Winter
Winterzeit, schöne Zeit? Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken, es wird unwirtlich draußen, alles versinkt in einem trostlosen Grau: Das ist allerdings nur die eine Seite des Winters, denn nie ist die Luft so klar und so klirrend wie im Winter. Die Abende sind lang und behaglich. Sternenklare Winterhimmel sind umwerfend und man kann sich im Universum verlieren. Die dunklen Morgenstunden sind oft neblig, aber manchmal erblickt man auch das zarte Rose des Wintermorgenhimmels. Die Welt scheint sich im Winter langsamer zu drehen, Ruhe kehrt ein.
Der Winter hat seine ganz eigenen Reize, die sich vor allem demjenigen offenbaren, der das Glück hat, einen Garten zu besitzen: Raureif verwandelt Pflanzen in fantastische Skulpturen und wenn es schneit, wird der Garten sogar zu einem Winterwunderland. Märchenhafte Bilder entstehen, wenn feiner Schnee auf den Pflanzen liegt. Auch wenn der Garten nicht durch Raureif oder Schnee wie verzaubert wirkt, hat er in dieser Jahreszeit einen besonderen Reiz. Jetzt treten Winterpflanzen ins Rampenlicht, die sonst relativ wenig Beachtung finden, weil sie sich nicht mit auffallenden Blüten oder außergewöhnlichen Blättern schmücken. Andere Eigenschaften wie Formen, Strukturen oder die Beschaffenheit der Rinde gewinnen an Bedeutung. So lassen sich auch in der Winterzeit im Garten ganz neue Entdeckungen machen.
Die garten- und pflanzenliebende englische Journalistin und Buchautorin Anne Scott-James, die unter anderem für die Vogue und für die BBC gearbeitet hatte, schrieb in einem ihrer Bücher sinngemäß: "Gartenanfänger lieben den Frühling und den Sommer, echte Gärtner lieben auch den Winter". Die Eigenschaften, mit denen manches Gehölz und manche [Staude] im Winter auffallen, sind beim Kauf in einer anderen Jahreszeit häufig nicht offensichtlich. Darum ist es sinnvoll, sich von den Fachleuten in Baumschulen, Staudengärtnereien oder Gartencentern beraten zu lassen. Sie wissen, welche Pflanzen den winterlichen Garten durch Form, Farbe, Blüten oder andere Eigenschaften bereichern. Dann wird auch der Winter zu einer Jahreszeit, die zum Gartenjahr einfach dazugehört.
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Winterpflanzen
Immer mehr Menschen wird bewusst, dass ein Garten auch im Winter sehr reizvoll sein kann. Es lohnt sich, die kalte Jahreszeit für die Gartenplanung zu nutzen und zu überlegen, wo im nächsten Jahr Winterpflanzen gepflanzt werden können, denn jetzt werden 'Schwachstellen' im Garten am besten deutlich.
Gärten im Winter haben für Jung und Alt einen ganz besonderen Reiz: Die Bäume haben ihr Laub abgeworfen und gewähren einen Blick hinter die Kulisse ihrer ansonsten grünen Blätterfülle. Auch die meisten Stauden sind kahl und wirken wie kunstvolle Skulpturen, wenn ihre vertrockneten Blüten- und Samenstände mit Raureif überzogen in der Wintersonne glänzen. Es lohnt sich also, Gehölze und Stauden nicht zu früh zurückzuschneiden!
Winterschutz und Pflege
Verschiedene Pflanzen reagieren verschieden auf die kalten Temperaturen: Dem muss der Winterschutz angepasst werden.
Winterdienstgeräte
Winterdienstgeräte helfen beim Räumen von Schnee. Vorsorge kann bei dieser Produktgruppe nicht hoch genug angesetzt werden: Denn wenn erst Schnee gefallen ist, dann sind alle Arten von Schneeräumgeräten, ob Schneeschieber, Kehrbürste, Räumschild, Streuwagen oder Schneefräsen im Handumdrehen ausverkauft.
Eiszeit
Nur etwas Eis oder Schnee im Winter und schon kann es gefährlich glatt werden: Doch die dünnen Eisschichten, die uns heutzutage in der kalten Jahreszeit das Leben schwer machen, sind nichts gegen die Eismassen, die vor mehr als 10.000 Jahren große Teile Europas bedeckten. Als Folge tieferer Temperaturen bildeten sich während der Eiszeiten in Nordeuropa riesige, oft hunderte Meter dicke Gletscher.
Durch Schneefall und Eisbildung wurden sie immer mächtiger, so dass sich die Eismassen mit gewaltiger Kraft von Skandinavien aus bis nach Mitteleuropa schoben: Sie hinterließen deutliche Spuren, etwa in Form der sogenannten Endmoränen. Dies sind Höhenzüge, die heute noch die Landschaft prägen. Sie sind aus den Steinen entstanden, die die gewaltigen Gletscher vor sich herschoben und die nach dem Schmelzen des Eises zurückblieben. Mit den Eismassen gelangten auch riesige Granitbrocken in Regionen, in denen diese Gesteinsart normalerweise nicht vorkam. Aus ihnen wurden zum Beispiel viele der eindrucksvollen Hünengräber in Norddeutschland gebaut.
Auch aus südlicher Richtung von den Alpen kommend schoben sich Gletscher durch Mitteleuropa: In den eisfreien Bereichen zwischen den Gletschern entstand eine Art Kältesteppe. Viele der an wärmere Temperaturen angepassten Pflanzen, die vor den Eiszeiten in Mitteleuropa gut gediehen, starben aus oder überlebten in wärmeren Regionen in Ostasien und Nordamerika.
