Obstgehölz

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Obst ist immer eine willkommene Erweiterung des Speiseplans.
Obst ist immer eine willkommene Erweiterung des Speiseplans.

Obstgehölze tragen mehrjährig essbare Früchte. Sie werden mit Hilfe von Veredelung und Schnitt kultiviert, denn ohne diese Maßnahmen bringen Obstgehölze oft unregelmäßige und geringere Erträge. Man unterscheidet bei den Obstgehölzsorten zwischen Stein- und Kernobst. Wichtige Kernobstsorten sind zum Beispiel Apfel und Birne, wohingegen Kirsche und Pfirsiche zu den Steinobstsorten zählen.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Baumarten

Die Obstgehölze können je nach Wuchshöhe und -form in verschiedene Baumarten eingeteilt werden: So gibt es Säulenbäume, Zwergbäume, Spaliergehölze und viele weitere Möglichkeiten.

[bearbeiten] Befruchtung

Damit aus den wunderschönen Blüten eines Obstbaums auch eine leckere Frucht werden kann, muss diese befruchtet werden. Je nach Obstsorte sind dabei die richtigen Partner entscheidend.

[bearbeiten] Kauf

Zitronenbaum im Vorgarten
Zitronenbaum im Vorgarten

Vor dem Einkauf sollte entschieden werden, welche Obstarten ausgesucht und die Geschmacksrichtung, beim Apfel zum Beispiel süß oder eher säuerlich, festgelegt werden: Bei allen Fragen rund um den Obstbaum für den eigenen Garten stehen die Baumschulen beratend zur Seite.

Bei der Pflanzenqualität sollte es keine Kompromisse geben, denn hier sollte nur das Beste gerade noch gut genug sein: Achten Sie beim Baumkauf darauf, dass die Bäume frei sind von sichtbaren Krankheiten wie Obstbaumkrebs, Wurzelkropf und Schädlingen wie San-Jose-Schildlaus, Rote Spinne und anderen Erregern. Ebenso sollten sie keine Verletzungen oder eingetrocknete Triebe aufweisen durch Hagel und Frost. Auf dem Etikett müssen der Name der Sorte sowie die verwendete Unterlage genannt sein.

Weiterhin sollte die Unterlagen- und Sortenkombination virusfrei sein [das ist mittlerweile Standard] und aus anerkannt zertifizierten Vermehrungsbeständen stammen: Für den Garten werden neben 1jährigen Bäumen auch häufig 2jährige angeboten, besonders bei Steinobst oder Birnen mit Zwischenveredlung. Gutes Pflanzmaterial bedeutet: mindestens 4 bis 6 Seitentriebe in 7o bis 1oo cm Höhe [Spindelbusch] oder 18o cm Höhe [Hochstamm].

Achten Sie beim Kauf auf eine gute Bewurzelung und eine ausreichend hohe Veredlung [etwa 2o cm über dem Wurzelhals]: Gerade beim Steinobst kann man immer wieder feststellen, dass zum Beispiel Süßkirschen eine unbefriedigende und sehr hoch oder sehr tief sitzende Verzweigung besitzen. Solche Bäume erfordern dann einen erhöhten Aufwand beim Pflanz- und Erziehungschnitt über mehrere Jahre, und das macht keinen Spaß.

[bearbeiten] Pflanzung

Der Herbst ist genau die richtige Jahreszeit, um Obstbäume oder Beerensträucher in den Garten zu pflanzen. Bis zum Winteranbruch können Hochstämmchen und Sträucher noch Faserwurzeln bilden und dann im nächsten Frühjahr kräftig austreiben. Johannisbeeren, Stachelbeeren oder Himbeeren können ebenfalls jetzt im Herbst gepflanzt werden: Lediglich die etwas frostempfindlicheren Brombeeren sollten besser erst im Frühjahr in den Boden.

Beeren lieben es sommerlich, deshalb ist der beste Platz sonnig, warm und geschützt. Vor dem Pflanzen muss der Boden gründlich gelockert sowie mit Kompost und organischem Dünger verbessert werden. Die Pflanzgrube für die Beerensträucher sollte etwa doppelt so breit und so tief sein wie der Ballen. Abgebrochene und verletzte Wurzeln werden abgeschnitten. Meist wird wurzelnackte Ware gepflanzt, nicht selten aber auch getopfte Ware. Am Topf rundgewachsene Wurzeln unbedingt vor dem Pflanzen mit der Schere aufschneiden, sonst ist die Gefahr des 'Sitzenbleibens' groß und der Baum wächst nicht in den Boden!

