Strauch

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Sträucher in einem Wintergarten

Sträucher entwickeln Triebe unmittelbar aus der Basis und bilden keine Stämme.

Inhaltsverzeichnis

Richtiger Schnitt

Bei strauchartig wachsenden Pflanzen, zum Beispiel Buchsbaum, bewirkt der regelmäßige Schnitt eine starke Verzweigung und einen dichten Wuchs: So ist es möglich, diesen Pflanzen unterschiedliche Formen zu geben - eine Kunst, die schon in der Antike beherrscht wurde und die die Gärtner in der Renaissance und im Barock weiter verfeinert haben.

Mindestens zwei Aspekte sind dabei für die Wundheilung wichtig: Schnittzeitpunkt und Schnitttechnik. Je kleiner die Schnittwunde ist, umso schneller verheilt sie. Das spricht für regelmäßigen Schnitt von noch jungen Trieben. Je früher und je gezielter die Schere ansetzt wird, umso besser kann die Pflanze den Verlust wieder ausgleichen - und das ist vor allem in der professionellen Gehölzproduktion in Baumschulen wichtig. Dort kommt außerdem noch die 'unterirdische' Dimension dazu: Durch regelmäßigen Wurzelschnitt wird sichergestellt, dass die Pflanzen ein kompaktes und leistungsfähiges Wurzelwerk ausbilden, mit dem sie später im Garten schnell und sicher anwachsen.

Sommerblühende Sträucher

Bei Gehölzen, die im Sommer oder Frühherbst blühen, werden die Blüten an den im Frühjahr frisch gewachsenen Trieben angelegt: Hier ist ein kräftiger Rückschnitt kurz bevor die Knospen austreiben wichtig. Die zurück geschnittenen Zweige treiben stark aus und bringen somit im gleichen Jahr zahlreiche Blütentriebe. Vorteilhaft an dem Schnitttermin im März ist außerdem, dass vom Frost geschädigte Teile sehr gut erkennbar sind und gleich mit entfernt werden können. Hier einige Beispiele für sommerblühende Sträucher, die jetzt geschnitten werden:

Frühlingsblüher

Vollkommen anders als bei den Sommerblühern sieht es bei den Gehölzen aus, die im Frühling blühen: Die meisten Frühjahrsblüher, so zum Beispiel die beliebten Forsythien, bilden vor allem am Holz des Vorjahres ihre Blüten aus. Sie werden am besten sofort nach der Blüte ausgelichtet. Dazu wird altes Holz, das nur noch schwache Triebe bringt, entweder auf einen schönen Seitenzweig zurückgeschnitten oder direkt über dem Boden abgeschnitten. Die noch übrigen Jahrestriebe werden ganz belassen, nur zur Formgebung werden einige eingekürzt. Eine Ausnahme von der Regel bilden die Spätfrühjahrsblüher wie der Falsche Jasmin [Philadelphus], die Weigelie und die Kolkwitzie. Sie sollten 'vor der Blüte', also im Winter ausgelichtet werden.

Schmetterlingsstrauch

Der Schmetterlingsstrauch [Buddleia davidii], auch Sommerflieder genannt, entwickelt seine prachtvollen Blütenrispen am besten, wenn man die Triebe des Vorjahres bis auf kurze Zapfen mit ein bis zwei Knospenpaaren zurückschneidet. Von Zeit zu Zeit werden einzelne alte Stümpfe ganz herausgenommen, damit der Strauch nicht zu dicht wird.

Rispenhortensie und Roseneibisch

Ähnlich verhalten sich die Rispenhortensie [Hydrangea paniculata] und der Roseneibisch [Hibiscus syriacus]: Auch sie blühen am schönsten, wenn alle kräftigen Vorjahrestriebe auf wenige Knospen zurückgeschnitten werden. Als Faustregel kann hier gelten, einen etwa finger- bis handlangen Zapfen stehen zu lassen. Schwaches und zu altes Holz sollte ganz entfernt werden. Auch die sommerblühenden Spieren, wie zum Beispiel die Sorten 'Anthony Waterer' und 'Little Princess', vertragen einen solch kräftigen Rückschnitt.

Schneeball- und Gartenhortensie

Die Schneeballhortensie [Hydrangea arborescens] kann wie eine Staude behandelt werden, das bedeutet, sie wird jedes Jahr bis knapp über den Boden zurückgeschnitten: Sie bildet dann einen üppigen Blütenbesatz mit großen Blütenbällen. Vorsicht ist bei der Gartenhortensie [Hydrangea-Hybriden] geboten. Sie legt ihre Blüten bereits im Herbst an und darf daher nicht im Frühjahr geschnitten werden.

Halbsträucher

Der beliebte, kleinwachsende Fünffingerstrauch [Potentilla fruticosa] wird am besten alle paar Jahre bis auf 5 bis 10 cm über den Boden zurückgeschnitten, um ein Verkahlen zu verhindern: Günstigster Termin ist auch hier der März. Jedes Jahr sollten Halbsträucher wie Lavendel, Salbei und Bartblume zurückgeschnitten werden. Bei jüngeren Pflanzen werden alle Triebe bis auf eine Handbreit über dem Boden abgeschnitten. Ältere, an der Basis bereits knorrig-verholzte Sträucher werden nur kräftig zurückgenommen. Sie treiben dann meist wieder überreich aus.

Wildgehölze: nicht pflücken!

Auch wenn die Versuchung groß ist: Die Blütenzweige früh blühender Wildgehölze, besonders von Salweide und Reifweide, aber auch von Haselnuss, Kornelkirsche und Roterle, sollten nicht abgepflückt werden. Die Vorfrühlingsblüher unter den wild wachsenden Sträuchern in der Landschaft haben, je nach Witterung und Standort, oftmals ihre Blüten oder Blütenkätzchen geöffnet. Diese werden gern für Sträuße und Vasenschmuck mitgenommen.

Die Blüten erfüllen eine besondere Aufgabe im Naturhaushalt: Für die aus dem Winterschlaf erwachten Völker, vor allem der Honigbienen, Wildbienen, Hummeln, Wespen sowie deren junge Brut bildet der Blütenpollen das einzige Frühlingsfutter. Die Weidenarten und die Kornelkirsche sind auch die ersten Nektarspender.

In der Tierwelt ist das Frühjahr darüber hinaus Aufzuchtzeit: Jetzt sind Tiere besonders empfindlich gegen Störungen. Verantwortungsbewusste Waldbesucher bleiben daher auf den Wegen. Zum Schutz der Tiere gehört auch, dass im Wald kein übermäßiger Lärm gemacht wird. Die eigenen Abfälle hinterlassen die Erholungssuchenden nicht im Wald, sondern nehmen sie wieder mit nach Hause. Rauchen und Feueranzünden kann im Wald zu katastrophalen Folgen führen und ist vom 1. März bis 31. Oktober verboten.

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