Winterpflanze

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schneebedeckte Blumen

Immer mehr Menschen wird bewusst, dass ein Garten auch im Winter sehr reizvoll sein kann. Es lohnt sich, die kalte Jahreszeit für die Gartenplanung zu nutzen und zu überlegen, wo im nächsten Jahr Winterpflanzen gepflanzt werden können, denn jetzt werden 'Schwachstellen' im Garten am besten deutlich.

Inhaltsverzeichnis

Gestaltungskriterien

Die Wirkung von Pflanzen kann durch den Mangel leuchtender Farben im Winter viel stärker sein als in anderen Jahreszeiten: Es ist ähnlich wie bei der digitalen Fotografie, die es möglich macht, Schwarz-Weiß-Aufnahmen mit Hilfe von Bildbearbeitungsprogrammen so zu verändern, dass ein Teil eines Bildes eingefärbt wird. Dieser Teil fällt dadurch viel stärker auf als auf einem Farbfoto und eine kleine Blume oder ein leuchtend roter Marienkäfer kann so auf einmal zum Hauptakteur werden.

Wer sein Wintermärchen vor der eigenen Haustür genießen möchte, der muss bei der Gartenplanung schon fest den 'Winteraspekt', wie ihn die Gartenplaner gerne nennen, im Blick haben: Eine faszinierende Pflanzenwinterwelt bekommt nur der zu sehen, der vorher die entsprechenden Pflanzenakteure ausgewählt hat. Die wahre Kunst einer gelungenen Gartengestaltung besteht darin, einen Garten anzulegen, der das ganze Jahr über attraktiv ist.

Im Herbst wird oft vermeintlich Ordnung im Garten geschaffen und erbarmungslos geschnitten und gestutzt: Dabei gibt es Stauden und Gräser, die sich im Winter durch Raureif in glitzernde Eisskulpturen verwandeln. Schneemützen sehen nicht nur auf immergrünen Gehölzen hübsch aus, weiße Häubchen stehen auch den großen, trockenen Blütenständen von Fetthennen und anderen spätblühenden Stauden ausgezeichnet. Der Landschaftsgärtner weiß, wie's richtig geht. Es empfiehlt sich, einmal seine behutsame Hand beim Rückschnitt genau zu beobachten.

Im Winter steht nicht üppige Blütenpracht im Vordergrund. Andere Gestaltungsaspekte gewinnen stattdessen an Bedeutung, zum Beispiel die auffallend gefärbte Rinde mancher Gehölze. Auch lange an den Zweigen haftende Früchte, interessante Strukturen und markante Wuchsformen können den Garten im Winter zu einem Erlebnis machen. Es fallen auch viele Gehölze auf, denen sonst Blütensträucher die Schau stehlen, wie die immergrünen Laub- und Nadelgehölze. Sie tragen mit ihrem Formenreichtum und den vielen Nuancen von Grün-, Blau- und Gelbtönen dazu bei, dass der Garten auch im Winter Farbe zeigen kann. Jetzt wird auch der Blick auf das manchmal bizarre Astwerk einiger Pflanzen frei. Korkenzieher-Weide [Salix 'Tortuosa'], Korkenzieher-Hasel [Corylus avellana 'Contorta'] und Korkenzieher-Akazie [Robinia 'Tortuosa'] sind Pflanzen mit 'Naturlocken': sie haben stark gedrehte Zweige, die an Dauerwellen erinnern. Eis und Schnee verwandeln sie in fantastische Kunstwerke und betonen die außergewöhnlichen Formen.

Gehölze

Nadelbäume sind Winterpflanzen

Wer glaubt, im Winter finden sich in der Natur nur graue, braune und grüne Farbtöne, der irrt gewaltig: Neben den Koniferen bringen auch zahlreiche andere Wintergehölze Farbe in den Garten. Manche Laubgehölze sind gerade in dieser Jahreszeit besonders attraktiv, weil ihre schöne Rinde nicht mehr von den Blättern verdeckt wird.

Bei vielen laubabwerfenden Gehölzen ist im Winter die Rinde des Stammes und der Äste besonders gut zu sehen: Sie ist bei manchen Pflanzen sehr zierend oder interessant. Einige Birken beispielsweise sind wegen ihrer leuchtend weißen Rinde sehr markant. Die farbintensive Rinde mancher Hartriegel ist ebenfalls sehr auffallend: Sie ist beispielsweise beim Sibirischen Hartriegel [Cornus alba 'Sibirica'] intensiv rot, beim Gelbholz-Hartriegel [C. stolonifera 'Flaviramea'] leuchtend grüngelb.

