Pflanzenschutzmittel
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Krankheiten und Schädlinge an Pflanzen sind der Kummer eines jeden Pflanzenliebhabers: Sobald die gepflegten und lieb gewonnenen grünen Lebensgefährten erste Hilfe benötigen, ist einiges an Pflanzenmedizin notwendig.
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[bearbeiten] Allgemeines
Wenn Sie herausfinden wollen, was Ihren Pflanzen fehlt, können Sie sich in Fachbüchern informieren, ihren Gärtner oder den für Pflanzenschutz Zuständigen im nächsten Fachgeschäft befragen. Sie können sich auch am Servicetelefon ihrer Gartenakademie Auskunft einholen. Die Berater stellen fest, dass während der Wintermonate an den Pflanzen in Innenräumen verstärkt Spinnmilben, Schildläuse und Wollläuse auftreten. Nicht jedes Pflanzenschutzmittel ist gegen alle Schädlinge wirksam.
Auf der Verpackung sind alle wichtigen Daten zu lesen, wie die Bezeichnung des Mittels, Wirkstoffe und Verfallsdatum: Wichtig sind die Angaben zur Aufwandmenge, zu Wartezeiten, den erforderlichen Schutzmaßnahmen und das zugelassene Anwendungsgebiet, etwa Freiland oder Innenräume, bestimmte Pflanzenarten. Lesen Sie die Gebrauchsanleitung auch zu Ihrem eigenen Schutz sehr sorgfältig. Sie dürfen nur Mittel verwenden mit dem Aufdruck: Anwendung im Haus- und Kleingarten zulässig
[bearbeiten] Fungizide
Fungizide dienen zur Bekämpfung von Pilzen, vor allem Schadpilzen, und deren Sporen. Sie können in den Boden eingebracht oder auf die Blätter gespritzt werden.
[bearbeiten] Insektizide
Insektizide bezeichnen Mittel, die gegen Insekten eingesetzt werden.
[bearbeiten] Akarizide
Akarizide sind Mittel, die gegen Milben helfen.
[bearbeiten] Pestizide
Pestizide töten sämtliche tierische Schaderreger wie Insekten, Schnecken und Milben ab.
[bearbeiten] Herbizide
Herbizide sollen Unkräuter vernichten, um den im Garten erwünschten Pflanzen bessere Bedingungen zu verschaffen.
[bearbeiten] Gebrauchsregeln
Damit beim Pflanzenschutz auch alles zum Wohle Ihrer Pflanzen von Statten geht, sind einige Regeln zu beachten:
- Verwenden Sie nur Pflanzenschutzmittel, die zugelassen sind: Der Einsatz von nicht zugelassenen Pflanzenschutzmitteln ist verboten. Im Freizeitgartenbau dürfen nur Pflanzenschutzmittel mit einer Zulassung für Haus- und Kleingarten Verwendung finden. Alle im Handel erhältlichen Mittel sind auf Verträglichkeit und Gefährlichkeit überprüft und entsprechend zugelassen.
- Klären Sie vor einer Behandlung genau ab, was die Schadensursache ist: Pilzkrankheiten können nicht mit Insektiziden sondern nur mit Fungiziden bekämpft werden. Ebenso können Schädlinge nicht mit Fungiziden bekämpft werden. Nur bei richtiger Diagnose und Mittelauswahl tritt der gewünscht Erfolg ein.
- Die Gebrauchsanweisung ist genauestens zu befolgen: Achten Sie auf die exakte Dosierung. Überhöhte Konzentrationen können zu Pflanzenschäden und zu einer schnelleren Resistenzbildung beim Schaderreger führen. Auch Unterkonzentrationen führen zu Misserfolgen. Mit anwendungsfertigen Produkten umgehen Sie falsch berechnete Spritzbrühen. Anwendungsfertige Pflanzenschutzmittel sind für Einzelpflanzenbehandlungen und kleine Anwendungsflächen sinnvoller als selbsthergestellte Spritzbrühen. Bei empfindlichen und meist bei behaarten Pflanzen sind Probespritzungen an einzelnen Pflanzenteilen sinnvoll.
- Behandeln Sie Ihre Pflanzen am besten morgens: Topf- und Kübelpflanzen sind zum Spritzen in den Schatten zu stellen. Bedingt durch die kühlen Morgentemperaturen und den Schatten verdunstet der Trägerstoff Wasser langsam und die Wirkstoffe der Pflanzenschutzmittel können länger einwirken. Spritzungen in der vollen Sonne führen zu Verbrennungsschäden. Ölhaltige Präparate können Pflanzenschäden hervorrufen und sollten nur an Pflanzen mit härterem Laub durchgeführt werden.
[bearbeiten] Richtige Dosierung
Viel Sorgfalt ist für die richtige Dosierung von Pflanzenschutzmitteln vonnöten: Um die gewünschte Wirkung zu erzielen, muss die Konzentration stimmen. Dosierhilfen, wie Messbecher, die stets in der Packung enthalten sind, erleichtern das Ansetzen von Spritzbrühen.
