Kamelie

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Kamelie
Kamelie

lat. Camellia japonica, Blühfarbe: Weiß, rot, rosa, lachs, Blütezeit: Februar, März, April, Mai

Zu den schönsten und edelsten Frühblühern gehören die Kamelien: Ihre Blüten sind einfach, halb oder ganz gefüllt und faszinieren mit ihrer anmutigen, gleichmäßigen Form. Die einfachen Blüten erinnern an die von Wildrosen, die gefüllten ähneln mit ihrer Üppigkeit den Blüten der Päonien. Blühende Kamelien lassen sich schon früh im Jahr bewundern, wenn diese immergrünen Pflanzen an einem geschützten Standort stehen, etwa in einem kühlen Wintergarten. Wegen ihrer Herkunft aus dem Fernen Osten und ihrer edlen, gleichmäßigen Blüten, die an Rosen erinnern, wird die Kamelie manchmal als 'Chinesische Rose' bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Herkunft

Die Japaner und Chinesen entdeckten vor über 1.ooo Jahren ihre Liebe zu den Kamelien [Camellia japonica]: Sie züchteten aus unscheinbar blühenden Sträuchern zahlreiche Sorten mit gefüllten, gefransten und gestreiften Blüten in vielen Farben, die an Dahlien, Paeonien oder Rosen erinnern.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts gelangten die ersten Kamelien aus dem Fernen Osten nach Europa - wahrscheinlich als Folge einer Verwechslung: Die Kamelie [Camellia japonica] ist eng mit dem Teestrauch [Camellia sinensis] verwandt. Beide gehören zu den Theaceen, den Teegewächsen. Der Teestrauch, der der damals schon in Ostasien als Zierpflanze kultivierten Camellia japonica sehr ähnlich sieht, durfte nicht aus China exportiert werden. Anfang des 18. Jahrhunderts versuchten die Engländer deshalb, Teepflanzen heimlich außer Landes zu bringen. Doch statt der erwarteten Teesträucher bestand die Schmuggelware aus Zierkamelien. Diese eigneten sich überhaupt nicht zur Teeproduktion, aber sie trafen auf so viel Begeisterung, dass mit ihnen gezüchtet wurde und im Laufe der Zeit viele schöne Sorten entstanden.

1739 wurde sie von den Engländern nach Großbritannien gebracht. Sie inspirierte Schriftsteller, Komponisten und Maler: Weltberühmt wurde die Kamelie durch Alexandre Dumas Roman 'Die Kameliendame' von 1848. 1853 vertonte Guiseppe Verdi die Geschichte der Kurtisane, zu deren Markenzeichen Kamelien gehörten, in seiner Oper 'La Traviata'. Das 19. Jahrhundert erlebte danach einen wahren Kamelienboom: Wer an den europäischen Höfen etwas auf sich hielt, schmückte beim Dinner die Tafel mit Kamelien oder die Damen schmückten sich selbst mit Kamelien am Dekollete. Kamelien waren der Dernier Cri für die oberen Zehntausend.

[bearbeiten] Beschreibung

Auch heutzutage verzaubern die geheimnisvollen Blütenschönheiten unsere Wohnräume: Als Topf- oder Kübelpflanzen im Haus können Kamelien schon im Winter blühen, im Garten zeigen sie ihre Blüten von Mitte März bis Anfang Mai. Die Frosthärte ist sortenabhängig. Robustere Kamelien können unter bestimmten Bedingungen, zum Beispiel im Weinbauklima oder an einem geschützten Platz in einem Innenhof, ganzjährig im Freien wachsen.

Das Farbspektrum der Blüten reicht von Weiß über Rosa bis hin zu vielen Rotschattierungen. Es gibt einfach blühende oder gefüllt blühende Sorten. Die Blätter sind elliptisch bis eiförmig und bilden mit ihrem kräftigen Grün und ihrem Glanz einen wunderschönen Kontrast zu den farbigen Blüten. Auch ohne Blüten sind ihre dunkelgrünen, glänzenden Blätter eine Augenweide. Weltweit sind inzwischen über 20.000 Sorten bekannt.

[bearbeiten] Ansprüche

[bearbeiten] Standort

Auf dem asiatischen Kontinent wachsen die Sträucher des Teegewächses im lichten Schatten. Die immergrünen Gehölze haben ähnliche Ansprüche wie Rhododendren: Der Boden sollte humusreich, durchlässig und kalkarm sein. Kalkfreies Substrat mit einem pH-Wert zwischen vier und sechs bieten sogenannte Rhododendron-Erden. Kamelien gehören zu den anspruchsvollen Kostbarkeiten: Sie lieben einen hellen Standort weg vom Heizkörper, eher kühle Temperaturen und nicht zu trockene Luft. Nur so können die Knospen ausreifen und aufblühen.

Die Winterschönheiten vertragen zwar je nach Sorte Temperaturen bis zu -15 Grad Celsius, aber sie gedeihen am besten in einem Wintergarten mit Temperaturen zwischen 5 bis 15 Grad Celsius. Ideal sind diese Schönheiten auch im Schlafzimmer untergebracht. Meist haben die als winterhart angepriesenen Kamelien in unseren Breiten keine Chance zu überleben, außer im Weinbauklima. Aber auch hier ist ein windgeschützter Platz im Schatten mit ausreichend Winterschutz unerlässlich. Richtig viel Pulverschnee im Winter wäre eine gute Isolationsschicht für die Freilandkamelien.

[bearbeiten] Dünger und Bewässerung

Im Sommer tankt die Kamelie Energie und legt im Spätsommer ihre Knospen an. In den Sommermonaten sollte sie ausreichend gewässert und ab und zu mit Dünger versorgt werden, umso üppiger wird die Blütenpracht. Gedüngt wird mit einem Azaleen- oder Rhododendrondünger. Die angegebene Konzentration sollte allerdings halbiert werden.

Die Erde sollte nur mit Regenwasser oder kalkfreiem Wasser gegossen werden. Lassen Sie den Topfballen nie ganz austrocknen und entfernen Sie sofort überschüssiges Wasser aus dem Übertopf. Im lufttrockenen Wohnraum sollten Kamelien ab und zu besprüht werden. Auf zuviel Dünger, einen zu dunklen Standort und einen Platz über dem Heizkörper reagiert die Kamelie mit Knospenfall. Sie bevorzugt im Winter einen hellen, kühlen Raum ohne starke Temperaturschwankungen. Auch ein Drehen oder ein Platzwechsel bekommt ihr meist nicht.

[bearbeiten] Schnitt

Kamelien wachsen langsam. Erst wenn die Triebe zu lang sind oder die Pflanzen zu groß werden, wird ein Rückschnitt notwendig. Der richtige Zeitpunkt ist kurz nach der Blüte. Nach den Spätfrösten im Frühjahr bringt man die Kamelie an einen schattigen Platz mit Morgensonne ins Freie oder stellt sie unter einen Baum. Schützen Sie die Kamelie vor starker Frühjahrssonne, da sie Blattverbrennungen verursachen könnte.

[bearbeiten] Kamelien im Kübel

Wächst die Kamelie in einem Kübel, kann man auch ihren Bodenansprüchen besser gerecht werden: Genauso wie viele Rhododendren benötigt sie kalkfreie Erde, um sich gut zu entwickeln. Robustere Kameliensorten können unter bestimmten Voraussetzungen ganzjährig im Freien wachsen, beispielsweise im Weinbauklima oder in einem Innenhof, wo sie vor starkem Frost und austrocknendem Wind geschützt sind.

[bearbeiten] Weblinks

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