Immergrüne Pflanze
In der kalten Jahreszeit sind auch manche sommergrüne Gehölze reizvoll, zum Beispiel, weil sie eine auffallende Rinde haben: Dann können Eiben [Taxus], Lebensbäume [Thuja] oder andere Immergrüne wie eine Kulisse wirken, vor der helle Stämme durch den Kontrast noch intensiver leuchten. Auch gelbnadelige Gehölze und manche Winterblüher wie die Christrose [Helleborus niger] kommen vor dunkellaubigen Immergrünen gut zur Geltung.
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Laub- und Nadelgehölze
Immergrüne Laubgehölze und Nadelgehölze verleihen dem Garten ganzjährig Struktur: Dabei heißt 'immergrün' nicht unbedingt 'immer grün', denn das Farbenspektrum reicht von leuchtendem Gelb über die unterschiedlichsten Grünnuancen bis hin zu Blautönen. Attraktive Blautöne finden sich etwa bei einigen Zedern und Wacholdern, gelbe Nuancen bei Scheinzypressen und Eiben. Auch immergrüne Laubgehölze bringen Farbe in den winterlichen Garten. Manche haben sogar bunte Blätter, beispielsweise dunkelgrün mit leuchtend goldgelbem Rand. Mehrere Stechpalmen-Sorten [Ilex] und der Spindelstrauch Euonymus 'Emerald'n Gold' beeindrucken mit einem solchen Farbenspiel. Einige Immergrüne tragen im Winter sehr zierenden Fruchtschmuck wie die Ilex-Sorte 'Alaska'. Ihre leuchtend roten Beeren bilden einen schönen Kontrast zu den glänzend dunkelgrünen Blättern.
Viele immergrüne Gehölze können auch Balkon und Terrasse verschönern, denn einige wachsen langsam oder bleiben von Natur aus klein: Schön in der kalten Jahreszeit sind zum Beispiel Buchsbäume und Winterheide. Die Blütezeit der Winterheide beginnt je nach Sorte schon im November und endet im April. Das Farbspektrum der Blüten reicht von reinem Weiß über Rosa bis hin zu kräftigem Rotviolett.
Auch einige Nadelbäume machen in Gefäßen auf Balkon und Terrasse eine gute Figur: Eine botanische Kostbarkeit ist die sehr langsam wachsende Muschelzypresse [Chamacyparis obtusa 'Nana Gracilis']. Ihre kleinen Zweige sind so gedreht und gewellt, dass sie tatsächlich an Muscheln erinnern. Reizvoll ist auch der Blausternwacholder [Juniperus squamata 'Blue Star']. Dieser kompakt und langsam wachsende Wacholder hat silberblaue Nadeln.
Buntlaubige Immergrüne
Manche dieser Immergrünen sind übrigens nicht nur grün, sondern ‘buntlaubig‘ mit silberfarbenen oder gelben Blattstellen: An markanten Stellen im Garten sollten daher immergrüne Gehölze gepflanzt werden, damit sie dem Garten ganzjährig Struktur geben können.
Zwiebeln
Wer im Herbst Zwiebeln und Knollen gepflanzt hat, kann sich auch schon früh im nächsten Jahr über die strahlend weißen Blüten der Schneeglöckchen oder das leuchtende Gelb der Winterlinge freuen: Andere schöne Winterblüher sind der Winter-Jasmin [Jasminum nudiflorum] mit gelben Blüten und die Winter-Heide [Erica carnea in Sorten], die in vielen Farben und Nuancen von Weiß über Rosa bis Dunkelrot und Rotviolett blüht.