Der im Frühling strahlend gelb blühende Ranunkelstrauch [Kerria japonica] hat zierliche, kräftig grüne Triebe: Eine besondere Anziehungskraft geht von der Rinde der Tibet-Kirsche [Prunus serrula] aus: Sie glänzt in warmem Mahagonibraun und löst sich in dünnen Streifen vom Stamm.

Auch einige Ahorne haben eine eindrucksvolle Rinde: Außergewöhnlich sind die sogenannten Schlangenhaut-Ahorne, die durch ihre eigenwillig gemusterte Rinde auffallen - wie der Streifen-Ahorn [Acer pensylvanicum] mit seiner hellgrünen, weiß gestreiften Rinde. Der Zimt-Ahorn [Acer griseum] ist eine Seltenheit mit einer glatten zimtbraunen Rinde, die sich wie dünnes Papier in feinen Röllchen von den Ästen und vom Stamm löst.

Viele Nadelbäume bringen ebenfalls markante Formen in den Garten: Sie bieten außerdem die Möglichkeit, mit unterschiedlichen Farbnuancen zu gestalten. Zusätzlich zu den verschiedensten Grüntönen gibt es bei ihnen auch viele Gelbtöne und bläuliche Schattierungen.

Auch in anderer Hinsicht sind manche Nadelgehölze interessant: Einige wie die Korea-Tanne [Abies koreana] und die Blaue Mädchenkiefer [Pinus parviflora 'Glauca'] bilden schon in jungen Jahren reichen Zapfenschmuck. Die Korea-Tanne hat im Winter sehr schöne violettpurpurfarbene bis silbrigblaue Zapfen. Außergewöhnlich ist die Zapfen-Fichte [Picea abies 'Acrocona']. Ihre Zapfen erscheinen an den Spitzen der Triebe und sind wegen ihrer anfangs kräftigen rötlichen Farbe nicht zu übersehen.

Manche Gehölze bilden mit ihren Zweigen sogar ein interessantes Muster: Die Schein- oder Südbuche [Nothofagus antarctica] hat eine sehr eigenwillige Wuchsform und eine markante, fischgrätenartige Verzweigung. Die Rinde ist tiefbraun bis fast schwarz und weist auffallende helle Flecken auf. Die im Frühling erscheinenden kleinen Blätter sind an den Rändern leicht gewellt, im Herbst leuchten sie goldgelb.

Gräser

Trotz 'Schietwetter' machen Gräser im Herbst und Winter eine gute Figur: Viele färben sich goldgelb, wie beispielsweise der Wald-Marbel 'Wintergold' [Luzula sylvatica] und die meisten Pfeifengräser [Molinia]. Auch das Chinaschilf [Miscanthus] begeistert mit seiner rötlich braunen Färbung. Und selbst im tiefen Winter stehen die Gräser immer noch eindrucksvoll im Beet und trotzen mit ihren biegsamen Blütenständen Wind und Wetter.

Auch Sonnenhut [Rudbeckia], Kugeldistel [Echinops ritro] und einige hoch wachsende Fetthennen [Sedum] sind hübsch verziert mit glitzernden Kristallen. Weiß gepudert schimmern die winter- und immergrünen Gräser. Die weißbunte Japansegge [Carex morrowii 'Variegata'] zeigt durch einen zartweißen Schleier ihre schmalen, dunkelgrünen Blätter, die am Rand mit cremefarbenen Streifen eingefasst sind. Filigran wirkt der grüne Atlasschwingel [Festuca mairei] mit langen überhängenden Blättern.

Der Blauschwingel [Festuca glauca] bildet einen halbkugeligen, blau-grünen Horst im frostigen Beet. An der Hauswand klettert unermüdlich Wilder Wein [Parthenocissus] empor - nur im Winter sieht man die filigranen Zweige, die sich an der Wand festhalten. Nicht zu vergessen: Die winter- und immergrünen Pflanzen sorgen für erfrischende Farbe im winterlichen Garten und fallen damit mehr denn je auf.

Immergrüne

Eine Stechpalme bedeckt vom ersten Frost.

Selbst wenn man in den trüben Wintermonaten nur wenig Zeit im Garten verbringt, müssen hier nicht nur sommergrüne Pflanzen wachsen, die ab November die nackte Erde sichtbar werden lassen: Immergrüne Bodendecker wie Schaumblüte [Tiarella], Elfenblume [Epimedium] oder die Teppich-Golderdbeere [Waldsteinia ternata] sorgen auch im Winter für ein grünes Umfeld. Struktur ins Beet bringen außerdem Immergrüne wie Bergenie [Bergenia], Haselwurz [Asarum] und Schleifenblume [Iberis].

