenjahres. Ein uralter Kreislauf, der jedes Jahr aufs Neue fasziniert: Bäume und Sträucher bereiten sich auf den Winter vor und machen Parks und Gärten mit ihren goldenen und glühenden Herbstfarben zu einem großartigen Erlebnis.

Bei der Pflanzenauswahl für einen Garten wird häufig zuerst an die zu erwartende Blütenpracht gedacht. Doch es lohnt sich, bei der Planung auch ganz andere Aspekte zu berücksichtigen, um den Garten das ganze Jahr hindurch zu genießen. Nach der Blütenfülle des Sommers kann der Garten eine faszinierende Verwandlung durchlaufen und sich in einem neuen Gewand zeigen, mit prachtvollem Herbstlaub, das an den Indian Summer in Nordamerika erinnert.

Pflanzzeit für Gehölze

Herbstgarten Leoburke.jpg

Der Herbst ist eine der beiden Jahreszeiten, die sich zur Pflanzung von Gehölzen eignet. Von August bis November können winterharte Stauden, Nadelgehölze, Heckenpflanzen und Rosen gesetzt werden. Es bleibt also viel Zeit, um dem Garten neue Impulse zu geben, ihn umzugestalten oder gar neu anzulegen.

Wer jetzt pflanzt, findet optimale Bodenverhältnisse vor. Sie führen dazu, dass die frischgesetzten Sträucher, Stauden & Bäume sofort ihre Wurzeln ausbilden. Damit wird den Gewächsen geholfen, Trockenzeiten im kommenden Frühjahr oder Sommer besser zu überstehen und bereits einen kräftigen Austrieb im Frühjahr zu erreichen. Blüten- & Fruchtansatz bei Obstgehölzen sind im Vergleich zur Frühjahrspflanzung deutlich eher und stärker ausgeprägt.

Gehölzpflege

Vor dem Wintereinbruch sollten noch einige Arbeiten im Garten erledigt werden. Im Oktober oder November können neue Obstgehölze, Bäume und Sträucher gepflanzt werden. Wildverbissmanschetten schützen die jungen Bäume vor hungrigen Nagern und Leimringe Obstgehölze vor Ungeziefer. Stauden und fast alle Lilienarten können bis zum Frostbeginn gepflanzt werden, Blumenzwiebeln, wie Tulpen und Narzissen, können natürlich auch noch in die Erde. Dahlien, Knollenbegonien und andere frostempfindliche Zwiebel- und Knollengewächse vertragen keine Minusgrade und sollten vor dem ersten strengen Frost aus dem Boden genommen und frostfrei eingelagert werden.

Bewässerung

Sommergrüne Laubgehölze vermindern ihren Wasserbedarf im Winter drastisch, weil kein Laub mehr vorhanden ist: Bei immergrünen Laub- und Nadelgehölzen ist der Wasserbedarf im Winter höher als bei Laubabwerfenden. Damit im Verlauf des Winters bei diesen Pflanzen keine Schäden durch Vertrocknen auftreten, ist hier im Herbst gründlich zu wässern. Das ist besonders nach Jahren mit geringen Herbstniederschlägen notwendig.

Pro Quadratmeter Pflanzfläche sind circa 3o bis 4o Liter Wasser erforderlich, um den Wurzelballen durchdringend zu versorgen: Etwa Mitte Oktober sollte diese Arbeit durchgeführt werden. Zu wässern sind: Koniferen, Fichte, Kiefer, Tanne, Eibe, Wacholder, Scheinzypresse, Lebensbaum und Zeder. Außerdem immergrüne Laubgehölze: Rhododendron und andere Moorbeetpflanzen, immergrüne Arten von Schneeball, Felsenmispel, Berberitze, Kirschlorbeer und Buchsbaum.

Dankbar für eine Herbstwässerung sind darüber hinaus: immergrüne Schlinger wie Efeu, Heckenkirsche [Lonicera henryi], Brombeere [Rubus henryi] und Pfaffenhütchen [Euonymus fortunei ssp.]. Besonders notwendig ist dies, wenn sich die Pflanzen an der Ostseite eines Gebäudes und damit im Regenschatten befinden.

Rückschnitt

Manche Pflanzen im Herbst benötigen einen kräftigen Rückschnitt: Hierzu gehört zum Beispiel der Garten-Salbei [Salvia officinalis] und der Spierstrauch [Spiraea]. Ein Dauerflor bei den meisten Kübel- und Balkonkastenpflanzen, wie Geranien, Petunien, Fuchsien, Verbenen und Buschmargeriten, wird dadurch erreicht, dass regelmäßig die verwelkten Blüten ausgezupft werden.

