Spritzgerät

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Sprühgerät für den Pflanzenschutz
Sprühgerät für den Pflanzenschutz

Immer wieder einmal nehmen die so genannten Schädlinge im Garten überhand: Manchmal helfen dann noch Absammeln oder Abwaschen, aber bei größeren Beständen ist diese Art der Schädlingsbekämpfung auch im Hausgarten nicht mehr vertretbar. Dann muss die Gartenspritze her, um der Plage Herr zu werden.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Spritzgeräte und Sprühgeräte

Von der Handspritze zum Rückentragegerät mit Zweitaktmotor: Spritzgeräte und Sprühgeräte in allen möglichen Formen und Größen sind schon für das Küchenfenster zu bekommen. Handspritzen, einfache Drucksprüher, Hochleistungssprühgeräte, Kolbenrückenspritzen oder Rückentragespritzen mit Verbrennungsmotor bilden ein breites Spektrum. Im Spezialistenbereich, der hier nur kurz gestreift wird, sind noch fahrbare Motorspritzen bis hin zu den großen Spezialspritzen, zu nennen, die jeder im Frühjahr allenthalben auf Maisfeldern im Einsatz sieht. Eine Zwischenposition zwischen Hand- und Motorantrieb nehmen die Spritzgeräte und Sprühgeräte mit Batterieantrieb ein. Sie haben sich aber nicht in großen Stückzahlen durchsetzen können.

[bearbeiten] Qualität: über Pumpen, Spritzen und Füllöffnungen

Spritzgeräte und Sprühgeräte unterliegen durchaus sehr breit gefächerten Qualitäten: Für den privaten Anwender sind die Großvermarkter die ersten Anlaufstellen, wenn es um billige Geräte geht, sei es die kleine o,5 l-Handspritze oder die Rückentragespritze mit 5 l Inhalt, die für wenige Spritzdurchgänge im Jahr sinnvoll und ausreichend erscheint. Auch wenn einmal eine Dichtung fehlt, kann ein gut sortierter Baumarkt oder ein Gartencenter der bekannten Filialketten helfen.

An dieser Stelle aber wird bewusst auf Unterschiede aufmerksam gemacht, die auch ein 'Weniganwender' mit in Kaufüberlegungen einbeziehen sollte: Denn Preis ist nicht nur billig, sondern auch von Ausstattung, verwendeten Materialien und bestimmten Details abhängig, die das Leben und Arbeiten deutlich einfacher machen können. An dieser Stelle wird auch der Spaß an der Gartenarbeit nicht vergessen. Denn eine schnell erledigte Arbeit macht doch mehr Freude als eine, die nur mit Huddel und Brassel erledigt werden kann, weil zum Beispiel minderwertiges Werkzeug zum Einsatz gekommen ist. Deshalb hier aus der Vielfalt technischer Details ein paar Besonderheiten, auf die der eine oder andere später beim Kauf achtet. Der Fachhändler macht dies so oder so.

Die Pumpen bilden zusammen mit dem Behälter das Kernstück einer jeden Spritze: Mit ihr wird der Luftdruck im Behälter aufgebaut, der wiederum die Spritzflüssigkeit herausdrückt. Die Kontrolle des Druckes übernimmt bei einfachen Geräten ein Überdruckventil oder bei hochwertigen Geräten ein Überdruckventil mit Zeigermanometer. Mit der letztgenannten Ausstattung lässt sich der gewünschte Druck sehr genau aufbauen. Die Düse ist für die Tröpfchengröße entscheidend und verwirbelt das Spritzgut. Auch sie kann je nach Material und Ausführung ein Qualitätsmerkmal sein.

Qualitätsunterschiede offenbaren sich an einer Spritze vor allem in den Schlauchverbindungen: Bei den Einstiegsgeräten sind diese Verbindungen mit einfachen Schellen gepresst. Die Erfahrung zeigt, dass diese Verbindungen einmal nur wenig Druck, aber auch nur wenigen Anwendungen standhalten. Sie werden schnell undicht und wenn dem Bediener dann die Spritzbrühe ins Hemd läuft, weiß der schnell, dass er am falschen Platz gespart hat. Hier sind auf jeden Fall Schraubverbindungen die bessere, haltbarere und trockenere Lösung. Die sicherste und haltbarste Verbindung sind Schraubverbindungen aus Messing, obwohl sie den Preis in die Höhe treiben.