Gegen tristes Grau an Wänden hilft auch Efeu [Hedera], von dem es sogar Sorten mit auffallenden weißlichen Blattadern gibt. Kletterpflanzen wie Clematis und Winterjasmin [Jasminum nudiflorum] sind wegen ihrer schönen, auffallenden Blüten sehr effektvoll. Auch Kletterrosen benötigen wenig Platz und können zum Beispiel Hauseingänge oder Fenster blütenreich umrahmen. Sehr schön ist Hedera helix 'Goldheart', deren Blätter in der Mitte leuchtend gelb gefärbt sind. Immergrüne Pflanzen wie Buchsbäume oder Eiben [Taxus] verleihen dem Garten auch im Winter Struktur. Bedeckt mit Schnee wirken die Immergrünen wie mit Puderzucker bestreute Skulpturen und entführen den Betrachter in eine verzauberte Gartenwelt.

Als Kübelpflanzen eignen sich einige Immergrüne gut, um festlich geschmückt stimmungsvollen Winterzauber zu verbreiten. Rote oder goldene Schleifen, Kugeln oder andere weihnachtliche Accessoires passen sehr gut zu dem kräftigen Grün der Pflanzen. Sehr langsam wachsende, klein bleibende Eiben wie die Japanische Zwerg-Eibe [Taxus cuspidata 'Nana'] sind ideal als immergrüne Kübelbepflanzung oder wenn nur wenig Platz zur Verfügung steht. So lässt sich selbst auf dem Balkon eine stimmungsvolle Winterwelt en miniature schaffen.

Nicht nur langsam wachsende, immergrüne Gehölze wie Buchsbaum oder kleine Nadelbäume tragen dazu bei, dass Balkon und Terrasse in der Vorweihnachtszeit Farbe zeigen. Es gibt sogar immergrüne Pflanzen, die im Winter blühen und dank ihrer geringen Größe auch gut in Gefäße gepflanzt werden können. Dazu gehört die Winter- oder Schneeheide [Erica] mit vielen schönen Sorten in den unterschiedlichsten Blütenfarben. Das Spektrum reicht von rein weißen Blüten über die verschiedensten Rosa- und Rottöne bis hin zu Rotviolett.

Manche Pflanzen sind besondere Ganzjahrestalente wie die Stechpalmen [Ilex]. Viele Ilex-Sorten haben immergrüne, schön glänzende Blätter und einige schmücken sich im Winter zusätzlich mit leuchtend roten Beeren. Die Japan-Stechpalme [Ilex crenata] zum Beispiel hat kleine immergrüne Blätter und ist als 'Gartenbonsai' erhältlich - in Form geschnitten wie ein Bonsai, aber deutlich größer als diese Miniaturbäume.

Einige immergrüne Laubgehölze bieten mit ihren Blättern außerdem ein interessantes Farbenspiel wie zum Beispiel die Traubenheide [Leucothoe], ein anmutiger kleiner, immergrüner Strauch, je nach Sorte mit einem schönen rötlichen Austrieb im Frühjahr. Die festen, ledrigen Blätter färben sich später im Jahr grün und im Herbst wieder rötlich. Weil die Pflanzen immergrün sind, schmücken sie den Garten auch im Winter mit ihren dunkelroten, glänzenden Blättern. Der Name Traubenheide geht zurück auf die weißen Blüten, die im Frühling erscheinen und bis etwa 6 Zentimeter lange Blütentrauben bilden.

Während die Traubenheide relativ klein bleibt und manche Sorten nur bis einen halben Meter hoch werden, kann die Glanzmispel [Photinia] deutlich höher werden: Sie ist ebenfalls immergrün. Je nach Region ist ein geschützter Standort empfehlenswert. Die Sorte 'Red Robin' hat glänzend grüne, bis 15 Zentimeter lange Blätter. Die neu austreibenden Blätter dieses 1,5 bis 3 Meter hohen Zierstrauches leuchten rot und bilden einen schönen Kontrast zu den grünen Blättern. 'Little Red Robin' bleibt kleiner und kann in einem großen Topf auch Balkon und Terrasse verschönern.

Winterblüher

Zarte Blüten bringen den Garten zum Leuchten: Ab Dezember, manchmal auch schon ab November, öffnet der Winterschneeball [Viburnum bodnantense] seine tiefrosa Knospen. Bis zu seiner Hoch-Zeit im März oder April folgen den ganzen Winter über immer wieder neue, duftende, zartrosafarbene Blüten. Auch wer verschiedene Sorten der Schneeheide [Erica-carnea-Sorten] miteinander kombiniert, kann sich während der vierten Jahreszeit immer wieder an Farbe erfreuen. Die Blütenfarben reichen von reinem Weiß über Rosa bis zu dunklem Rotviolett. Großen Zierwert haben auch ihre immergrünen, nadelförmigen Blättchen.

