Kehrmaschine
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Sauberkeit hat in Österreich eine lange Tradition: Sei es nun beim Frühjahrsputz oder der liebevollen Pflege, die so manchem Auto zugute kommt. Auch Wege und Plätze im privaten Hausgarten oder der öffentlichen Grünanlage müssen gereinigt und gesäubert werden. Was früher mit Schaufel und Besen erarbeitet wurde, übernehmen heute handgeführte oder motorisierte Kehrmaschinen.
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[bearbeiten] Hintergrund
Handgeführte Kehrmaschinen hatten in Österreich von jeher einen Markt: Bei den kleinen, motorisierten Kehrmaschinen hat es erst in den letzten Jahren einen wahren Boom in der Differenzierung und Unterscheidung der Geräte gegeben. Denn viele Jahre waren die Hersteller der Meinung, dass nur große Kehrmaschinen eine Chance im Markt haben. Gut, dass sich das geändert hat, denn nun stehen auch dem privaten Verwender eine Reihe von Geräten zur Verfügung, die auf seine speziellen Bedürfnisse zugeschnitten sind.
Kehrmaschinen sind von ihren Möglichkeiten her Ganzjahresmaschinen. Ob es ums Kehren geht, Laub fegen, Moos entfernen oder Schnee räumen: sie können eigentlich zu jeder Jahreszeit eingesetzt werden. Dabei benötigt das Kehren oder Moos entfernen geringere Drehzahlen des Besens als Laub fegen (siehe auch Laubbläser und Laubsauger) oder Schnee kehren. Auch das Material und der Besatz der Bürste entscheiden mit über die Qualität und Effektivität der Reinigungsleistung.
Normaler Schmutz stellt für eine Kehrmaschine heute kein großes Problem mehr dar: Aber es gibt Spezialanforderungen, wie zum Beispiel bei der Aufnahme von lockerem oder großvolumigen Kehrgütern [groß blättriges Laub, Papier, Styropor oder Stroh]. In diesen Spezialfällen müssen Kehrsaugmaschinen zum Einsatz kommen, die, wie ihr Name schon sagt, beides können, nämlich saugen und kehren. Von ihrer Preisklasse her sind sie für den normalen Kleingartenbesitzer allerdings nicht erschwinglich und sollen deshalb hier nur am Rande erwähnt werden.
[bearbeiten] Antriebe und Anbaugeräte
Es gibt ganz speziell nur zum Kehren gebaute Geräte, Hand geschoben, mit Akkuantrieb oder mit Verbrennungsmotor, aber auch Anbaugeräte-Kehrmaschinen sowie jede Menge verschiedener Bürsten und Anbauteile als Zubehör: Als Motor betriebene Grundgeräte kommen vor allem Einachser und Kombigeräte in Frage. Mit der gestiegenen Verkaufszahl von Rasentraktoren in Österreich ist auch ein Bedarf an entsprechenden Zusatzgeräten entstanden. Kehrmaschinen sind dabei aufgrund ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten am gefragtesten. Selbst für Gartentraktoren, die über keine zusätzliche Kraftabnahme verfügen, wurden Anbauflansche und Kehrmaschinen entwickelt, die ihren Antrieb selber mitbringen.
Bei den von Hand geschobenen Kehrmaschinen erfolgt der Bürstenantrieb über die Räder: Kehrwalzen oder -besen erledigen die Reinigung in einem rundum geschlossenen Gehäuse, ein Auffangbehälter nimmt das Kehrgut auf. Zu beachtende Punkte bei diesen Geräten ist das leichte und einfache Ein- und Aushängen des Kehrgutbehälters, die Manövrierfähigkeit und Leichtigkeit beim Schieben, aber auch die Reinigungs- und Flächenleistung oder das Aufnehmen von sperrigen oder kleinen Teilen. Außerdem sollte das Auswechseln verbrauchter Bürsten- oder Kehrwalzen einfach und schnell selbst zu erledigen sein, ebenso die Höhenverstellung der Bürste, um einmal die Reinigungsleistung auf verschiedene Bodenbeläge anpassen und zum anderen den Borstenabrieb ausgleichen zu können.