Die großen Gebirge in Europa verlaufen von West nach Ost, von Spanien bis nach Polen: Sie bildeten eine hohe natürliche Barriere, die verhinderte, dass Pflanzen während der Eiszeiten in südliche Richtung ausweichen konnten. Nur ein Ausweichen nach Westen oder Osten war möglich. Die Situation in Nordamerika war für viele Pflanzen günstiger, denn dort verlaufen die Gebirge von Nord nach Süd. So konnten die Pflanzen dort der Kälte entkommen und später, nach dem Ende der Eiszeiten, wieder in ihre ursprünglichen Gebiete zurückkehren. Dies war zum Beispiel möglich, indem ihre Früchte oder Samen mit dem Wind oder mit Tieren dorthin gelangten.
Der Ginkgo, der als lebendes Fossil gilt, weil er schon zu Zeiten der Dinosaurier und des Urvogels Archaeopterix existierte, war vor den Eiszeiten in Mitteleuropa weit verbreitet: Er wäre wohl für immer verschwunden, wenn er nicht in einem kleinen Gebiet im Südosten Chinas überlebt hätte. Dieser Baum hat einzigartige, deutlich geaderte Blätter, die einem kleinen Fächer ähneln und sich im Herbst leuchtend gelb färben. In China gilt er als Symbol für Energie und Lebenskraft.
Der erste Ginkgo, der nach den Eiszeiten wieder in Europa wuchs, wurde wahrscheinlich um 1730 in einem botanischen Garten in den Niederlanden gepflanzt: Inzwischen ist der Ginkgo in Europa wieder weitverbreitet, denn er ist ein pflegeleichter und sehr interessanter Garten- und Parkbaum. Es gibt mittlerweile auch verschiedene Sorten, die relativ klein bleiben und so kann ein Ginkgo auch in einem kleinen Stadtgarten wachsen.
Die prachtvollen Magnolien gehören stammesgeschichtlich gesehen zu den ältesten Blütenpflanzen, denn ihre Entstehung reicht über 100 Millionen Jahre zurück: Auch sie wurden in Europa ein Opfer der Eiszeiten. Magnolien überlebten aber in Ostasien und auf dem amerikanischen Kontinent. In China wurden Magnolien schon vor mehr als 1.000 Jahren sehr geschätzt. Sie wuchsen dort in Tempelanlagen und wurden vom Kaiser als besondere Auszeichnung verschenkt.
Nach Europa gelangten Magnolien erst wieder im 17. Jahrhundert: Die eindrucksvollen, großen Blüten öffnen sich bei manchen Magnolien schon vor dem Laubaustrieb im zeitigen Frühjahr. Sie sind äußerst elegant geformt und haben dazu beigetragen, dass Magnolien gerne in den Garten gepflanzt werden.
Nicht nur außerhalb Europas, auch im Balkanraum gab es während der Eiszeiten noch Rückzugsgebiete für Pflanzen, die in Mitteleuropa wegen der Kälte keine Überlebenschancen hatten: Die Walnuss zum Beispiel war einst auch in Mitteleuropa heimisch. Sie überdauerte die Eiszeiten auf der Balkanhalbinsel und in Asien. Die hohe Wertschätzung des Walnussbaumes führte dazu, dass er schon in der Antike wieder nach Mitteleuropa gelangte. Seine Nutzung wurde manchmal sogar von früheren Herrschern ausdrücklich gewünscht. Kaiser Karl der Große empfahl die Pflanzung von Walnussbäumen, später setzte sich die Kaiserin Maria Theresa dafür ein, dass neben jedem Hof auch ein Nussbaum stehen sollte.
Ein anderer Baum, der einst in Mitteleuropa wuchs und in Osteuropa vor den Eiszeiten Schutz fand, ist die Serbische Fichte [Picea omorika]: Sie wurde erst 1875 in einem Gebirge in Serbien entdeckt. Mit Hilfe des Menschen gelangte sie wieder in ihr ursprüngliches Wuchsgebiet zurück. Die Serbische Fichte wird gerne wegen ihres schlanken Wuchse und der dichten, schönen Benadelung in Gärten und Parks gepflanzt. Die Nadeln sind oberseits glänzend dunkelgrün und auf der Unterseite bläulich-silbrig schimmernd.
Serbische Fichten bilden schon in jungen Jahren viele kleine Zapfen: Solange eine Serbische Fichte noch recht klein ist, eignet sie sich auch gut als Weihnachtsbaum mit Ballen, der später, nach einer Akklimatisierungsphase, in den Garten gepflanzt werden kann. Die Ursprungsform ist zwar schlank, kann jedoch sehr hoch werden. Für kleinere Gärten ist deshalb die Zwergform Picea omorika 'Nana', die nur etwa 2 Meter hoch wird, eine gute Alternative.
Weblinks
- Auf Entdeckungsreise im Gartenwinterwunderland bei Gartentechnik.de
- Gärten im Winter bei Gartentechnik.de
- Jetzt schon an den nächsten Winter denken bei www.gartentechnik.de
- Winterruhe im Garten bei www.gartentechnik.de
- Winterschutz im Garten bei Gartentechnik.de
- Gartenarbeiten vor dem Wintereinbruch bei Gartentechnik.de
- Pflanzentipps für den Winter bei Gartentechnik.de
- Frostschutz im Garten bei Gartentechnik.de
- Kübelpflanzen und Stauden im Winter bei Gartentechnik.de
- Der Winteraspekt bei Gartentechnik.de
- Eiszeit vs. Ginkgo, Magnolie und Co... bei Gartentechnik.de