Stellen Sie keine größeren Mengen von Spritzbrühen her als notwendig: Bleiben Restmengen übrig, dürfen diese keinesfalls in Spülbecken oder einen Gully gegossen werden. Reste von Pflanzenschutzmitteln oder Spritzbrühen sind Sondermüll. Daher ist es sinnvoll, lieber kleinere Mengen von Spritzbrühen anzusetzen.
Wenn Sie sich bei der Dosierung unsicher sind, können Sie auf anwenderfreundliche Fertigprodukte zurückgreifen: Solche Spritzbrühen sind in Sprühflaschen abgefüllt und müssen nicht mehr selbst angemischt werden.
Tragen Sie beim Anmischen und bei allen Pflanzenschutzmaßnahmen immer Schutzhandschuhe. Zum Aufbewahren sind Pflanzenschutzpräparate an einem kühlen, frostfreien und trockenen Ort kindersicher und in der Originalverpackung zu lagern.
[bearbeiten] Aufbewahrung
Wenn die Tage und Nächte kühler werden und die Kübelpflanzen ins Winterquartier kommen, sollten Hobbygärtner auch ihre Pflanzenschutzmittel winterfest lagern: Pflanzenschutzmittel sind temperaturempfindlich. Sie dürfen weder großer Hitze noch Frost ausgesetzt sein. Sie sollten ganzjährig kühl und frostfrei aufbewahrt werden, da sie bei sehr hohen oder niedrigen Temperaturen ihre Wirkung verlieren können. Auch können Flüssigkeiten ausflocken und damit unbrauchbar werden.
Hobbygärtner sollten Pflanzenschutzmittel so aufbewahren, dass sie vor dem Zugriff von Kindern sicher stehen, am besten in einem abgeschlossenen Schrank. Unter den Schrank oder bei kleinen Mengen unter das Regal gehört eine Auffangwanne, damit eventuell auslaufende Pflanzenschutzmittel aufgefangen werden können. Im Lagerraum sollte sich kein Abfluss befinden und keine Lebens- noch Futtermittel aufbewahrt werden.
Leere Packungen werden ausgespült, das Spülwasser wird großflächig verteilt, Insektizide oder Fungizide zum Beispiel auf Rasen, Herbizid-Spülflüssigkeit auf unbewachsenen Stellen in Beeten. Spülflüssigkeit dürfen keinesfalls in den Ausguss geschüttet werden. Die leeren Packungen werden unbrauchbar gemacht und können in den Hausmüll oder gelben Sack gesteckt werden. Haushaltsübliche Packungen mit Resten von Pflanzenschutzmitteln können kostenlos beim Schadstoffmobil abgegeben werden.
[bearbeiten] Bienenschutz beachten
Bienen gefährdende Pflanzenschutzmittel dürfen nicht auf blühende Pflanzen ausgebracht werden: Dies gilt auch für Hobbygärtner. Die Verordnung über die Anwendung bienengefährlicher Pflanzenschutzmittel schützt Honigbienen und deren wildlebende Verwandte. Nach dieser Verordnung dürfen Pflanzenschutzmittel, die für Bienen gefährlich sind, nicht an Pflanzen angewendet werden, die blühen oder sichtbar von Bienen überflogen werden. Bienengefährliche Pflanzenschutzmittel müssen deutlich auf der Verpackung gekennzeichnet sein.
Das Verbot der Anwendung gilt nicht nur für blühende Pflanzen, die den Bienen Nektar liefern, sondern auch für nicht blühende Pflanzen, auf deren Oberfläche Honigtau klebt: Das ist eine zuckerhaltige Ausscheidung der Blattläuse, die Bienen anlockt. Dies trifft ohne Unterschied für alle Nutz- und Wildpflanzen zu.
Der Schutz der Bienen wird nur dann gewährleistet, wenn bienengefährliche Pflanzenschutzmittel an nicht blühenden und nicht von Bienen angeflogenen Pflanzen so angewendet werden, dass auch benachbarte Pflanzen mit Blüten oder Honigtau durch Abtropfen oder Abtreiben des Bienen gefährdenden Pflanzenschutzmittels nicht mit getroffen werden. Daher ist in nicht blühenden Kulturpflanzenbeständen auch auf blühende Wildpflanzen, wie zum Beispiel Löwenzahn in Obstanlagen, zu achten, die nicht behandelt werden dürfen.
Hobbygärtner, die sichergehen wollen, sollten nur solche Pflanzenschutzmittel einsetzen, die nicht als bienengefährlich gekennzeichnet sind: Nur mit diesen Mitteln dürfen auch Pflanzen behandelt werden, die mit Honigtau abscheidenden Insekten befallen sind.
[bearbeiten] Weblinks
- Pflanzenschutzmittel: Bienenschutz beachten bei Gartentechnik.de (Urfassung dieser Seite)
- Filacid und Finalsan: sanfte Chemie gegen Unkräuter bei Gartentechnik.de (Urfassung dieser Seite)
- Richtiger Umgang mit Pflanzenschutzmitteln bei Gartentechnik.de (Urfassung dieser Seite)
- Frost und Pflanzenschutzmittel bei Gartentechnik.de (Urfassung dieser Seite)
- Pflanzenschutz mit Köpfchen bei Gartentechnik.de (Urfassung dieser Seite)

