Teich
Wasser übt seit jeher eine besondere Faszination auf den Menschen aus: Beruhigendes Plätschern, glitzernde Sonnenstrahlen auf der Wasseroberfläche, sirrende Libellen, quakende Frösche - ein naturnaher Gartenteich ist ein reizvoller Ort im Garten und bietet außerdem interessante Einblicke in die Tier- und Pflanzenwelt. Holt man sich Wasser in den eigenen Garten, bereichert es diesen nicht nur optisch sondern ist auch Lebensraum für Insekten, Mikroorganismen und vor allem für Pflanzen. Denn erst Wasserpflanzen und Uferbegrünung erwecken den Gartenteich zum Leben und bieten zu jeder Jahreszeit ein wechselndes Naturschauspiel.
Inhaltsverzeichnis |
Teichsorten
Fischteiche können neben Wasserpflanzen die verschiedensten Fische beherbergen. Das Füttern ist nicht notwendig und führt nur zu übermäßigem Nährstoffeintrag. Zu den Fischteichen gehören auch die Koiteiche. Sie müssen eine bestimmte Wasserqualität und -temperatur aufweisen, damit die Koifische darin wachsen und gedeihen. Naturnahe Teiche faszinieren durch sanfte Uferschwünge und unterschiedlich tiefe Wasserzonen. Die Vielfalt der Pflanzen im Wasser und am Ufer sorgt für eine reiche Tierwelt. Schwimmteiche sind zum Schwimmen und Baden geeignet. Das Wasser wird allerdings nicht mit chemischen Mitteln aufbereitet, sondern indem ein biologisches Gleichgewicht hergestellt wird.
Teichbau
Der Teichbau erfordert viele Vorabüberlegungen. Welchen Zweck soll der Teich erfüllen? Wo ist ein geeigneter Standort? Wie groß soll der Teich werden. Womit soll der Teich bepflanzt werden?
Bepflanzung
Wer seinen Gartenteich mit Leben füllen will, der kann im Mai aktiv werden, denn dann beginnt die Pflanzzeit für den Wassergarten und dauert den ganzen Sommer über an: Je nach Wassertiefe sind bestimmte Wasserpflanzen am besten für die Bepflanzung geeignet. Die Teichzonierung unterscheidet daher Sumpfzone, Flachwasserzone und Freiwasserzone.
Sumpfzone
Die Sumpfzone ist das Gebiet am Rande eines Teiches. Sie weist einen Wasserstand von 0-20 cm auf. In dieser äußersten Teichzone natürlicher Wassergärten kann der Wasserstand schwanken. Pflanzen, die hier wachsen, müssen deshalb sowohl anhaltende Feuchtigkeit als auch gelegentliche Trockenheit vertragen.
Flachwasserzone
Die Flachwasserzone hat eine Wassertiefe von ca. 20-50 cm. In dieser Zone sind die Pflanzen zwar fest im Wasser verwurzelt, allerdings ragen Blätter und Stengel oft aus dem Wasser heraus.
Freiwasserzone
Die Freiwasserzone ist bis zu einem Meter tief. Die Pflanzen in dieser Zone unterscheidet man in untergetauchte Unterwasserpflanzen und sogenannte Schwimmblattpflanzen.
Ufergestaltung außerhalb des Teiches
Die Randzone des Gartenteichs liegt außerhalb der Teichfolie und hat keinen direkten Kontakt zum Wasser: Die Stauden wachsen hier in normaler Gartenerde. Dennoch sollten auch für diesen Bereich Pflanzen gewählt werden, die ihren natürlichen Standort in Wassernähe haben. Neben dem Blutweiderich wachsen hier beispielsweise Taglilien [Hemerocallis], die schöne Trollblume [Trollius] mit kugelrunden gelben Blüten und die violett-blaue Dreimasterblume [Tradescantia] mit grasähnlichen Blättern. Aber auch mit bekannten Gartenklassikern wie dem gelbgrün blühenden Frauenmantel [Alchemilla mollis] mit großen, auffälligen Blättern, Gold-Felberich [Lysimachia] oder Funkie [Hosta] lässt sich der Teichrand ganz natürlich umrahmen.
Besonders wichtig ist eine möglichst abwechslungsreiche Ufergestaltung mit großen und kleinen Steinen, Holz, Kies und Sand. Zur Bepflanzung eignen sich je nach Wassertiefe Igelkolben, Rohrkolben, Schwertlilie, Blutweiderich, Sumpfdotterblume, Wollgras, Binsen, Sumpf-Calla und Enzian-Ehrenpreis, die zu unterschiedlichen Blütezeiten Farbe an den Uferrand bringen.
Als Bodendecker für den Teichrand oder zur Unterpflanzung größerer Uferstauden gibt es einige schöne Blüher: Flache gelbgrüne Teppiche bildet zum Beispiel das Pfennigkraut [Lysimachia nummularia]. Auch violettblau blühender Günsel [Ajuga] oder rosa und purpurroter Teppich-Wiesenknöterich [Bistorta] eignen sich für den Teichrand.
Um das Treiben am Biotop im Sommer ungestört genießen zu können, lassen sich fremde Blicke ganz einfach durch natürlichen Sichtschutz abhalten: Am Teichrand eignet sich hierfür beispielsweise die Uferaster [Vernonia]. Sie bildet mannshohe Büsche und blüht von August bis Oktober purpurviolett. Blickdicht ist auch das Chinaschilf [Miscanthus]. Es erreicht eine Höhe von zwei Metern und ist auch im Herbst noch attraktiv.
