Teichpflege

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Vor dem Winter sollten Algen und Laub aus dem Teich entfernt werden.

Ein Teich benötigt regelmäßige Pflege, um Verschlammung, ein Übermaß an Algen und weitere Probleme zu vermeiden. Ein gesunder Teich hat glasklares Wasser, das beim Aufwirbeln von Bodenschlamm innerhalb einer Stunde wieder klar ist. Zur Teichpflege gehört also die regelmäßige Reinigung, Entfernen von abgestorbenen Pflanzen, Rückschnitt von Pflanzen und weiteres.

Inhaltsverzeichnis

Frühjahrspflege

Sobald die Tage länger und wärmer werden, erwacht am und im Teich alles wieder zum Leben. Jetzt ist die richtige Zeit, um aufzuräumen und große oder stark gewachsene Pflanzen zu entfernen oder zu teilen. Wann man mit den Arbeiten am Teich beginnen sollte, ist stark wetterabhängig. Ein Richtpunkt ist die Wassertemperatur im Teich. Sie sollte bei etwa 1o bis 12 Grad Celsius liegen, da die Fische in kälterem Wasser nicht aktiv sind. Trotzdem muss auch bei Wassertemperaturen über 12 Grad Celsius aufgepasst werden, dass die noch sehr unbeweglichen Fische bei den Pflegearbeiten nicht verletzt werden.

Rückschnitt

Gräser und Stauden werden im Frühjahr zurückgeschnitten und Blätter und Halme entfernt. Dazu kann man eine Heckenschere verwenden, mit der die Pflanzen auf circa zehn Zentimeter über dem Boden oder dem Wasserspiegel zurückgeschnitten werden. Anschließend entfernen Sie alle Blätter und Halme aus dem Teich und vom Rand. So wird ein weiterer Nährstoffeintrag in das Wasser vermieden und damit auch eine starke Algenbildung verhindert. Laub, das noch im Teich liegt, sollte ebenfalls entfernt werden, um den Nährstoffgehalt im Gartenteich so klein wie möglich zu halten.

Pflanzenteilung

Ist der Teich im vorangegangenen Sommer bis auf ein Drittel freie Wasseroberfläche zugewachsen gewesen, sind die Pflanzen jetzt zu entfernen oder zu teilen. Dazu nimmt man die Pflanzen aus dem Teich und bricht oder schneidet die Rhizome oder Wurzeln auseinander. Dabei ist darauf zu achten, dass glatte Flächen entstehen. Ist das nicht der Fall, muss die Bruchstelle mit dem Messer nachgeschnitten werden. Anschließend werden die Bruchstellen mit Aktivkohle behandelt und die Pflanzen wieder eingetopft. Die beste Erde ist ein Sand-Ton-Gemisch. Auf keinen Fall darf mit 'normaler' Blumenerde gearbeitet werden. Als Töpfe eignen sich besonders die im Handel angebotenen Gitterkörbe, denn in diesen können die Pflanzen gut einwurzeln. Anschließend gibt man noch etwas Kies auf die fertig getopften Pflanzen, um diese zu beschweren und am Auftrieb zu hindern.

Teichreinigung

Ist der Grund des Teiches sehr verschlammt, kann jetzt im Frühjahr eine Reinigung durchgeführt werden. Dazu wird mit speziellen Maschinen der Mulm vom Teichgrund abgesaugt. Grobe Teile werden in einem Filter aufgefangen und das übrige Wasser versickert im Gartenboden. Aufgefüllt wird der Gartenteich mit sauberem, frischem Regenwasser oder ersatzweise Leitungswasser. Allerdings sollte nie der ganze Teichgrund auf einmal gesäubert werden, sondern maximal ein Drittel bis zur Hälfte der Fläche. So wird das natürliche Gleichgewicht nicht zu sehr gestört und die Wasserwerte bleiben relativ konstant. Dies ist besonders für Fische und Kleinstlebewesen wichtig. Solche für den Teich und seine Selbstreinigungskraft einschneidenden Arbeiten, sollten maximal alle zwei bis drei Jahre durchgeführt werden.

Wintervorbereitung

Rechtzeitig vor dem Winterbeginn sollte der Gartenteich auf den Winter vorbereitet werden. Damit der Teich nicht bis zum Grund durchfriert, sollte das Wasser im Winter weder durch zu späte Reinigungsarbeiten noch durch Teichpumpen umgewälzt werden. Wenn es zu Beginn des Winters kalt wird, entsteht eine natürliche Wasserschichtung mit verschiedenen Temperaturen. Am Grund des Teiches liegt dann ein Wasserpaket mit einer Temperatur von vier Grad, in dem die Tiere überwintern können.