Winterschutz

Erst im Herbst wechselt das kräftige Grün des Chinaschilfs über Gelb- und Weißtöne zu Rotbraun

Viele wertvolle Gartenpflanzen sind in unseren Klimabereichen nicht ausreichend frostbeständig: Vor allem in Gebieten mit geringen Schneelagen treten häufig Frostschäden auf, denn der beste Winterschutz ist noch immer eine ausreichend dicke Schneedecke. Wo dies nicht ausreicht, sollten die Pflanzen im Herbst mit einem Winterschutz versehen werden.

Bodenbearbeitung

Abgeräumte Gemüsebeete braucht der Hobbygärtner nur bei schweren Böden umzugraben, ansonsten reicht eine Mulchschicht oder eine Gründüngung. Nicht oder nur sehr dünn mulchen sollte man bei sehr nassem Boden [Fäulnisgefahr] oder starkem Schneckenbefall. Reste kranker Pflanzen sollten entsorgt werden, soweit eine Kompostierung die Überwinterungsform der Krankheit nicht abtötet, um einem Neubefall vorzubeugen. Kranke Gemüsepflanzenteile gehören in den Hausmüll. Petersilie, Schnittlauch und Feldsalat können vor den ersten Frösten durch Folienhauben geschützt werden.

Folgende Aufräumarbeiten sollte man außerdem unbedingt erledigen: Laub vom Rasen entfernen, denn darunter können sich Pilze entwickeln. Blätter die nur schwer verrottbar sind und wuchshemmende Stoffe enthalten, wie etwa Walnussblätter, sollten ebenfalls weggebracht werden. Liegen lassen oder abdecken sollte man hingegen: Laub auf Beeten und unter Hecken, denn der Boden bleibt dadurch feucht, locker und humusreich.

Einjährige Blumen und abgeschnittene Stauden werden kompostiert. Pflanzen mit Mehltaubefall können ebenfalls kompostiert werden. Bei anderen Pilzerkrankungen besser entsorgen. Außerdem: Rosenstöcke in rauen Lagen mit Erde oder Kompost anhäufeln und abdecken und Pampasgras zusammenbinden.

Schädlingskontrolle

Dort, wo in diesem Jahr viele Schnecken auftraten, sollte auf Mulch verzichtet werden, da sich Schnecken darunter gerne verstecken. Schneckeneier, die den Winter im Boden überdauern und aus denen im Frühjahr kleine Schnecken schlüpfen, sollten abgesammelt und vernichtet werden. Man findet die kleinen weißen Eigelege, die zu Dutzenden eng aneinander liegen, bei der Bodenbearbeitung, aber auch geschützt unter Kompostbehältern.

Bodenuntersuchung

Damit Gartenpflanzen gestärkt in den Winter gehen können, ist im Herbst der optimale Zeitpunkt, eine Bodenuntersuchung durchführen zu lassen. Pflanzen benötigen - genau wie Mensch und Tier - eine ausgewogene Ernährung, damit sie sich optimal entfalten können. Die über den Boden angebotenen Nährstoffe müssen in ihrer Menge und in ihrem Verhältnis zueinander auf die Pflanzen abgestimmt werden. Dies ist wichtig, damit nicht zuviel gedüngt wird, und es in den Wintermonaten nicht zu einer Auswaschung der Nährstoffe kommt.

Herbstblüher

Die Gerbera ist einer der beliebtesten Herbstblühern.

Herbstpflanzen' sind Pflanzen, die im Herbst blühen oder in dieser bunten Jahreszeit besonders schöne Merkmale aufweisen, wie Herbstfärbung oder eine interessante Blatt- oder Rindenstruktur.

Balkonkasten

Nachdem die Sommerblumen aus den Blumenkästen und Schalen entfernt wurden, muss es nicht trostlos aussehen auf Balkon, Terrasse oder am Hauseingang. Gärtnereien und Gartencenter bieten viele Pflanzen, die im Herbst Farbe in die Kästen bringen können.

Kästen für die Herbstbepflanzung sollten möglichst breit und tief sein: Je größer der Kasten, desto besser sind die Wurzeln der Pflanzen gegen Frost geschützt. Dünger ist über Winter nicht erforderlich, weil die Pflanzen nur sehr wenige Nährstoffe verbrauchen und der Vorrat in frischer Blumenerde ausreicht. Zumindest bis zu den ersten starken Frösten blühen Chrysanthemen und Alpenveilchen üppig: Alle anderen Pflanzen sind winterhart und schmücken bis zur nächsten Sommerbepflanzung Balkon und Terrasse.