Wichtig ist noch eine möglichst große Einfüllöffnung, die zusätzlich mit einem engmaschigen Sieb abgedeckt wird: Ein wichtiger Punkt, der auch von den Geräteherstellern immer wieder übersehen wird, sind die Markierungen für die Literzahlen. Bei einer kleinen Einfüllöffnung und außen angebrachten Markierungen lässt sich nämlich oft gar nicht erkennen, was sich an Flüssigkeit bereits im Behälter befindet. Hier hilft oft nur ein sauberer Messbecher, was aber die Arbeit wiederum umständlicher macht.

[bearbeiten] Zubehör

Es gibt eine Menge Spritzgerätzubehör um die Gartenarbeit zu vereinfachen.

[bearbeiten] Fassungsvermögen, Sprühbehälter und Dosierung

Für die heimische Fensterbank ist ein kleines 0,5-l-Gerät durchaus ausreichend.
Für die heimische Fensterbank ist ein kleines 0,5-l-Gerät durchaus ausreichend.

Vom Fassungsvermögen her dürfte die Untergrenze bei o,5 l anzusiedeln sein: Das ist auch ein Maß, mit dem sich in der Dosierung noch gut rechnen lässt. Es gibt aber auch etwa o,3 l-Gefäße. Bei ihnen ist das Umrechnen auf die Dosierung umständlicher, ist aber natürlich auch machbar.

Die Größe von o,5 l reicht für das Blumenfenster im Haus oder den kleinen Wintergarten: Auch ein einzelner Strauch im Garten lässt sich damit behandeln. Für größere Bäume oder Anwendungen im privaten Garten sollte es dann aber doch im Minimum eine 5 l-Spritze sein. Die sollten dann schon einen Trageriemen haben, weil das Gewicht damit besser zu bändigen ist. Darüber hinausgehen die 1o l-Spritzen, die aber fast nur noch etwas für große Grundstücksbesitzer oder Gärtnereien sind. Über 15 l Inhalt werden dann die Gewichte zu viel, und es wird auf Karrenspritzen umgestiegen.

Bei den Materialien für Sprühgerätebehälter lassen sich ebenfalls Qualitätsunterschiede herausfinden: Der Bereich 'Kunststoffe' war lange Zeit eindeutig den Billiggeräten zuzuordnen. Mit den besser werdenden Techniken vollzieht sich hier aber langsam ein Wandel. Die ersten Kunststoffbehälter für professionelle Anwendungen sind auf dem Markt. Im Einsteigerbereich sind Kunststoffbehälter aber immer noch dominierend.

Dann folgen die Spritzgeräte und Sprühgeräte in Stahl-Ausführung, wobei feuerverzinktes Stahlblech oder Edelstahl Verwendung findet: Diese reichen schon in den semiprofessionellen und professionellen Bereich. Manches Gerät mit einfacher Pumpe und Ausstattung findet sich aber auch schon in der Hobbyanwendung. Feuerverzinktes Stahlblech ist schwer und kann rosten. Edelstahl rostet nicht, lässt sich gut reinigen, ist dafür aber etwas schwerer als Kunststoff. Kupfer ist das 'traditionelle' Material für Sprühgeräte und Spritzgeräte. Aufgrund des Preises werden diese Geräte aber immer weiter zurückgedrängt.

Dosierung, oder: So wenig wie möglich, so viel oder so oft wie nötig, so lässt sich die Frage der Dosierung in einem Satz beantworten. Die Hersteller von Pflanzenschutzmitteln testen die Wirkung ihrer Präparate vorher genau aus. Deshalb sollte sich der Anwender immer penibel an die Dosierungsmengen auf den Packungen halten. Denn nur so wird die beste Wirkung erzielt. Weder ein Zuviel noch ein Zuwenig ist deshalb empfehlenswert! Wichtig ist noch die Wiederholung der Maßnahme, ebenfalls möglichst so, wie der Hersteller die Abstände zwischen den Spritzungen angibt.