Das Hauptproblem im Herbst und Winter ist die Zersetzung der organischen Masse im Teich. Sie verbraucht viel Sauerstoff. Dieser wird vor allem unter einer geschlossenen Eisdecke und bei mangelnder Wasserumwälzung knapp. Das führt zum Tod von größeren Tieren, wie Fischen und Fröschen. Besonders schädlich wirken sich Faulgase aus, wie Schwefelwasserstoff und Methan, die aus der Zersetzung im Faulschlamm stammen. An manchen, meist größeren Teichen, sind die aufsteigenden Faulgase als Blasen zu beobachten.

Jeder Teichbesitzer sollte deshalb alle absterbenden Pflanzenteile, wie beispielsweise Seerosenblätter, sorgfältig entfernen, bevor der Teich zufriert. Auch Falllaub sollte möglichst vollständig abgefischt werden, bevor es auf den Teichboden sinkt. Fadenalgen und sonstige Zersetzungsmassen müssen ebenfalls raus. In älteren Teichen wird üblicherweise ein Drittel des Bodensatzes entnommen und kompostiert. Größere Lebewesen, die sich in dem Schlamm finden, können wieder in den Teich zurückgeben werden.

Besitzen Sie einen Gartenteich von mindestens 8o cm Tiefe, so können Fische und Seerosen im Teich bleiben. In der Regel friert das Wasser nicht bis zu diesen Tiefen durch. Belassene Schilfgräser und andere Wasserpflanzen sorgen für den nötigen Gasaustausch.

Ein gesunder Teich hat glasklares Wasser, das beim Aufwirbeln von Bodenschlamm innerhalb einer Stunde wieder klar ist. Nach Möglichkeit sollte das Wasser jedoch nicht durch Frischwasser aus der Leitung ausgetauscht werden. Jede Zufuhr von Frischwasser stört das Gleichgewicht im Teich.

Teiche mit ständig trübem Wasser sind krank. Hier müssen die Ursachen gesucht werden. Meist kommen von außen Nährstoffe in den Teich, die nicht gebraucht werden, beispielsweise Fischfutter. Besonders nachteilig ist zu großer Fischbesatz, insbesondere mit Karpfenfischen, wie Goldfischen, die ständig im Schlamm wühlen und deren Ausscheidungen eine Nahrungsgrundlage für Algen bieten. Vielfach genügt es, die Fische abzuschaffen, und der Teich wird nach einiger Zeit klar.

Problem: Algen

Kaum scheint die Sonne und steigen die Temperaturen, wachsen die Algen in vielen Gartenteichen. Dafür verantwortlich sind in der Regel eine übermäßige Anreicherung mit sich zersetzender organischer Substanz und Sauerstoffmangel. Erste Gegenmaßnahme ist das Abfischen der Algen. Auch eine Beschattung des Teiches ist hilfreich gegen Algenwachstum. Deshalb sollten einige Schwimmpflanzen, wie Wasserhyazinthen [Eichhornia azurea], Wassersalat [Pistia stratiotes] oder Algenfarn [Azolla filiculoides] auf der Teichoberfläche schwimmen. "Je mehr in das System Teich eingegriffen wird, desto eher neigt es zur Algenbildung", so der Gärtnermeister: "Klares Teichwasser ist auf Dauer nur mit technischem Aufwand zu erzielen", weiß der Staudenexperte.

Wasserpflanzen mit Schwimmblättern, wie etwa Seerosen, dienen dem gleichen Zweck: Allerdings sollten sie nicht die gesamte Teichoberfläche bedecken, denn auch Unterwasserpflanzen, die Sauerstoff produzieren, benötigen Licht zum Leben. Zu diesen Pflanzen gehört zum Beispiel das Tausendblatt [Myriophyllum-Arten] und die Wasserpest [Lagarosiphon major].

Zusätzlichen Sauerstoff bringt der Gartenbesitzer durch ein Wasserspiel in den Teich: Wertvolle Helfer gegen Algen und Trübungen im Gartenteich sind Wasserflöhe [Daphnia] und Hüpferlinge [Cyclops]. Sie halten sich jedoch nur, wenn keine Fische im Teich leben.

Die Pflanzen und die Beckenwände werden von Wasserschnecken gereinigt: Davon gibt es verschiedene Arten. Fische, insbesondere Goldfische, die auf der Suche nach Nahrung am Grund des Teiches gründeln, wühlen ständig Trübteilchen auf. Das Füttern der Fische ist nicht notwendig und führt nur zu übermäßigem Nährstoffeintrag.

Durch Schwimmpflanzen wie die Krebsschere, Wassersalat oder die tropische Wasserhyazinthe lassen sich dem Wasser Nährstoffe entziehen und so das Algenwachstum vermindern. Die Anzahl der Fische sollte nicht zu groß sein, denn Fischkot, reichliches Fischfutter sowie zersetzende Pflanzenteile begünstigen das Algenwachstum ebenfalls.

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