Winter

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Der UBC Botanical Garden im Winter.
Der UBC Botanical Garden im Winter.

Der Winter hat seine ganz eigenen Reize, die sich vor allem demjenigen offenbaren, der das Glück hat, einen Garten zu besitzen: Raureif verwandelt Pflanzen in fantastische Skulpturen und wenn es schneit, wird der Garten sogar zu einem Winterwunderland. Märchenhafte Bilder entstehen, wenn feiner Schnee auf den Pflanzen liegt. Auch wenn der Garten nicht durch Raureif oder Schnee wie verzaubert wirkt, hat er in dieser Jahreszeit einen besonderen Reiz. Jetzt treten Pflanzen ins Rampenlicht, die sonst relativ wenig Beachtung finden, weil sie sich nicht mit auffallenden Blüten oder außergewöhnlichen Blättern schmücken. Andere Eigenschaften wie Formen, Strukturen oder die Beschaffenheit der Rinde gewinnen an Bedeutung. So lassen sich auch in der Winterzeit im Garten ganz neue Entdeckungen machen.

Die garten- und pflanzenliebende englische Journalistin und Buchautorin Anne Scott-James, die unter anderem für die Vogue und für die BBC gearbeitet hatte, schrieb in einem ihrer Bücher sinngemäß: "Gartenanfänger lieben den Frühling und den Sommer, echte Gärtner lieben auch den Winter". Die Eigenschaften, mit denen manches Gehölz und manche [Staude] im Winter auffallen, sind beim Kauf in einer anderen Jahreszeit häufig nicht offensichtlich. Darum ist es sinnvoll, sich von den Fachleuten in Baumschulen, Staudengärtnereien oder Gartencentern beraten zu lassen. Sie wissen, welche Pflanzen den winterlichen Garten durch Form, Farbe, Blüten oder andere Eigenschaften bereichern. Dann wird auch der Winter zu einer Jahreszeit, die zum Gartenjahr einfach dazugehört.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Winterpflanzen

Immer mehr Menschen wird bewusst, dass ein Garten auch im Winter sehr reizvoll sein kann. Es lohnt sich, die kalte Jahreszeit für die Gartenplanung zu nutzen und zu überlegen, wo im nächsten Jahr Winterpflanzen gepflanzt werden können, denn jetzt werden 'Schwachstellen' im Garten am besten deutlich.

Gärten im Winter haben für Jung und Alt einen ganz besonderen Reiz: Die Bäume haben ihr Laub abgeworfen und gewähren einen Blick hinter die Kulisse ihrer ansonsten grünen Blätterfülle. Auch die meisten Stauden sind kahl und wirken wie kunstvolle Skulpturen, wenn ihre vertrockneten Blüten- und Samenstände mit Raureif überzogen in der Wintersonne glänzen. Es lohnt sich also, Gehölze und Stauden nicht zu früh zurückzuschneiden!

[bearbeiten] Winterschutz und Pflege

Cornus sericea
Cornus sericea

Die Winter wurden in jüngster Zeit wärmer und die Niederschlagsmenge nahm in vielen Regionen zu: Diese Wassermenge in Form von Regen hat durchaus eine andere Wirkung auf Boden, Flora und Fauna als Schnee. So gibt es Pflanzen, die zwar Sommertrockenheit überstehen, aber mit der Winterfeuchte nicht zu Recht kommen. Beliebte Gartenpflanzen, wie Pampasgras, Rosmarin und Polsterphlox benötigen nicht den Schutz vor der Kälte, sondern Schutz vor Nässe.

Längere Wetterperioden mit frostigen Winden und kräftiger Wintersonne bei gefrorenem Boden waren die vergangenen Jahre eher selten: Wintergrüne Gehölze haben mit diesem Wetter ihre Not, weil die Blätter in der Wintersonne Wasser verdunsten und aus dem gefrorenen Boden der Wassernachschub ausbleibt. Um sich vor dem Vertrocknen zu schützen, wirft dann die Pflanze die Blätter ab. Oft reicht dies als Überlebensstrategie nicht aus und die Pflanze geht trotzdem ein. Eine Hülle aus Bambusmatten und Vlies schützt die Pflanzen vor diesem Wetterphänomen. Allerdings war diese sogenannte Frosttrockenheit in den letzten Jahren eher eine Seltenheit. So kann man davon ausgehen, dass wintergrüne Gehölze, wie Rhododendron und Kirschlorbeer, die Gewinner der milderen, regenreichen Wintermonate sind.

