Wildkraut

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Löwenzahn
Löwenzahn

Das Arbeiten im Garten mit und an den Pflanzen ist für viele Hobbygärtner eine sinnerfüllende und befriedigende Tätigkeit: Man ist das ganze Jahr über draußen an der frischen Luft und erfreut sich der Vielfalt an Farben, Blüten und Früchten. Am schönsten ist es dann, wenn man nach getaner Arbeit von der Terrasse oder dem Gartenhäuschen das geschaffene genießen kann. Doch ein altes Sprichwort sagt: "Alles braucht beim wachsen seine Zeit - nur das Unkraut, das ist schneller."

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Unkraut

'Unkraut' - was für ein unschönes Wort für Pflanzen, die nur einen Makel haben: sie stehen nämlich in diesem Moment leider am falschen Platz. In der gärtnerischen Fachsprache haben sich deshalb andere Worte verbreitet: man spricht in diesem Zusammenhang von 'Beikraut' oder 'Wildkraut'. Das hört sich doch schon viel moderater an, denn jeder Gartenfreund wird bestätigen, dass ein blühender Löwenzahn oder ein roter Klatschmohn reizvolle Blütenpflanzen sind - aber einfach nicht in ein Staudenbeet gehören. Grund genug, sich dieser unliebsamen, weil am falschen Platz stehenden, Pflanzen zu entledigen. Doch wie gelingt das am Besten? Vor allem Samenunkräuter müssen beharrlich entfernt werden und dürfen nicht zur Samenreife gelangen.

Ständige Niederschläge lassen die Wildkräuter gut gedeihen und dem Freizeitgärtner keine Pause beim Jäten: Wurzelunkräuter, wie Ackerwinde, Quecke und Giersch kann man bei durchfeuchteten Boden gut herausziehen. Aber vor allem die Samenunkräuter besiedeln schnell, weiträumig und flächendeckend freie Plätze im Garten. Man kann sie nicht einfach gewähren lassen, weil ihre Samen über Jahrzehnte keimfähig im Boden verbleiben.

[bearbeiten] Vogelmiere und Distel

Allseits bekannt ist die Vogelmiere, die selbst die kalten Wintermonate als dichter Teppich überdauert: Nicht zu vergessen sind verschiedene gelb blühende Distelarten. Sie verstecken sich gern zwischen den Kulturpflanzen und pusten dann unvermittelt ihre unzähligen Samen in jeden Winkel des Gartens. Doch es gibt immer mehr ungewöhnliche Wildkräuter, die verstärkt den Lebensraum "Garten" heimsuchen.

[bearbeiten] Gräser

Unter den 'Ungräsern' treten immer häufiger Hirsearten in Erscheinung: Schon einzelne wenige Exemplare, die sich zwischen Kulturpflanzen und Stauden verstecken, können so viele Samen zur Reife bringen, dass sie jede freie Stelle im Garten besiedeln. Die Hühnerhirse besitzt kräftige Ähren, die bis zu zweitausend Samen pro Pflanze hervorbringen. Sie keimen zwar erst bei 1o bis 15 Grad Celsius, aber die Samen bleiben fünf Jahre lebensfähig. Die ersten Exemplare der Bluthirse im Garten könnte man für ein attraktives Ziergras halten. Doch lässt man die Bluthirse mit den dünnen rötlichen Ähren gewähren, besiedelt sie selbst dicht bewachsene Flächen und Pflasterfugen.

[bearbeiten] Amarant

Der rauhaarige Amarant ist ein eingebürgertes Samenunkraut aus Nordamerika: Er keimt ab 2o Grad Celsius und vermehrt sich somit erst bei wärmeren Temperaturen. Das heißt, er keimt spät und wird deshalb auf landwirtschaftlich genutzten Flächen oft nicht mehr durch Herbizide erfasst. Mittlerweile konnte sich der Amarant nicht nur auf Äckern, sondern auch in den Gemüsegärten ausbreiten. Zudem kommen ihm die gestiegenen Durchschnittstemperaturen sehr gelegen.

[bearbeiten] Schwarzer Nachtschatten und Ambrosia

Ein ungewöhnliches Unkraut ist der Schwarze Nachtschatten: Dieses Nachtschattengewächs besitzt Blüten wie Kartoffeln und bildet schwarze, fleischige Beeren aus. Die enthaltenen Samen können vierzig Jahre im Boden überdauern.

In den letzen Monaten hat die Ambrosia von sich reden gemacht, weil sie ein hohes allergenes Potenzial für den Menschen besitzt: Sie bringt Tausende Samen hervor und muss unbedingt eingedämmt werden.