Bei den einfachen motorisierten Kehrmaschinen haben wir es meist mit einer flach liegenden, sich drehenden Kehrwalze zu tun: Sie hat je nach Hersteller einen etwas anderen Durchmesser und weist natürlich unterschiedliche Kehrbreiten auf. Der Besatz der Kehrbürste unterscheidet sich im Material [Kunststoff- oder Drahtborsten] sowie in der Dichte und Anzahl der Borstenreihen. Bei den einfachen Geräten ist die Fahrgeschwindigkeit - meist eine Stufe - der Drehzahl der Bürste angepasst. Bei höherwertigen Maschinen lassen sich unterschiedliche Drehzahlen der Bürste oder mehrere Fahrstufen der Antriebsmaschine wählen. Beides sorgt dafür, dass der Bediener die Flächenleistung optimal an den Untergrund anpassen kann.
Viele dieser Bürsten liegen offen, so dass von Freikehrern gesprochen wird: Frei kehrende Maschinen wirbeln Staub und herum fliegende Teile auf, wenn die zu kehrende Fläche trocken ist. Um Staubentwicklung zu vermeiden sollte deshalb nur bei feuchtem Untergrund gekehrt werden oder die Fläche ist vor dem Einsatz mit Wasser zu benetzen. Auch hierfür gibt es spezielle Sprüheinrichtungen, die meist als Sonderzubehör angeboten werden. - Geschlossene Kehrkästen verursachen dagegen eine geringere Staubentwicklung. Die Zahl dieser Geräte hat deshalb zugenommen.
Auch bei den motorisierten Geräten gilt es, grundsätzlich das bei den handgeschobenen Gesagte vor dem Kauf zu beachten: Dadurch, dass die Schmutzbehälter aber größer sind ist zusätzlich auf eine gute Ein- und Aushängung sowie eventuelle Stützräder zu achten, damit das Gewicht des Kehrgutbehälters aufgefangen wird. Weiterhin ist auf Höhen- und Seitenverstellung des Holmes zu achten, damit sich der Bediener das Gerät auf seine Körpermaße einstellen kann.
[bearbeiten] Kehrwalzen
Noch ein Punkt ist wichtig: Die Kehrwalzen sollten bis dicht an aufgehende Bauteile arbeiten können. Ist zum Beispiel der Kehrkasten ganz geschlossen, bleiben an Hauswänden unschöne Reststreifen übrig. Hier helfen Seitenbesen, die auch diese Reste sauber fegen. Die Kehrbürste sollte sich dann noch einfach vom Bedienerholm aus nach beiden Seiten und in mehreren Stufen schwenken lassen, um beim Freikehren das gekehrte Material zur Seite ablegen zu können.
Eine Besonderheit ist eine Kehrwalze an einer Motorsense: Diese spezielle Walze ist entweder als Einzweckgerät oder als Wechselwerkzeug zu bekommen. Der Motor der Sense treibt bei ihr die zweigeteilte Kehrwalze über ein Untersetzungsgetriebe an. Die Walze hat eine Gesamtbreite von 57 cm und dreht so langsam, dass keine Steine hochgeschleudert, sehr wohl aber sämtlicher Dreck und Staub vor der Kehrwalze hergeschoben werden. Dabei radieren zwölf Gummilippen den Schmutz vom Untergrund weg. Eingesetzt werden kann die Kehrwalze auf feuchten und nassen Untergründen, aber auch auf trockenem. Entfernt werden Schmutz, aber auch Wasser und Schnee.
[bearbeiten] Kehrprinzipien
Bei den Kehrprinzipien kommen vor allem zwei in Frage:
- Da ist einmal das Schaufelprinzip, mit dem sich sowohl in der Vorwärts- als auch in der Rückwärtsbewegung kehren lässt. Deshalb finden wir hier vorne und hinten Auffangbehälter, wobei der vordere meist größer ist. Der Dreck wird über eine Lippe in den Auffangbehälter befördert. Das Prinzip ist einfach, hat aber Nachteile in Bezug auf die Befüllung des Kehrgutbehälters und in der Aufnahme größerer Schmutzteile, oder von Flaschen und Dosen.