[bearbeiten] Allgemeine Tipps

Natürlich ist vorher erst genau zu bestimmen, gegen was die Spritzung helfen soll: Dann folgt die Auswahl des geeigneten Mittels. Hierzu sollte unbedingt der Rat eines Fachmannes eingeholt werden, wenn Unklarheiten bestehen. Vielfach sollten erst einmal biologische Sprühmittel in Betracht gezogen werden. Erst wenn das wegen der Höhe des Befalles oder aus anderen Gründen ausgeschlossen werden kann, sollte auf die stärkeren, chemischen Mittel zurückgegriffen werden.

Reste von Spritzbrühen gehören auf keinen Fall in die Kanalisation: Deshalb nie mehr Mittel ansetzen, als gebraucht werden. Wenn einmal zuviel angesetzt wurde, den Rest für die spätere, zweite Spritzung aufheben.

Beim Einfüllen dürfen nur Wasser und Mittel in den Sprühbehälter gelangen: Nichts ist ärgerlicher, als ständig die verstopfte Düse reinigen zu müssen. Deshalb müssen auch Wirkstoffe in Pulverform vor dem Einfüllen vollkommen aufgelöst werden.

Beste Tageszeit für das Ausbringen von Spritzlösungen sind der frühe Morgen und der späte Abend: Dann ist im Sommer meist der Wind eingeschlafen und die Sonne brennt nicht mehr so stark. Das eine ist gut für die Abdrift von Spritzbrühe, das andere verhindert Brandflecken auf den Blättern.

Bei der Ausbringung sind alle Pflanzenteile gleichmäßig zu benetzen, auch die Blattunterseiten: Je feiner der Sprühstrahl, umso besser ist die Wirkung der Spritzbrühe.

Reinigung und Pflege: Nach der Benutzung sind die Geräte gründlich zu reinigen, am Besten mit Aktivkohle. Natürlich sollten sie auch trocken werden können. Erst dann sollten sie wieder komplett zusammengebaut werden. Leckende Dichtungen sollten rasch ersetzt werden. Das ist es auch schon weitgehend, was über den Bereich 'Pflege und Wartung' auszuführen ist.

Schutzkleidung und Schutzmasken: Je nach Spritzmittel ist der persönliche Schutz vor der Berührung oder dem Einatmen des Spritzmittels wichtig. Das beginnt schon beim Befüllen der Spritze mit dem meist stark konzentrierten Präparat. Berühren oder Einatmen der Dämpfe kann schon gefährlich sein. Deshalb unbedingt die Warnhinweise auf der Packung beachten. Beim Ausbringen der Spritzbrühe sollte nie gegen den Wind sondern nur mit dem Wind gespritzt werden. Die Abdrift des feinen Sprühnebels kann erheblich sein. Deshalb immer auch an die Nachbarn denken.

Sollte einmal trotz aller Umsicht etwas passieren, sind auf den Packungen meist wichtige Hinweise für den Arzt oder den Ersthelfer niedergelegt, bis hin zu Gegenmedikationen für schwere Fälle. Der Arzt muss aber für Gegenmaßnahmen die Inhaltsstoffe der Spritzmittel kennen. Er kann aus den Aufdrucken und Hinweisen wichtige Rückschlüsse ziehen.

Fachkundenachweis: Dass Spritzmittel als durchaus gefährlich angesehen werden, zeigt auch die Tatsache, dass die Gebinde nur durch Personen abgegeben werden dürfen, die einen Fachkundenachweis erbracht haben, und dass bestimmte Mittel beim Einzelhandel in abgeschlossenen Vitrinen aufbewahrt werden müssen. Damit ist aber auch sichergestellt, dass der Verkäufer Ahnung vom Inhalt des 'Giftschrankes' haben muss. Hilfestellung in Sachen Pflanzenschutz geben natürlich auch die örtlichen Pflanzenschutzämter, die Landwirtschaftskammern und sogar die Firmen, die Schädlingsbekämpfungsmittel anbieten.