Für einen Obstbaum hebt man n guten Böden eine Grube von circa 5o cm Tiefe und 1 m Seitenlänge aus: In schwereren oder steinigeren Böden sollte das Pflanzloch größer ausfallen. Die Wurzeln des Baumes werden frisch angeschnitten und beschädigte, geknickte oder angefaulte Wurzelstücke entfernt. Zuerst wird ein Pfahl in den Untergrund des Pflanzloches geschlagen, damit der Jungbaum den nötigen Halt bekommt. Der Pfahl sollte westlich des Obstbaumes stehen und bis zur Krone reichen, aber nicht hineinragen.

Durch die Lockerung des Untergrundes im Pflanzloch können die Wurzeln besser Fuß fassen und es wird Staunässe vorgebeugt: Der Baum wird ins Pflanzloch gehalten und die Zwischenräume der Wurzeln mit Oberboden, der eventuell mit lockerem Humus verbessert wurde, gefüllt. Dabei sollte die Veredlungsstelle des Baumes mindestens eine Hand breit aus der Bodenoberfläche ragen. Das Wässern der Pflanzen mit circa 3o l Wasser erfolgt sofort nach der Pflanzung. Mit dem Pflanzschnitt wird bis ins nächste Frühjahr gewartet, um eine Schädigung durch eindringenden Frost oder Pilzerkrankungen zu vermeiden.

Bei Beerensträuchern steht nach dem Pflanzen der Rückschnitt an. Bei den Johannisbeeren werden die fünf bis sieben stärksten Triebe auf ein Drittel gekürzt, alle anderen entfernt: Im Pflanzjahr müssen auch Stachelbeeren ähnlich behandelt werden. Etwa 3o Zentimeter Länge ist für die jungen Ruten der Himbeeren und Brombeeren das rechte Maß. Bei den Brombeeren bleiben im ersten Jahr nur ein bis zwei kräftige, junge Ruten stehen.

[bearbeiten] Pflege

Obst aus dem eigenen Garten ist lecker, frisch und gesund: Doch bis man schließlich ernten kann, sind einige Hürden zu überstehen. Witterungsverlauf, Befruchtungsverhältnisse, Ernährung des Baums, Krankheiten und Schädlinge nehmen Einfluss. Lassen Sie sich durch schlechte Ernten nicht entmutigen. Richtige Sortenwahl und vor allem die richtige Pflege werden Sie letztendlich mit köstlichen Früchten belohnen.

[bearbeiten] Obstgehölze im Kübel

Winterfestes Material und Standfestigkeit helfen Probleme zu vermeiden: Pflanzen in bauchigen Gefäßen lassen sich schlecht wieder umtopfen, so dass bei Überalterung entweder das Gefäß zerschlagen oder die Pflanze geopfert werden muss. Für den Transport erweisen sich die leichten Kübel aus Plastik am vorteilhaftesten. Da die Obstgehölze über Jahre hinweg im gleichen Topf stehen, sollte die Füllerde hochwertig und strukturstabil sein, wie im Handel erhältliche spezielle Baumschulsubstrate oder Kübelpflanzenerden. Ein Umtopfen alle drei Jahre fördert die Vitalität.

Schatten, Staunässe oder Trockenheit mindern den Erfolg: Alle Obstgehölze im Kübel benötigen gleichmäßige Bodenfeuchte und einen sonnigen Standort. Eine Düngergabe im Frühjahr in Form eines kalibetonten Langzeitdüngers sorgt für die notwendige Nährstoffzufuhr.

Frosthartes Kübelobst kann für die Überwinterung am besten im Boden eingegraben werden. Ansonsten schützt eine dicke Laubschicht oder mehrere Lagen Noppenfolie die Wurzeln vor Frostschäden. Ein windgeschützter, dunkler Standort in einem Gartenhaus, der nicht zwingend frostfrei sein muss, bringt einen gleichwertigen Schutz.

Tipp:

Stellen Sie die Container ab Austrieb bis nach der Blüte regengeschützt auf [etwa unter einem Dachvorsprung oder einer Pergola]. Pilzinfektionen, wie Schorf und Monilia lassen sich durch Trockenhalten der Blätter elegant umgehen.

[bearbeiten] Krankheiten

Krankheiten an Obstgehölzen sind zum Beispiel Stippe oder Fruchtfäule. Einige Obstsorten sind für Krankheiten anfälliger als andere.

Spitzendürre [Monilia laxa] und Fruchtfäule [Monilia fructigena]: Beide Pilzkrankheiten treten an Kernobst und an Steinobst auf. Und beide Erreger befallen sowohl Zweige als auch Früchte. Eine Unterscheidung zwischen den Pilzen ist äußerlich nur durch die Farbe der Sporen möglich, M. laxa bildet einen grauen Rasen aus und M. fructigena fällt durch einen fahlgrau-gelblichen Sporenrasen auf. Siehe auch Monilia.

[bearbeiten] Weblinks

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