Rasen

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Rasenflächen, eigentlich: Grasflächen, sind Pflanzengesellschaften mit wechselnden Anteilen an Gräsern und Kräutern: Sie sind fester Bestandteil vieler Millionen Haus- und Kleingärten. Rasen soll den unterschiedlichsten Ansprüchen gerecht werden und möglichst auf den verschiedensten Standorten problemlos gedeihen, um in ästhetisch ansprechender Form das Gesamtbild des Gartens abzurunden.

Botanisch betrachtet bestehen Rasenflächen regelmäßig aus Süßgräsern (Poaceae = Gramineae): Süßgräser sind eine weltweit verbreitete Pflanzenfamilie und gehören zu den ältesten Nutzpflanzen. Alle Getreide gehören zur Familie der Süßgräser.

Inhaltsverzeichnis

Rasensamen

Heute gibt es für alle Anforderungen spezielle Rasenmischungen: Ob im Hausgarten oder in der freien Landschaft, ob sonnig oder schattig, ob Parkrasen oder Blumenwiese, ob für magere oder fette Böden, ob für feuchte oder trockene Standorte, für jeden speziellen Anwendungsfall lässt sich die Mischung finden, oder sogar separat zusammenstellen.

In diesem Zusammenhang sollen noch die beiden Begriffe intensive und extensive Pflege eingeführt werden: Jeder Rasenfachmann wird nämlich genau diese beiden Begriffe benutzen, um bei der Beratung zu einer bestimmten Rasenmischung zu erkunden, wie sie die spätere Rasenfläche pflegen wollen. Soll das intensiv, also mit viel Pflege, oder extensiv, gleichbedeutend mit weniger Pflege, vonstatten gehen. Eine sattgrüne Rasenfläche im Hausgarten mit bis zu 2o Schnitten in der Saison ist ein Beispiel für intensive Pflege, eine Blumenwiese, die nur ein- oder zweimal im Jahr geschnitten wird, eins für extensive.

Rasensamen ist immer eine Mischung verschiedener Rasensorten: Wichtig für die spätere dichte Rasennarbe sind aber nur wenige Sorten. Dabei gibt es Sorten, die Horste bilden, und solche, die Ausläufer bilden. Beim Horst bildet die Pflanze kompakte Büschel, die sich eng um einen Mittelpunkt scharen. Für einen schönen Rasen sind die ausläufertreibenden Sorten besser. Sie breiten sich durch Schnitt im Boden aus und bilden so ein enges Geflecht, das Unkräuter abhält und für eine dichte Grasnarbe sorgt.

Entscheidend für den späteren Erfolg ist aber letztlich nicht die Rasenmischung, sondern die nachfolgende, richtige Rasenpflege.

Neuanlage

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Saatzeit und Standort

In den Monaten April, Mai und Juni sind die Bedingungen für die Aussaat am günstigsten, allerdings könnten Spätfröste noch schaden. Die Wasser bedürftige Rasensaat trocknet jetzt nicht so stark aus, wie in den Sommermonaten. Es lohnt sich im Hinblick auf die spätere Rasenentwicklung und -pflege, den Standort genau zu betrachten. Die Lichtverhältnisse spielen dabei eine entscheidende Rolle: Rasen gedeiht am besten an einem möglichst sonnigen Standort.

Im Vollschatten wachsen anstatt der lichtbedürftigen Rasengräser nur Moose. Hier empfiehlt sich eher eine Pflanzung schattenverträglicher Stauden. Selbst Schattengräser benötigen mindestens Halbschatten. Bedenken Sie bei der Planung von Größe, Form und Begrenzung der Rasenfläche den dafür erforderlichen Pflegeaufwand. Im Vergleich zu größeren Flächen ist das Instandhalten kleiner oder schmaler Flächen mit mehr Arbeit verbunden.