[bearbeiten] Jakobskreuzkraut

Gesundheitliche Probleme bereitet auch das Jakobskreuzkraut, allerdings bei weidendem Vieh, wie Pferden, Schafen und Ziegen: Die enthaltenen Alkaloide schädigen die Leber der Tiere und können sogar zum Tod des Tieres führen. Das Jakobskreuzkraut hat sich über Stilllegungsflächen der Landwirtschaft mehr und mehr ausgebreitet. Die junge Pflanze ähnelt der Blattrosette eines Löwenzahns. Die ansehnliche Wildpflanze enthält besonders in ihren gelben Blüten einen hohen Gehalt der Giftstoffe. Beim Jäten sollten die Pflanzen nur mit Handschuhen angefasst werden, weil die Wirkstoffe über die Haut aufgenommen werden können.

[bearbeiten] Verfahren zur Beseitigung

Zur Beseitigung von Wildkräutern stehen verschieden Verfahren zur Verfügung: Aber damit keine falschen Hoffnungen aufkommen: eine einmalige Maßnahme reicht da nicht aus, auch nicht mit einem speziellen Herbizid [Unkrautvernichtungsmittel]. Die Freizeitgärtner finden also die biblische Schöpfungsgeschichte mehr als bestätigt, in der es heißt, dass der Boden "Dornen und Disteln" wachsen lässt [Genesis 3.18] und dies offensichtlich schneller, als die kultivierten Pflanzen.

Geeignete Verfahren für den Garten sind:

  • Mechanisch: Hacken, jäten, Gartenfugenbürste
  • Thermisch: heißer Dampf und Infrarottechnologie

[bearbeiten] Mechanische Verfahren

Nichts ersetzt bei der Unkrautbekämpfung das Jäten und Hacken: Dadurch behalten Sie immer die Kontrolle auch im undurchdringlichen Dickicht Ihrer Beete. So nebenbei wird der Boden immer wieder gelockert. Die entsprechenden Geräte sind genial einfach und dadurch in der Handhabung einfach genial: Die Drahtfugenbürste wird auf einen handelsüblichen Besenstiel gesteckt und schon kann es los gehen. Ideal für Menschen, die entweder möglichst weit weg von der Arbeit sein oder sich nicht bücken wollen [oder können]. Der lange Stiel ermöglicht ein Rücken schonendes Arbeiten in Pflasterflächen und Fugen. So 'bürstet' man auf Gehwegen oder Bordsteinkanten mit geringem Kraftaufwand Moos und Wildkraut einfach weg.

Bewertung: einfache und preiswerte Arbeitshilfen, ideal für kleinere oder gepflasterte Flächen. Kosten: zwischen 1o und 2o Euro inkl. Ersatzbürsten. Für Menschen, die alle Arbeiten am liebsten mit motorgetriebene Geräten erledigen wollen gibt es solche Fugenbürstengeräte auch mit Elektromotor [5o bis 6o Euro].

[bearbeiten] Chemische Bekämpfung

Ob Wegerich, Löwenzahn oder Sternmoos: In der Pflasterfuge am Hauszugang, in der Garagenzufahrt oder auf der Terrasse blüht es wie im Garten. Sehr zum Leidwesen des Eigentümers. Ein feuchter Sommer begünstigt die Pflanzenvegetation in den Spalten und Fugen der befestigten Wege sehr stark. Wenn der optische Eindruck unordentlich ist, rückt manch einer den jungen Pflänzchen gründlich mit Chemie zuleibe. Was viele nicht wissen: Das ist durch das Pflanzenschutzgesetz verboten.

Dieses grundsätzliche Verbot gilt auch für Hausmittel wie zum Beispiel Essigreiniger oder Salzwasser: In dem Augenblick, in dem diese Hausmittel zur Unkrautvernichtung eingesetzt werden, sind sie Pflanzenschutzmittel. Auch hierfür droht bei einem ungenehmigten Einsatz ein Bußgeld.

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist nur auf Flächen erlaubt, die landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden. Grund des Verbotes ist, dass die Mittel zur Unkrautbekämpfung oft auf Flächen eingesetzt werden, von denen kein Oberflächenwasser versickern kann und die über die Kanalisation entwässert werden. Auch ein biologischer Abbau im Boden ist auf diesen Flächen nicht möglich:

Wird beispielsweise auf einem Gehweg oder einer Garageneinfahrt mit Plattenbelag ein Herbizid aufgebracht, kann das Mittel in die Kanalisation gelangen und den Wasserwerken große Probleme bereiten. Im Interesse des Wasser- und Umweltschutzes empfiehlt der Pflanzenschutzdienst, gegen den Bewuchs mit mechanischen oder thermischen Methoden vorzugehen. Das schont Umwelt und Geldbeutel.

Das Herbizidverbot gilt für alle Flächen, die nicht landwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden, also auch für Industriegelände, Bahngleise oder kommunale Flächen, wie Marktplätze oder Friedhofswege. Wer dafür verantwortlich ist, dass Gehwege verkehrssicher sind, wie Kommunen oder Firmen, kann sich eine Ausnahmegenehmigung erteilen lassen, wenn keine anderen Maßnahmen möglich sind.

[bearbeiten] Weblinks

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