[bearbeiten] Aufräumarbeiten

Kranke Pflanzenteile sollten zwar aus dem Garten beseitigt werden: Doch entfernen Sie nicht jeden abgeblühten Stängel, Samenstand oder jedes Blatt! Nützlinge und Kleintiere, wie Marienkäfer, Spitzmäuse und Vögel, brauchen im Winter Unterschlupf oder Nahrung. Schneiden Sie Kokardenblumen zurück. Sie überstehen den Winter so leichter.

Vom Beet entfernte einjährige Sommerblumen gehören auf den Kompost, soweit sie nicht von Krankheiten befallen sind: Abgefallenes Laub kann unter Gehölzen liegen bleiben; vom Rasen sollte es aber entfernt und kompostiert werden, weil der Rasen sonst darunter fault. Abgeräumte Gemüsebeete braucht der Hobbygärtner nur bei schweren Böden umzugraben, ansonsten reichen eine Mulchschicht oder Gründüngung. Kranke Gemüsepflanzenteile gehören in den Hausmüll. Petersilie, Schnittlauch und Feldsalat können vor den ersten Frösten durch Folienhauben geschützt werden.

Dort, wo in diesem Jahr viele Schnecken auftraten, sollte auf Mulch verzichtet werden, da sich Schnecken darunter gerne verstecken: Schneckeneier, die den Winter im Boden überdauern und aus denen im Frühjahr der Nachwuchs schlüpft, sollten abgesammelt und vernichtet werden. Der Hobbygärtner findet die kleinen weißen Eigelege, die zu Dutzenden eng aneinander liegen, bei der Bodenbearbeitung, aber auch geschützt unter Kompostbehältern.

[bearbeiten] Balkon- und Kübelpflanzen

Um Kübelpflanzen erfolgreich Überwintern zu lassen, bedarf es besonderer Aufmerksamkeit, denn viele dieser Pflanzen kommen aus wärmeren Gefilden und bedürfen einer besonderen Behandlung um den Winter zu überleben.

[bearbeiten] Knollengewächse

Frostempfindliche Knollengewächse wie Dahlien oder Geranien werden bis auf den Boden zurückgeschnitten, die Knollen werden aus der Erde geholt und am besten bis zum nächsten Frühjahr trocken im Haus aufbewahrt.

Wer Blumenzwiebeln zum Vortreiben in Töpfe gepflanzt und im kühlen Keller aufgestellt hat, sollte im Januar regelmäßig ihren Entwicklungsstand prüfen. Wenn die blassen Triebe erscheinen, können die Töpfe ins Warme geholt werden, wo sich dann bald die ersten Blüten zeigen.

[bearbeiten] Gräser

Gräser sehen im Winter mit Raureif oder Schnee bedeckt besonders schmuck aus.
Gräser sehen im Winter mit Raureif oder Schnee bedeckt besonders schmuck aus.

Gräser sehen im Winter mit Raureif oder Schnee bedeckt besonders schmuck aus: Deswegen lohnt es sich, sie erst im Frühjahr bis zum Boden zurückzuschneiden. Sie treiben dann von unten aus dem Wurzelballen neu aus. Die meisten Gräser sind winterhart und brauchen daher keinen besonderen Frostschutz. Bei besonders üppig wuchernden Grasbüscheln wie zum Bespiel beim Pampasgras empfiehlt es sich jedoch, die Büschel mit einer Schnur zusammenzubinden. Dadurch schützt man einerseits das Herz der Pflanze vor starken Frösten. Andererseits verhindert man so auch zu starke Nässe, die Pampasgras überhaupt nicht mag.