Die richtige Vorbereitung des Bodens schließt so manche späteren Probleme aus. Verdichteter Untergrund sollte tiefgründig gelockert werden. In einem humosen, lehmhaltigen Sandboden finden die Rasensamen ideale Anwachsbedingungen. Zu schwerer Lehmboden sollte durch Einarbeiten von reichlich Sand verbessert werden, damit Niederschlagswasser schneller versickert und die feinen Rasenwurzeln leichter einwurzeln. Die Fläche darf keine Senken aufweisen, um ein gleichmäßiges Mähen zu gewährleisten und Staunässe zu vermeiden. Ein leichtes Gefälle von 1 bis 2 Prozent zur angrenzenden Pflanzfläche lässt das Wasser schneller abfließen.

Bodenvorbereitung

Bei der Neuanlage einer Rasenfläche entscheidet sich oft deren späterer Zustand: Wird zum Beispiel ein Haus neu gebaut, muss der Oberboden sorgfältig ab- und auf höchstens ein Meter hohe Mieten aufgetragen werden. Und das möglichst ohne Verdichtungen.

Zum Schutz vor Austrocknung sollten diese Mieten sofort mit tiefgehenden Leguminosen [etwa Lupine, oder anderer Gründünger wie Senf oder Raps] eingesät werden. Diese Pflanzen erfüllen gleich mehrere Aufgaben: Mit ihren Blättern schützen sie den Boden vor Austrocknung, mit ihren tiefgehenden Wurzeln lockern sie ihn gleichzeitig. Außerdem sind sie Stickstofflieferant, weil sie die Fähigkeit besitzen, diesen wichtigen Nährstoff aus der Luft zu binden und in Depots an den Wurzeln zu speichern. Wird ihre Grünmasse dann wieder in Humus zerlegt, stehen die Stickstoffe dem Rasen später zur Verfügung.

Vor dem Oberbodenauftrag sollten die Leguminosen gemäht werden: Das Mähgut kann auf den Mieten bleiben. Ebenso ist der Unterboden tiefgründig zu lockern, auf dem später der Mutterboden aufgebracht wird. Das hat abschnittsweise zu geschehen, damit die Baufahrzeuge beim Oberbodenauftrag nicht wieder festgefahrene Spuren hinterlassen. In der Regel reicht eine Eindeckung in einer Stärke von 15 bis 2o cm völlig aus.

Idealerweise bleibt dann der aufgetragene Boden einige Zeit liegen, optimal über einen Winter: Auch hier wird wieder mit Leguminosen gearbeitet. Diese Gründüngung und der Frost schaffen eine Bodengare, die sich auf das spätere Wachstum gut auswirken. Im Frühjahr, wenn der Boden wieder wärmer und trockener wird, wird umgegraben oder gefräst, anschließend planiert. Als Bodenverbesserungsstoffe kommen in Frage für

  • leichte, sandige Böden: Torf, Humus, Kompost und
  • schwere, tonige Böden: Sand oder Styropor

Die Startdüngung sollte durch eine Düngeanalyse ermittelt werden: Sie gibt Auskunft über die vorhandenen Düngeranteile im Boden und Empfehlungen für die Mengen, die für eine spätere Nutzung als Rasenfläche sinnvoll ist. Vom Zeitpunkt her kann sie direkt im Anschluss an den Oberbodenauftrag durchgeführt werden. Ansprechpartner für eine solche Düngeranalyse sind beispielsweise die Landwirtschaftskammern.

Einsaat

Nach dem Planieren kann der Rasen eingesät werden: Bewährt haben sich sogenannte Regel-Saatgut-Mischungen [RSM]: Sie enthalten verschiedene, hochwertige Gräser für unterschiedliche Standorte und Nutzungen, die sich gegenseitig ergänzen. Das Saatgut wird auf das vorbereitete Saatbett möglichst gleichmäßig ausgebracht. Die Menge der gängigen Mischungen liegt bei 25 g/qm, die Saattiefe sollte etwa o,5 bis 1,5 cm betragen. Liegen die Samenkörner höher, werden sie von Vögeln schneller gefressen und trocknen rascher aus.