Im Gegensatz zur Sommerbepflanzung kann jetzt enger gepflanzt werden, da es im Winter kaum Zuwachs gibt. Solange es nicht friert, muss auf jeden Fall gegossen werden, damit die Pflanzen nicht vertrocknen.

Zwiebelblumen

Blumenzwiebeln und Knollen wie Tulpen, Krokusse, Hyazinthen, Narzissen, Schneeglöckchen und viele mehr stehen im Gartencenter oder Pflanzenkatalog in großer Auswahl zur Verfügung und sollten jetzt gepflanzt werden, um den Gartenbesitzer im nächsten Frühjahr zu erfreuen.

Bevor die Blumenzwiebeln und Knollen gelegt werden, sind Phantasie und vielleicht auch ein wenig Planung gefragt: Zunächst kann festgelegt werden, wo und wann was blühen soll und wie lange. Egal ob man in Rosatönen schwelgen möchte, sich den Blau-Weiß-Nuancen verschrieben hat oder es in Orange, Gelb und Rot so richtig krachen lassen will - für jeden Geschmack finden sich die passenden Zwiebelchen. Im Sortiment gibt es neben Tulpen, Narzissen und Hyazinthen auch einige Frühjahrsblüher, die man nicht überall sieht. Wunderschön sind zum Beispiel die Kaiserkronen [Fritillaria imperialis] mit ihren Blütenglocken, die auf einem bis zu 8o cm hohen Stiel stehen. Sie sind übrigens zur Blumenzwiebel des Jahres 2011 gekürt worden. Auf diesen Adel im Garten sollten Sie nicht verzichten.

Aber auch diejenigen, die eher spontan und kreativ ans Werk gehen wollen, kommen mit Blumenzwiebeln und Knollen auf ihre Kosten: Warum also nicht einfach drauflos pflanzen? Neben die Haustür, unter die Magnolie, auf die Baumscheibe draußen auf der Straße, auf den Grenzstreifen zum Nachbarn, neben die Mülltonnenbehausung, in eine alte Zinkbadewanne im Garten, in die Balkonkästen und in einen schönen Tontopf?

Die Pflanzmöglichkeiten sind so vielfältig wie das Sortiment der Blumenzwiebeln und Knollen selbst: Einfach pflanzen und sich im Frühjahr überraschen lassen, denn Blumenzwiebeln und Knollen kann jeder. Sie sind leicht zu händeln und es bedarf weder eines 'grünen Daumens' noch jahrzehntelanger Gartenerfahrung. Die unscheinbaren Kraftpakete gedeihen in allen Gartenböden, vorausgesetzt, diese sind locker und bieten einen guten Wasserabzug. Und sonnig sollte der Pflanzplatz sein.

Warum werden Blätter bunt?

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Wer Herbst hört, denkt an sich verfärbende und fallende Blätter, an 'Indian Summer' und Laub harken. Doch warum verfärben sich die Blätter und fallen dann vom Baum?

Der Herbst mit Kindern

Nichts ist schöner, als gemeinsam mit Kindern durch raschelndes Herbstlaub zu laufen und Kastanien, Bucheckern, Eicheln und bunte Blätter zu sammeln: Die Kastanienmännchen oder -igel aus der eigenen Kinderzeit sind uns noch vertraut, aber auch mit Blättern lassen sich tolle Dinge basteln. Die besonders schön gefärbten und geformten Exemplare kann man zunächst einmal pressen. Dazu legt man sie in ein dickes Buch, am besten zwischen Küchen- oder Löschpapier, damit die Buchseiten keine Flecken bekommen. Es ist wichtig, das Buch dann noch mit weiteren zu beschweren. Die Blätter sollten bis zu einer Woche gepresst werden. Wer eine Blumenpresse besitzt, kann sie natürlich dort trocknen lassen.

Ist die Ungeduld der Kinder zu groß, gibt es für die Erwachsenen noch die Möglichkeit, zum Bügeleisen zu greifen und die Blätter zwischen Löschpapier mit der Temperatureinstellung 'Wolle' zu bügeln, bis sie trocken sind. Zwar verliert das Laub dann ein bisschen mehr an Farbe, dafür kann man direkt mit dem Basteln loslegen.

Klebt man das farbenprächtige Herbstlaub auf Spandosen oder alte Papierschachteln, so muss man es danach mit Sprühlack fixieren: Mit ausgefallenem Blattwerk lassen sich auch eindrucksvolle Collagen gestalten. Außerdem eignet sich das bunte Laub hervorragend als Dekoration für Blanko-Grußkarten. Hierbei kann man die Blätter an den Rändern noch mit Glitzerpartikeln bestreichen und so kreative Weihnachtskarten herstellen, die auch mitten im Winter noch an die Schönheit des Herbstes erinnern.

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