Gräser, vor allem das Pampasgras, schneiden Sie im Herbst nicht zurück. Die Blütenbüschel des imposanten Grases können entfernt werden, wenn diese unansehnlich geworden sind. Nehmen Sie das Pampasgras zu einem großen Büschel zusammen, drehen es und binden es zusammen. Den unansehnlichen Schopf können Sie nach unten nehmen und am Boden feststecken. Die zusammengebundenen Halme wirken wie ein Reetdach. Das Wasser perlt daran ab und dringt nicht direkt in das Herz der Pflanze ein. Viele Gräser, die mit trockenen und durchlässigen Böden zu Recht kommen, leiden sehr unter Winternässe.

[bearbeiten] Stauden

Die meisten Stauden in Beeten und Rabatten sind winterhart und treiben unter normalen Bedingungen im Frühjahr wieder neu aus: Sie dürfen also auch in den kalten Monaten draußen bleiben. Doch auch hier stehen einige Handgriffe im Spätherbst an. Verblühte Prachtstauden sollten handbreit über dem Boden abgeschnitten werden. Einige Stauden wie zum Beispiel Sonnenhut, Kugeldistel und Herbstanemonen, die auch im Winter mit Raureif überzogen attraktiv wirken, können auch bis zum Frühjahr stehen bleiben und werden erst dann zurückgeschnitten.

Bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Boden über längere Zeit durchgefroren ist, können auch noch Stauden für die nächste Gartensaison gepflanzt werden: Die Pflanzung vor der Winterruhe hat den Vorteil, dass die Wurzeln gut anwachsen können und die Stauden im Frühjahr mit voller Kraft austreiben. Obwohl die meisten Stauden keinen weiteren Winterschutz benötigen, empfiehlt sich vor allem bei Neupflanzungen eine Decke aus Laub oder Fichtenzweigen, die die Staudenherzen vor Kälte schützt. Praktisch am Fichtenreisig ist, dass es im Frühjahr, wenn die Temperaturen steigen, nach und nach Nadeln verliert. So kommen frühzeitig Luft und Licht an die Stauden und diese können wunderbar austreiben.

[bearbeiten] Gehölze

Sehr kalte Winter zeigen, was strenger Frost bei Gartenpflanzen anrichten kann: Extrem niedrige Temperaturen von bis zu minus 2o Grad verursachen vor allem an immergrünen Ziergehölzen starke Frostschäden. Zu diesen Pflanzen gehören Kirschlorbeer, Immergrüner Schneeball, Aukube, Glanzmispel, Kamelie und Immergrüner Kriechspindel, aber auch Rosen und mediterrane Kräuter, wie beispielsweise Rosmarin, Lavendel und Salbei.

Schäden entstehen allerdings nicht nur durch direkten Frost: Pflanzen können bei frostigen Temperaturen auch vertrocknen. Da immergrüne Pflanzen auch im Winter Wasser verdunsten, dieses aber bei gefrorenem Boden nicht in ausreichendem Maße wieder aufnehmen können, besteht die Gefahr, dass Pflanzen oder Pflanzenteile vertrocknen. Stehen die Pflanzen außerdem noch an windexponierten Stellen wird der Effekt noch verstärkt. Besonders gefährlich sind Ostwinde, die typische Wintertrockenschäden verursachen.

Empfindliche Gehölze, insbesondere immergrüne und mediterrane Pflanzen, sollten im Winter bei strengem Frost durch Fichten- oder Tannenreisig, Strohmatten, Schattenleinen oder Schutzvlies vor extremer Kälte, Wind und direkter Mittagssonne geschützt werden. Dies ist vor allem für Neuanpflanzungen wichtig, die noch keine ausreichende Standfestigkeit besitzen. Aber auch Pflanzen in Kübeln und Pflanztrögen sind gefährdet. Zudem ist es sinnvoll, Pflanzen im Herbst sowie an frostfreien Tagen im Winter ausgiebig zu wässern.