Je nach Mischung sind Tausende von Samenkörnern in einem Gramm Rasensamen enthalten. Wichtig ist, den Rasensamen gleichmäßig auszubringen. Das geschieht am Besten mit einem guten Streuwagen, der sich möglichst fein dosieren lässt. Dabei wird einmal kreuz und einmal quer gefahren. Danach wird der Samen noch einmal flach mit dem Rechen eingearbeitet und dann mit einer Rasenwalze fest gewalzt.

Bewässerung

Dann heißt es einige Tage warten: Solange der Samen nicht gekeimt hat, macht ihm dabei Trockenheit nichts aus. Sind aber erst einmal die ersten grünen Spitzen sichtbar, muss bei starker Trockenheit auch schon gewässert werden. Der breite Strahl aus dem Schlauch richtet dabei mehr Schaden an als er nützt. Nur ein guter Rasensprenger liefert so feine Wassertröpfchen, die den jungen Pflanzen nichts anhaben können. Dabei ist weniger aber längeres Wässern besser als kurzes und tägliches. Bei Trockenheit sollte man täglich mit 2-5 l/qm bewässern, nach zwei Wochen 2 bis 3 Mal pro Woche 1o bis 2o l/qm. Bis die endgültige Belastbarkeit erreicht wird, sind noch einige Mähvorgänge erforderlich.

Erster Schnitt

Bei jeder Raseneinsaat laufen zuerst die schnell wachsenden Gräser der Mischung auf: Sie sollen die langsam wachsenden schützen. Letztere sind aber für den späteren Rasen weit wichtiger. Und noch ein Punkt ist wichtig: Aus der gesamten Mischung setzen sich in kürzester Zeit nur ganz wenige Sorten durch. Welche das sind ist immer abhängig vom Boden, von den zur Verfügung stehenden Nährstoffen, dem örtlichen Klima oder den vorhandenen Lichtverhältnissen. Aus den wenigen bestandsfesten Sorten wird dann der spätere Rasen gebildet.

Ist der Rasen aufgelaufen, sollte er für den ersten Schnitt nicht zu hoch werden: 1o bis 12 cm ist das Maximum. Was dann geschnitten wird, sind vor allem die schnell wachsenden Gräser. Die langsam wachsenden sind zu diesem Zeitpunkt gerade erst wenige Zentimeter hoch. Weniger dicht besetzte Stellen in der Fläche brauchen deshalb auch noch nicht nachgesät werden. Das trifft nur für Stellen zu, an denen überhaupt nichts aufgegangen ist. Vor der Nachsaat muss der Boden noch einmal kurz aufgerissen und gekrümelt werden, um für die Nachsaat die Bodenvorbereitung zu machen. Auch die Nachsaat wird flach eingearbeitet und angewalzt.

Für den ersten Schnitt sollten nur Rasenmäher mit scharfen Messern verwendet werden, ideal sind scharfe Spindelmäher: Geschnitten wird in der höchsten Stellung, die Rasenfläche muss trocken sein. Der Rasenschnitt wird bei den ersten Malen aufgesammelt, später kann gemulcht werden. Schon nach dem zweiten Schnitt stellt sich dann ein dichter, dunkelgrüner Rasenteppich ohne Unkräuter ein. Aber das bleibt nicht so, wenn der Rasen ab jetzt nicht intensiv gepflegt wird.

Rasenpflege

In der Regel wird eine strapazierfähige Rasenfläche gewünscht, die zu jeder Jahreszeit begehbar ist: Spielende Kinder oder die Laufwege des Haushundes sollen keine bleibende Spuren hinterlassen. Dies gelingt nur, wenn durch geeignete Rasenpflege der Anteil der Gräser gezielt gefördert wird. Sie sind besonders wuchsfreudig und können innerhalb kurzer Zeit eine geschlossene tragfähige Pflanzendecke bilden.

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