Stauden
Auch Immergrüne Stauden können im Winter sehr reizvoll sein: Manche tragen dann noch ihre Fruchtstände, wie zum Beispiel Sonnenhut [Rudbeckia], Kugeldisteln [Echinops ritro] und einige hochwachsende Fetthennen [Sedum]. Gräser wie die zierliche Gelbgrüne Gartensegge [Carex 'Evergold'] sind ebenfalls auch noch im Winter attraktiv. 'Evergold' belebt den Garten mit grünen Blättern, die in der Mitte einen auffallenden gelben Streifen aufweisen. Stauden und Gräser sollte man erst im Frühjahr zurück schneiden, denn sie bieten der heimischen Tierwelt in den Wintermonaten noch Schutz und Nahrung. Diese Rücksichtnahme wird reich belohnt, wenn die an frostigen Tagen mit Eiskristallen überzogenen Blütenstände und Blätter in eine winterliche Traumwelt entführen.
Pflege
Im Winter rücken immergrüne Pflanzen auf dem Balkon in den Vordergrund: An frostigen Tagen benötigen aber auch sie einen Mantel, der die Blätter schützt. Ist die Erde nämlich gefroren, liefert sie der Pflanze kein Wasser, obwohl das grüne Laub weiter verdunstet. Der Austrocknungseffekt wird durch starke Winde noch zusätzlich verstärkt: Es ist daher ratsam, empfindliche Gehölze und mediterrane Pflanzen im Winter bei strengem Frost durch Fichtenreisig, Schilfrohr- oder Kokosmatten, Schattenleinen, Jutesäcke oder Schutzvlies vor extremer Kälte, Wind und direkter Mittagssonne zu schützen.
Vor allem Neupflanzungen, die noch keine ausreichende Standfestigkeit aufweisen, sind stark gefährdet. Immergrüne Zwerggehölze wie die Scheinbeere [Gaultheria] und die Torfmyrte [Pernettya] eignen sich besonders für kleine Töpfe und Kästen auf Terrasse und Balkon. Sie zeigen neben ihrem dauerhaften Laub auch noch schmückende Beeren.
Winterschutz
Nach längeren Frostperioden und insbesondere, wenn im Februar und März auf frostkalte Nächte sonnige Tage folgen, zeigen manchmal auch Pflanzen, die als winterfest gelten, braune Stellen.
Das gilt ganz besonders für immergrüne Pflanzen in Töpfen: zum Beispiel die klassischen Buchsbaumkugeln rechts und links vom Eingang. Da ist Winterschutz angebracht!
Die Abdeckung dient dabei weniger als Schutz vor der Temperatur denn vielmehr als Lichtschutz: Die meisten Immergrünen erfrieren nämlich nicht. Sie verdursten im Winter, weil sie mit ihrem Laub eine sehr große Verdunstungsfläche haben.
An frostfreien Tagen sollten also Immergrüne hin und wieder leicht gegossen werden!
Farben
Zu der Formenvielfalt der Immergrünen Pflanzen kommt ein großes Farbenspektrum: das von verschiedenen Gelbtönen über ganz unterschiedliche Grüntöne bis hin zu blauen Nuancen reicht und vor allem bei den Nadelgehölzen besonders ausgeprägt ist. Manche Gehölze verändern ihren Farbton auch unter dem Einfluss der winterlichen Kälte. Der Fächerwacholder [Microbiota decussata] ist solch ein faszinierendes Gehölz. Dieser flachwachsende, bodendeckende Strauch hat im Sommer frischgrüne Schuppenblätter, die im Winter eine warme kupfrige Farbe annehmen.
Der Reichtum an Farbnuancen und Wuchsformen der Immergrünen bietet viele Möglichkeiten für kontrastreiche und spannende Pflanzenkombinationen: Um Ideen für einen auch im Winter interessanten Garten zu sammeln, muss man nicht unbedingt nach England reisen, denn auch hier lassen sich im Winter - beim Blick in Vorgärten oder beim Lesen von Büchern und Zeitschriften - Inspirationen finden. Mit Hilfe eines Landschaftsgärtners können diese Ideen dann - an die individuellen Wünsche und Möglichkeiten angepasst - im eigenen Garten umgesetzt werden.