Leuchtend gelb sind die Blütenblätter des Winterjasmins [Jasminum nudiflorum], die sich bei milder Witterung schon im Dezember zeigen. Zu den winterblühenden Pflanzen gehören außerdem die Winterheide, die Schmuckkirsche, die Zaubernuss und der Winterjasmin: Auch Stauden, wie Christrosen und Zwiebelblumen, der Winterling, das Schneeglöckchen und einige frühe Wildkrokusse, blühen im Winter. Normalerweise benötigen diese Pflanzen jedoch einen geschützten, sonnigen Standort, um frühzeitig ihre Blütenpracht zu entfalten.

Sollte es im Laufe des Winters nochmals kräftig frieren, werden bis auf wenige Ausnahmen die offenen Blüten erfrieren: Doch die Pflanzen selbst werden nicht geschädigt. Einige können bei steigenden Temperaturen sogar erneut blühen. Vorwitzig austreibende Tulpen, Narzissen und andere frühlingsblühende Blumenzwiebeln schädigt der Frost nicht, solange sie nicht ihre Blüten zeigen.

Die Blüten-Skimmie [Skimmia japonica 'Rubella'] trägt im Winter keine Früchte sondern wirkungsvolle rotbraune Blütenknospen, die sich im Frühling zu rosaweißen Blüten öffnen.

Die Winterheide [Erica carnea] stellt ihre weißen, roten oder violetten Blüten wie kleine Perlen zur Schau.

Wer genauer hinschaut, für den ist der Winter also alles andere als trist und dunkel. Durch den Zauber der vierten Jahreszeit wird der Garten zum spannenden Winterwunderland ... und bereitet sich heimlich, still und leise auf das kommende Gartenjahr vor.

Winterfrüchte

Frucht-Skimmie

Viele Pflanzen tragen den Winter hindurch attraktive Beeren: Die Frucht-Skimmie [Skimmia japonica] ist beispielsweise eine kleine immergrüne Pflanze, die durch ihre roten Beeren auffällt. Diese erscheinen ab September und zieren Balkon und Terrasse bis weit in den Winter hinein.

Vor der dunklen Winterkulisse und auch im Schnee bilden die leuchtend purpur- oder rosaroten Beeren der Torfmyrte [Pernettya] einen schönen Effekt: Die Früchte haften oft den ganzen Winter an dem fein verzweigten Zwergstrauch und werden von der Vogelwelt gemieden. Das macht die Torfmyrte zur idealen Topfbesetzung für die kalte Jahreszeit.

Einen geschützten, von drinnen gut sichtbaren Platz an der Terrasse hat auch der zauberhafte Liebesperlenstrauch [Callicarpa] verdient: Mit seinen glänzend lila bis violett gefärbten Beeren ist er einer der schönsten Fruchtschmucksträucher im Garten. Auch der Feuerdorn [Pyracantha] beeindruckt mit unzähligen leuchtend orangefarbenen erbsengroßen Beeren und wintergrünem Laub. Er ist sehr schnittverträglich und eignet sich, ebenso wie die Zwergmispel [Cotoneaster dammeri] mit ihren kleinen roten Beeren, für die Bepflanzung von Kübeln.

Rote Teppichbeeren [Gaultheria procumbens] und einige Stechpalmen wie Ilex aquifolium 'J.C. van Tol' zum Beispiel sind immergrüne Gehölze, die ebenfalls bis in den Winter hinein auffallende Beeren tragen. Andere wie der Knallerbsenstrauch [Symphoricarpos-Arten und -Sorten], Zier-Apfelbäume [Malus] und Mehlbeeren [Sorbus] verlieren im Herbst ihr Laub. Ihr reicher Fruchtschmuck ist deshalb im Winter besonders gut zu erkennen.

Sommergrüne

Interessant sind im Winter auch sommergrüne Gehölze, die nach dem herbstlichen Laubfall mit ihren außergewöhnlichen Zweigen beeindrucken: Der Amberbaum [Liquidambar styraciflua] ähnelt mit seinen gelappten Blättern einem Ahorn, doch die Zweige dieses Baumes haben oft deutliche Korkleisten, die im Winter besonders gut zu sehen sind und den Trieben ein interessantes, knorriges Aussehen verleihen. Das Geflügelte Pfaffenhütchen [Euonymus alatus] hat ebenfalls auffallende Korkleisten. Beide Gehölzarten beeindrucken außerdem mit einer prachtvollen Herbstfärbung.

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