Es gibt auch einige Gehölze, die nah am Rand eines naturnahen Teiches wachsen können und Feuchtigkeit oder gelegentliche Überflutung vertragen: Hierzu zählen beispielsweise der stattliche Amberbaum [Liquidambar styraciflua] und der Rot-Ahorn [Acer rubrum]. Auch Sträucher wie die Weide [Salix] oder der Gewöhnliche Schneeball [Viburnum opulus] vertragen nasse Böden. Sie stehen gut auf der Rückseite naturnaher Teiche und geben der Wassergartenlandschaft so einen schönen grünen Hintergrund. Kletterkünstler wie der Wilde Wein [Parthenocissus] oder die Gewöhnliche Waldrebe [Clematis vitalba] können sich ebenfalls gut mit einem schwankenden Wasserstand arrangieren. Sie schaffen durch ihr fein gegliedertes Laub oder ihre filigranen Blüten natürliche, wildromantische Stimmung am Wasserrand.
Auch Morgensternsegge [Carex grayi] und Bambus fühlen sich hier wohl. Höher wachsende Bambusarten bieten mit ihren festen Halmen einen guten Sichtschutz, wirken dabei aber dennoch leicht und luftig. Sommertage am heimischen Ufer erhalten dadurch nicht nur den Schutz eines natürlichen Schirmes, sondern darüber hinaus auch eine Spur von entspannendem asiatischem Flair.
Pflege
Ein Teich benötigt regelmäßige Pflege, um Verschlammung, ein Übermaß an Algen und weitere Probleme zu vermeiden. Ein gesunder Teich hat glasklares Wasser, das beim Aufwirbeln von Bodenschlamm innerhalb einer Stunde wieder klar ist. Zur Teichpflege gehört also die regelmäßige Reinigung, Entfernen von abgestorbenen Pflanzen, Rückschnitt von Pflanzen und weiteres.
Problem: Algen
Kaum scheint die Sonne und steigen die Temperaturen, wachsen die Algen in vielen Gartenteichen. Dafür verantwortlich sind in der Regel eine übermäßige Anreicherung mit sich zersetzender organischer Substanz und Sauerstoffmangel. Erste Gegenmaßnahme ist das Abfischen der Algen. Auch eine Beschattung des Teiches ist hilfreich gegen Algenwachstum. Deshalb sollten einige Schwimmpflanzen, wie Wasserhyazinthen [Eichhornia azurea], Wassersalat [Pistia stratiotes] oder Algenfarn [Azolla filiculoides] auf der Teichoberfläche schwimmen. "Je mehr in das System Teich eingegriffen wird, desto eher neigt es zur Algenbildung", so der Gärtnermeister: "Klares Teichwasser ist auf Dauer nur mit technischem Aufwand zu erzielen", weiß der Staudenexperte.
Wasserpflanzen mit Schwimmblättern, wie etwa Seerosen, dienen dem gleichen Zweck: Allerdings sollten sie nicht die gesamte Teichoberfläche bedecken, denn auch Unterwasserpflanzen, die Sauerstoff produzieren, benötigen Licht zum Leben. Zu diesen Pflanzen gehört zum Beispiel das Tausendblatt [Myriophyllum-Arten] und die Wasserpest [Lagarosiphon major].
Zusätzlichen Sauerstoff bringt der Gartenbesitzer durch ein Wasserspiel in den Teich: Wertvolle Helfer gegen Algen und Trübungen im Gartenteich sind Wasserflöhe [Daphnia] und Hüpferlinge [Cyclops]. Sie halten sich jedoch nur, wenn keine Fische im Teich leben.
Die Pflanzen und die Beckenwände werden von Wasserschnecken gereinigt: Davon gibt es verschiedene Arten. Fische, insbesondere Goldfische, die auf der Suche nach Nahrung am Grund des Teiches gründeln, wühlen ständig Trübteilchen auf. Das Füttern der Fische ist nicht notwendig und führt nur zu übermäßigem Nährstoffeintrag.
Durch Schwimmpflanzen wie die Krebsschere, Wassersalat oder die tropische Wasserhyazinthe lassen sich dem Wasser Nährstoffe entziehen und so das Algenwachstum vermindern. Die Anzahl der Fische sollte nicht zu groß sein, denn Fischkot, reichliches Fischfutter sowie zersetzende Pflanzenteile begünstigen das Algenwachstum ebenfalls.
Weblinks
- Schmetterlinge und Bienen bei Gartentechnik.de
- Stauden beleben den Teich bei Gartentechnik.de
- Letzte Gartenarbeiten vor dem Wintereinbruch bei Gartentechnik.de
- Gartenteiche: trübe Aussichten im Sommer bei Gartentechnik.de
- Der Gartenteich im Frühjahr bei Gartentechnik.de
- Gartenteiche: letzte Chance für Wintervorbereitung bei Gartentechnik.de
- Gartenteich: Pflanzzeit am Ufer bei Gartentechnik.de
- Gartenteich: trübe Aussichten bei Gartentechnik.de
- Wasserwelt im Garten bei Gartentechnik.de
- Wasseroasen im Garten bei Gartentechnik.de
- Wasser im Garten bei Gartentechnik.de