Ein Abdecken des Bodens mit organischem Material, wie Laub, Kompost oder Reisig, kann ebenfalls helfen, ein Austrocknen beziehungsweise Gefrieren des Bodens zu verhindern. Wildverbissmanschetten schützen junge Bäume vor hungrigen Nagern und Leimringe Obstgehölze vor Ungeziefer.

Rosen werden mit Erde oder Kompost angehäufelt, um die Veredlungsstelle vor Frost zu schützen: Abdeckungen aus Laub oder Nadelreisig schützen die Triebe der Rosen und der Bauernhortensien. Schneiden Sie bei den Rosen nur Verblühtes oder abgestorbene Pflanzenteile weg. Der eigentliche Rückschnitt wird im späten Frühjahr vorgenommen.

Binden Sie ausladende bruchempfindliche Sträucher, wie Johannisbeeren, Stachelbeeren, aber auch Rosen hoch, um zu verhindern, dass eine dicke Schneeauflage die Triebe belastet: Schütteln Sie den Schnee von belaubten und immergrünen Pflanzen. Nach einem Schneefall sollten die Wege im Garten umgehend geräumt werden. Festgetretener Schnee wird schnell zu einer gefährlichen Eisfläche. Verteilen Sie den Schnee im Garten breitwürfig, denn unter der Last von Schneebergen könnten die Äste kleinerer Gehölze und Halbsträucher zum Beispiel Rosen, Lavendel abknicken.

Wer Veränderungen für die nächste Gartensaison plant, kann - solange keine sehr tiefen Minusgrade oder Dauerfrost herrschen, die den Boden verhärten - neue Obstgehölze, Bäume und Sträucher pflanzen: Wer ganz schnell Erfolge sehen und auch im winterlichen Garten auf Blühendes nicht ganz verzichten möchte, wird jetzt im Fachhandel fündig: Winterblühende Gehölze, die im Topf oder mit Erdballen verkauft werden, können - solange der Boden nicht anhaltend gefroren ist - jederzeit gepflanzt werden. Dazu gehören unter anderem die Zaubernuss, die Scheinhasel, der Winterjasmin, der Winterschneeball, die Mahonie und die Winterkirsche. Düngen sollte man die frisch gepflanzten Gehölze allerdings nicht im Winter, sondern erst zu Beginn der Vegetationsperiode im Frühjahr.

[bearbeiten] Gartenteich

Besitzen Sie einen Gartenteich von mindestens 8o cm Tiefe, so können Fische und Seerosen im Teich bleiben: In der Regel friert das Wasser nicht bis zu diesen Tiefen durch. Belassene Schilfgräser und andere Wasserpflanzen sorgen für den nötigen Gas- und Luftaustausch. Solange der Teich noch nicht zugefroren ist, müssen abgestorbene Pflanzenteile und angeflogene Blätter konsequent entfernt werden. Bei der Umsetzung des organischen Materials würden dem Wasser zuviel Sauerstoff entzogen und Faulgase entstehen.

[bearbeiten] Gartengeräte

Gartengeräte müssen gründlich gereinigt werden, bevor sie für den Winter weggeräumt werden.
Gartengeräte müssen gründlich gereinigt werden, bevor sie für den Winter weggeräumt werden.

Gartengeräte und Gartentechnik warten: Der Spätherbst ist auch für die meisten Gartengeräte die Zeit des Einräumens und Überwinterns. Wenn die Beete abgeräumt sind, die Pflanzen nicht mehr bewässert und der Rasen nicht mehr gemäht werden müssen, können die meisten Gartengeräte in die Winterruhe gehen. Reinigen Sie sie dazu gründlich, überprüfen Sie sie auf schadhafte Stellen und bewahren Sie sie an einem trockenen, sicheren Ort auf. Derart in Ordnung gehalten werden Sie Ihnen im nächsten Jahr bei der Gartenpflege gut zur Hand gehen.

[bearbeiten] Winterdienstgeräte

Winterdienstgeräte helfen beim Räumen von Schnee.

[bearbeiten] Weblinks

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