- Beim Überkopfprinzip wird der Schmutz über die Bürste nach hinten befördert und dann in den Kehrgutbehälter geschleudert: Auf den ersten Blick scheint dieses Prinzip umständlicher zu sein, weil es den längeren Weg für den Dreck bedeutet. In der Praxis zeigt sich aber, dass sich damit größere Gegenstände wie genannte Dosen oder Flaschen einfacher kehren und sich die Kehrgutbehälter deutlich besser füllen lassen.
- Ein Spezialanbieter arbeitet bei seinen handgeführten Kehrmaschinen sogar mit zwei gegeneinander laufenden Kehrwalzen und nennt dies Tandem-Walzen-System: Hierbei arbeitet die vordere Bürste als reine Transportwalze und rotiert in der Luft ohne Bodenkontakt. Der Unrat, den die vordere Bürste überlaufen hat, wird nun von der zweiten Walze aufgenommen. Im weiteren Aufwärtsweg spielen sich beide Walzen nun den Dreck zu und leiten ihn über ein Leitblech über Kopf und nach hinten in den Auffangbehälter.
Meistens werden übrigens vertikal drehende Bürsten auf den Kehrmaschinen eingesetzt: Bei den Seitenbesen müssen die Walzen aber horizontal drehen, um den Dreck aus Ecken und Winkeln zu bekommen. Die Seitenbürste ist dazu ein wenig schräg gestellt, um die Reinigungsleistung zu erhöhen. Es lag nahe, die Seitenbesen so groß zu machen, dass daraus eigenständige Kehrmaschinen werden konnten.
Der Name für diese horizontal drehenden Geräte ist Radialbesen: Ihre ersten Aufgabengebiete war die Arbeitsentlastung von Landwirten, die damit das Futter für die Tiere zurück in die Tröge fegten. Bald wurde ihr Einsatz aber auf Hofflächen außerhalb der Stallungen ausgedehnt. Die Radialbesen fegen das Kehrgut zu einer Seite, und zwar in der Breite der Bürsten. Eine Kehrgutaufnahme wird bei dieser Technik meist nicht gewünscht.
[bearbeiten] Nachrüstung und Kauf
Der Einbau oder die Nachrüstung mit einer Zusatzausrüstung für Rasentraktoren, Einachser oder ATVs sollte auf jeden Fall von einem entsprechend geschulten Fachhändler durchgeführt werden, weil der Anbau für einen weniger Geübten doch eine Menge Stolpersteine bereithält. Ist das Schnellkuppel-System einmal angebracht, lassen sich neben der Kehrmaschine auch noch eine Reihe von anderen Zusatzgeräten in Sekundenschnelle anbauen.
Ansonsten ist der Fachhändler auf jeden Fall der richtige Ansprechpartner für den, der eine passende Kehrmaschine erwerben will: Ihm sollte vor einem Kauf die Größe der zu reinigenden Fläche, die Untergrundbeschaffenheit, die Intensität des zu kehrenden Materials und sonstige Einsatzbedingungen mitgeteilt werden. Er kann an Hand dieser Parameter eine Auswahl an Geräten in sein Angebot aufnehmen.
Bedacht werden sollte immer, dass Bürsten und Kehrwalzen verschleißen und ersetzt werden müssen. Ihre Lebensdauer hängt entscheidend von der richtigen Einstellung des Bedieners ab: Wenn der auch bei leichtem Schmutz die Bürsten so arbeiten lässt, als müssten sie Schwerstarbeit leisten, darf er sich nicht wundern, dass sie bald abgenutzt sind. Eine gute, am Gerät durchgeführte praktische Einweisung mit allen Einstellungen und Varianten hilft deshalb bares Geld sparen.
[bearbeiten] Weblinks
- Kehrmaschinen bei Gartentechnik.de (Urfassung dieser Seite)
- Kehrmaschinen-News: Aktuelle Entwicklungen
- //Gartentechnik.com: findet Ihren Motoristen vor Ort
- Gebrauchte Kehrmaschinen bei //Gebrauchte.Gartentechnik.com