[bearbeiten] Schädlingsbekämpfung

Für die Schädlingsbekämpfung gibt es verschiedenste Pflanzenschutzmittel.

Befallene Pflanzenteile sind unbedingt gründlich zu entsorgen: Besonders gilt das für Pilzsporen. Hier reicht auch der häuslich Kompost nicht, weil der im Hausgarten nicht die Temperaturen entwickelt, die für das vollständige Abtöten der Sporen nötig ist. Das geschieht nur auf großen Mieten, in denen Temperaturen von 8o bis 1oo Grad entstehen können oder wo die Erden sterilisiert werden.

Wer es mit Sporen zu tun hat, muss auch die Werkzeuge wie Scheren und Sägen nach der Benutzung gründlich desinfizieren: Schon so manche Pflanze wurde infiziert, weil sie über die Werkzeuge mit den Schaderregern in Verbindung kam. Die Desinfizierung sollte auf jeden Fall erfolgen, auch wenn die Übertragung verschiedener Pilzarten nur in der Gattung stattfindet.

Die Zahl der Parasiten und ihre Schadbilder sind enorm groß: Sie im Einzelnen zu beschreiben würde den Rahmen dieser Berichterstattung bei Weitem sprengen. Aber es sollen ein paar Hinweise geben werden, wie sich zumindest ein paar Schadbilder zuordnen lassen. Grundsätzlich kann jeder Pflanzenteil von Krankheiten und Parasiten befallen werden. Selbst Saatgut, Keimlinge und natürlich ausgewachsene Pflanzen sind nicht davor gefeit.

[bearbeiten] Pilzkrankheiten

Zahlreiche Pilzkrankheiten bedrohen die Pflanzen.

[bearbeiten] Tierische Schädlinge

Blattläuse können großen Schaden anrichten.
Blattläuse können großen Schaden anrichten.

Viele Schädlinge bedrohen die Pflanzen des Gärtners, doch mit den richtigen Gegenmaßnahmen kann Abhilfe geschaffen werden.

[bearbeiten] Fazit

Mit vorbeugenden Maßnahmen ließe sich eine große Menge an Spritzmitteln sparen: Aber da wir in unseren Gärten auch Pflanzen ziehen wollen, die von Natur aus gar nicht dort wachsen würden, bereiten wir den Schädlingen geradezu den Tisch.

Denn eine Pflanze, die sich von all ihren Lebensumständen nicht wohl fühlt, hat auch weniger Abwehrkräfte als eine, die sich rundum wohl fühlt: Deshalb sind die Auswahl der Pflanzen, die richtige Sortenwahl, oder auch entsprechende Düngungs- und Schnittmaßnahmen sehr wichtig für das Wohlbefinden der Pflanzen in unseren Gärten. Schon diese Maßnahmen sind der beste Schutz gegen Schädlinge aller Art.

Daher soll zum Schluss auch ein wenig Positives über die so genannten 'Schädlinge' gesagt werden: Eigentlich bilden sie im Kreislauf der Natur wichtige Bausteine. Immer gibt es für einen Schädling auch einen Nützling, der möglicherweise sogar von dem Schädling abhängig ist. Nur der Mensch teilt Tier und Pflanzen in diese Kategorien ein.

Jeder sollte sich deshalb auch die Frage nach den Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln fragen: Denn oft wird mit dem Zurückdrängen des vermeintlichen Schädlings auch die darüber liegende Nahrungskette unterbrochen oder zumindest gestört, mit weit reichenden Veränderungen für die Tier- und Pflanzenwelt. Ein Einsatz von starken Mitteln darf deshalb nur die letzte Möglichkeit sein. Vielleicht geht es ja auch mit weniger radikalen Mitteln. Und so kann jeder in seinem örtlichen Kosmos für ein natürliches Gleichgewicht zwischen Schädlingen und Nützlingen sorgen.

[bearbeiten] Weblinks

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